George Adamski

Im Inneren der Raumschiffe

[Erste im Jahr 1956 von Arco Publishers Limited und Neville Spearman Ltd, London W.1 veröffentlicht]

Deutsche Übersetzung: Monika Petry


INHALT
1: Die Rückkehr des Venusianers
2: In einem Venus-Späherschiff
3: Das Venus-Mutterschiff
4: Mein erster Blick in den Weltraum
5: Treffen mit einem Meister
6: Fragen und Antworten innerhalb des Schiffes
7: Das Späherschiff von Saturn
8: Das Saturn-Mutterschiff
9: Der Forschungsraum
10: Ein weiterer Meister
11: Gespräch in einem Café
12: Wieder der große Meister
13: Das Festmahl und ein Abschied


1: Die Rückkehr des Venusianers.

Los Angeles ist eine Stadt der Lichter und des Lärms, von Hektik und Unruhe, in auffallendem Gegensatz zu dem ruhigen Sternenlicht und Frieden meiner Bergheimat. Es war am 18. Februar 1953. Ich kam nicht in die Stadt wegen der Aufregung, sondern ich war dort aufgrund der nachhaltigen Wirkung auf die Nachricht: "Fliegende Untertassen sind gelandet" hingezogen.

Über viele Jahre hinweg, wohnte ich in einem bestimmten Hotel in der Innenstadt. Nachdem der Page meinen Koffer auf das Zimmer gebracht und sein Trinkgeld erhalten hatte, stand ich unschlüssig in der Mitte des Zimmers. Es war erst gegen vier Uhr am Nachmittag und da ich buchstäblich nicht wusste, was mich hierher gebracht hatte, fühlte ich mich etwas verloren. Ich ging zum Fenster und starrte auf die viel befahrene Strasse. Jedoch erhielt ich dadurch keine Inspiration.

Kurz entschlossen ging ich hinunter und überquerte die Lobby Richtung Cocktail-Lounge. Der Barkeeper kannte mich, da er mich trotz seiner Skepsis angesprochen und meine Fotografien der Fliegenden Untertassen gesehen hatte, was ihn sehr interessiert hatte. Er begrüsste mich herzlich. Nachdem wir ein wenig geplaudert hatten, erzählte er, dass einige Menschen an den Berichten über die Fliegenden Untertassen interessiert seien und ihn gebeten hatten, sie über meinen Besuch telefonisch zu informieren.

Er wartete auf meine Reaktion und ich wusste kaum, was ich sagen sollte. Momentan hatte ich keine Pläne. Während ich einerseits ungern einen Vortrag vor einer Gruppe von Fremden halten wollte, schien es andererseits als ein guter Zeitvertreib während des Wartens. . . und wie sehr ich warten würde!

Ich stimmte zu und bald hatte sich eine Schar Frauen und Männern versammelt. Das Interesse schien echt und ich beantwortete ihre Fragen so gut ich konnte.

Es war fast sieben Uhr, als ich mich entschuldigte und ein kurzes Stück die Strasse hinunter ging, um zu Abend zu essen. Ich entschied mich, allein zu sein, nur mit dem anhaltenden Gefühl von "etwas wird passieren".

Nach einem flüchtig eingenommenen Essen kehrte ich ins Hotel zurück. Es war niemand in der Lobby, den ich kannte, und die Bar zog mich nicht weiter an.

Plötzlich erinnerte ich mich an Frau M, eine junge Dame, die meine Schülerin war und in der Stadt lebte. Sie hatte eine ganze Weile nicht in unser Bergdorf kommen können und mich gebeten, sie anzurufen, wenn ich das nächste Mal käme. Ich ging in eine Telefonzelle und wählte ihre Nummer. Sie schien erfreut, von mir zu hören. Sie hatte kein Auto, aber sie erklärte, dass sie in etwa einer Stunde mit der Strassenbahn bei mir sein würde.

Ich kaufte eine Abendzeitung und um zu vermeiden, dass mich jemand erkennen würde, nahm ich sie mit auf mein Zimmer. Nachdem ich gelesen hatte, was von Interesse für mich war, zwang ich mich, auch das zu lesen, was ich normalerweise übersprungen hätte, als ein Versuch zur Disziplinierung der Unruhe, die jetzt mein ganzes Bewusstsein durchdrang.

Nach einer Stunde ging ich hinunter in die Lobby, um auf Frau M. zu warten - und sie kam ungefähr fünfzehn Minuten später. Wir sprachen eine ganze Weile und es gelang mir, ihr bei einigen Problemen zu helfen, die ihr über den Kopf gewachsen waren. Ihre Dankbarkeit war rührend, und sie erzählte mir, sie habe ständig die Hoffnung gehabt, dass ich in die Stadt kommen und ihr helfen würde.

Ich begleitete sie bis zur Strassenbahn-Haltestelle, überlegend, ob der Drang, der mich in den Bergen überkommen hatte, möglicherweise gewesen sein könnte, ihr eine telepathische Botschaft zu übermitteln. Aber als ich in der Hotellobby wieder zur Ruhe gekommen war, wusste ich, dies könne nicht die Erklärung sein. Ich hatte immer noch dieses Gefühl, und zwar stärker als je zuvor!

Ich schaute auf meine Armbanduhr und sah, dass es 20.30 Uhr war. Die Tatsache, dass zu dieser späten Stunde immer noch nichts von ausserordentlicher Bedeutung stattgefunden hatte, sandte eine Welle der Enttäuschung durch mich. Und genau in diesem Moment der Depression näherten sich zwei Männer, die mich mit Namen ansprachen.

Beide waren völlig Fremde, aber sie kamen ohne Zögern auf mich zu, und in ihrem Aussehen wies nichts darauf hin, dass sie etwas anderes als ganz normale Jungunternehmer sein könnten. Durch meine Vorlesungen in Los Angeles und Auftritten in Radio und Fernsehen sowie durch die vielen Menschen, die mich aus dieser Stadt in meinem Palomar Gartenhaus besuchten, war eine solche Annäherung von Fremden nichts Ungewöhnliches.

Ich bemerkte, dass beide Männer ziemlich gross waren. Einer war etwas mehr als 1.80 m und schien Anfang Dreissig zu sein. Er hatte ein rotes Gesicht, seine Augen waren dunkelbraun und sie glänzten vor Lebensfreude. Sein Blick war ausserordentlich durchdringend. Er hatte gewelltes schwarzes Haar in unserem Haarschnitt. Er trug einen dunkelbraunen Anzug ohne Hut.

Der kleinere Mann sah jünger aus und ich schätzte seine Grösse auf etwa 1,75 m. Er hatte ein rundes Kindergesicht, einen hellen Teint und graublaue Augen. Sein Haar war hell und ebenfalls wellig in unserem Stil. Er trug einen grauen Anzug und war auch ohne Hut. Er lächelte, als er mich nach dem Namen fragte.

Als ich die Begrüssung erwiderte, streckte er seine Hand aus, und als ich sie berührte, erfüllte mich eine grosse Freude. Es war das gleiche Zeichen, das ich durch den Mann empfing, den ich an jenem denkwürdigen 20. November 1952 in der Wüste kennengelernt hatte (Beschrieben in dem Buch "Die Fliegenden Untertassen sind gelandet" ).

Daher wusste ich, dass diese Männer keine Erdbewohner sind. Trotzdem fühlte ich mich ganz wohl, als wir die Hände schüttelten und der jüngere Mann sagte: "Wir sollten Sie kennenzulernen. Haben Sie Zeit, mit uns zu kommen?"

Ohne Zögern oder die geringste Ahnung, was hier vor sich ging, erwiderte ich: "Ich stehe ganz zu Ihrer Verfügung."

Gemeinsam verliessen wir die Lobby, ich ging zwischen ihnen. Wir überquerten einen Block nördlich des Hotels und gingen zu einem Parkplatz, wo ein Auto auf uns wartete. Sie hatten während dieser kurzen Zeit nicht gesprochen, jedoch wusste ich intuitiv, dass diese Männer wahre Freunde waren. Ich fühlte keinen Drang zu fragen, wohin sie mich mitnehmen wollten, noch fand ich es seltsam, dass sie mich nicht darüber informierten.

Ein Diener brachte das Auto und der jüngere Mann rutschte auf den Fahrersitz und winkte mir zu, mich neben ihn zu setzen. Unsere anderen Begleiter sassen auch bei uns auf dem Vordersitz. Das Auto war eine viertürige Limousine, ein schwarzer Pontiac.

Der Mann am Lenkrad schien den Weg genau zu kennen und fuhr geschickt. Ich bin nicht vertraut mit all den neuen Autobahnen, die aus Los Angeles herausführen, so kannte ich die Richtung nicht. Wir fuhren schweigend, und ich blieb völlig gefasst und wartete darauf, dass meine Gefährten sich identifizierten sowie den Grund für unser Treffen nannten.

Ich wusste, dass solch eine vertrauensvolle Haltung gewöhnlich verwegen schien, in Anbetracht der in unserer heutigen Welt überhand nehmenden Gesetzlosigkeit. Aber das war die Haltung, die ich von Menschen anderer Kulturen gelernt hatte gegenüber Menschen mit grösserer Weisheit als die eigene. Dieser Brauch wurde auch von den Indianern praktiziert, um Respekt und Demut, Geduld und Glauben zu bezeugen. Ich verstand das gut und benahm mich entsprechend, da ich in der Gegenwart dieser Männer eine Kraft spürte, in der ich mir wie ein Kind in der Gesellschaft von Wesen mit grosser Weisheit und grossem Mitgefühl vorkam.

Die Beleuchtung und die Häuser nahmen ab, da wir die Stadt verliessen. Der grössere Mann sprach zum ersten Mal und sagte: "Sie haben sehr viel Geduld. Wir wissen, dass Sie viele Fragen haben, wer wir sind und wo wir unter Euch sind."

Ich bestätigte, dass ich mich natürlich schon gewundert habe, fügte aber hinzu, dass ich seine Informationen hatte abwarten wollen.

Der Redner lächelte und zeigte auf den Fahrer. "Er ist von dem Planeten, den Sie Mars nennen. Ich bin von dem von Ihnen bezeichneten Saturn."

Seine Stimme war weich und angenehm und sein Englisch perfekt. Ich hatte bemerkt, dass der jüngere Mann ebenfalls leise sprach, obwohl seine Stimme höher klang. Ich wunderte mich, wie und wo sie gelernt hatten, unsere Sprache so gut zu sprechen.

Als mir der Gedanke durch den Kopf ging, wurde er sofort erkannt. Der Marsmensch sprach jetzt zum ersten Mal seit unserem Treffen im Hotel. "Wir sind so etwas wie 'Kontaktmänner'. "Wir leben und arbeiten hier, denn, wie Sie wissen, ist es auf der Erde notwendig, Geld zu verdienen, um Kleidung und Nahrung zu kaufen und die vielen Dinge, die der Mensch haben muss. Wir leben auf Eurem Planeten seit einigen Jahren. Zuerst hatten wir einen leichten Akzent. Aber das ist überwunden, und wie Sie sehen können, sehen wir nicht anders aus als andere Männer auf der Erde.

"Bei unserer Arbeit und in unserer Freizeit mischen wir uns unter die Menschen hier auf Erden, aber wir verraten niemals das Geheimnis, dass wir Bewohner anderer Welten sind. Das ware gefährlich, wie Sie wissen. Wir verstehen die Menschen besser, als die meisten von Ihnen sich selbst kennen und wir können deutlich die Gründe für viele der unglücklichen Bedingungen, die Sie hier umgeben, erkennen.

"Wir sind uns bewusst, dass Sie selbst mit Spott und Kritik konfrontiert waren wegen Ihrer fortwährenden Verkündigung der Existenz menschlichen Lebens auf anderen Planeten, obwohl Ihre Wissenschaftler behaupten, diese Lebensformen seien nicht möglich. So können Sie sich vorstellen, was mit uns geschehen würde, wenn wir auch nur andeuteten, dass unsere Heimat auf anderen Planeten ist! Wenn wir die einfache Wahrheit sagen würden, dass wir auf Eure Erde gekommen sind, um zu arbeiten und zu lernen, wie einige von Euch in andere Länder gehen, um zu leben und zu studieren, würden wir als verrückt bezeichnet werden.

Uns wurden kurze Besuche auf unseren Heimatplaneten erlaubt. So wie Sie sich nach Abwechslung sehnen oder alte Freunde zu sehen, so ist es bei uns. Natürlich ist es notwendig, solche Abwesenheiten auf die Feiertage zu verlegen oder sogar auf ein Wochenende, so dass wir nicht von unseren Mitarbeitern hier auf der Erde vermisst werden."

Ich habe nicht gefragt, ob meine Gefährten verheiratet waren und Familien hatten hier auf unserem Planeten, aber ich hatte den Eindruck, dass dies nicht der Fall war. Denn es blieb wieder ein paar Minuten still, als ich über die Informationen, die sie mir gegeben hatten, nachdachte. Ich fragte mich, warum ich für ihre Freundschaft ausgesucht worden war und dieses Wissen von Männern aus anderen Welten erhielt. Was immer der Grund war, fühlte ich mich sehr demütig und sehr dankbar.

Als ich über all dies nachdachte, sagte der Saturnianer freundlich: "Du bist weder der erste noch der einzige Mann auf dieser Welt, mit dem wir gesprochen haben. Es gibt viele andere in verschiedenen Teilen der Erde, zu denen wir gekommen sind. Einige, die es gewagt haben, über ihre Erfahrungen zu sprechen, sind verfolgt worden, einige kamen sogar zu Tode, wie Ihr es nennt. Folglich haben viele geschwiegen. Aber wenn das Buch, woran Sie jetzt arbeiten, an die Öffentlichkeit gelangt, die Geschichte von Ihrem ersten Kontakt in der Wüste mit unserem Bruder von dem Planeten, den Sie Venus nennen, werden Sie andere aus vielen Ländern dazu ermutigen, über ihre Erfahrungen zu berichten." (Nachdem das erste Buch "Fliegende Untertassen sind gelandet" veröffentlicht wurde, bewahrheitete sich diese Vorhersage.)

Ich fühlte nicht nur ein starkes Vertrauen in diese neuen Freunde, sondern ein überwältigendes Gefühl, dass wir eigentlich einander nicht fremd sind. Ich hatte auch eine tiefe Überzeugung, dass diese Männer alle Fragen beantworten und alle Probleme unserer Welt lösen konnten. Sie konnten sogar Taten vollbringen, die für Erdenmenschen unmöglich schienen, wenn sie diese für notwendig erachteten und sie im Einklang mit der Mission zu erfüllen hatten.

Wir fuhren möglicherweise eineinhalb Stunden auf ebenen Autobahnen. Ich hatte immer noch keine Ahnung, in welche Richtung wir unterwegs waren, jedoch spürte ich, als wir die Wüste befuhren. Es war zu dunkel, um Einzelheiten der Umgebung zu sehen. Mein Gehirn dachte weiterhin darüber nach, was sie mir erzählt hatten und, wie ich schon sagte, gab es wenig Unterhaltung.

Plötzlich wurde ich aus meinen Grübeleien gerissen, als wir von der sanften Autobahn auf eine grobe, schmale, gewellte Strasse abbogen. Der Marsmensch sagte: "Wir haben eine Überraschung für Sie!"

Es begegneten uns keine Autos auf dieser Strasse, auf der wir etwa fünfzehn Minuten lang fuhren. Dann sah ich mit wachsender Erregung in der Ferne ein sanft weiss leuchtendes Objekt auf dem Boden. Wir hielten etwa 15 Meter davor an. Ich schätzte es etwa 4,5 bis 6 Meter hoch und ich erkannte seine Ähnlichkeit mit einer fliegenden Untertasse oder einem Späherschiff aus meiner ersten Begegnung vor fast drei Monaten.

Als wir angehalten hatten, bemerkte ich, dass ein Mann neben dem leuchtenden Fahrzeug stand. Nachdem wir aus dem Auto ausgestiegen waren, grüsste mein Begleiter. Der Mann schien an etwas zu arbeiten, das mit dem Späherschiff verbunden war. Wir drei gingen auf ihn zu und zu meiner grossen Freude erkannte ich meinen Freund von der ersten Kontaktaufnahme, den Mann von der Venus!

Er war mit dem gleichen Skiflieger-ähnlichen Anzug bekleidet, den er bei dem ersten Treffen getragen hatte, aber dieser Anzug war hellbraun mit orangen Streifen am oberen und unteren Gürtelrand.

Sein strahlendes Lächeln machte klar, dass er meine Freude über dieses Wiedersehen teilte. Nach der Begrüssung sagte er: "Als wir landeten, brach ein kleines Stück an diesem kleinen Schiff, so habe ich ein neues angebracht während der Wartezeit auf Sie."

Ich beobachtete neugierig, wie er den Inhalt eines kleinen Tiegels in den Sand ausleerte "Das Timing war perfekt", sagte er. "Ich war gerade mit der Installation fertig, als sie anfuhren."

Plötzlich fiel mir auf, dass er Englisch sprach mit nur einem geringen Akzent, während er bei unserer ersten Begegnung unsere Sprache nicht zu sprechen schien. Ich hoffte, er könne dies erklären, da er es aber nicht tat, verzichtete ich auf eine Nachfrage.

Stattdessen bückte ich mich und berührte vorsichtig etwas, das aussah wie eine kleine Menge geschmolzenen Metalls, das er hinausgeworfen hatte. Obwohl noch recht warm, war es nicht zu heiss, um es anzufassen, und ich wickelte es sorgfältig in mein Taschentuch, das ich sicher in einer Innentasche meines Mantels aufbewahrte. Ich habe immer noch dieses Metallstück in meinem Besitz.

Obwohl meine Begleiter über meine Handlungen lachten, war keine Spur von Spott in ihrer Heiterkeit. Der Venusianer fragte, obwohl er die Antwort sicher schon wusste: "Warum willst du das mitnehmen?"

Ich erklärte, dass ich hoffte, es könnte als Beweis ihres Besuches dienen und sagte ihm, dass die Menschen normalerweise sogenannte "konkrete Anhaltspunkte" verlangten, und dass ich zu beweisen hoffte, nicht nur "alles erfunden zu haben", wenn ich von meinem ersten Treffen mit ihm erzählte.

Immer noch lächelnd, antwortete er: "Ja, und Sie sind eine Art Souvenirjäger, nicht wahr! Allerdings werden Sie feststellen, dass diese Legierung die gleichen Metalle wie auf Eurer Erde enthält, da sie auf allen Planeten ähnlich sind"

Hier, glaube ich, ist ein geeigneter Moment, um meinen Lesern zu sagen, dass mir keine Namen, wie wir sie kennen, für diese Personen, die ich aus anderen Welten traf, mitgeteilt wurden. Der Grund dafür wurde mir erklärt, aber ich kann ihn hier nicht vollständig wiedergeben. Hierzu genügt die Feststellung, dass es darum kein Geheimnis gibt, sondern dass sie ein ganz anderes Konzept von Namen, wie wir sie verwenden, haben.

Während dieser namenlose Zustand keine Unannehmlichkeiten in meinen Begegnungen mit diesen neuen Freunden darstellte, merke ich, dass dies sicherlich bei den Lesern der Fall wäre, vor allem im letzten Teil dieses Buches, wenn die Anzahl der Kontakte ansteigt. Da wir auf dieser Welt abhängig sind von unserer Art, uns gegenseitig Namen zu geben, werde ich dies tun.

Obwohl ich sehr deutlich darauf hinweise, dass die Namen, die ich diesen neuen Freunden gebe, nicht ihre richtigen Namen sind, möchte ich hinzufügen, dass ich meine eigenen guten Gründe für diese Wahl habe und dass sie nicht ohne Bedeutung in Bezug auf diejenigen sind, die diese Namen in diesem Buch tragen. Den Marsmenschen werde ich Firkon nennen. Der Saturnmensch ist Ramu. Mein Name für den Venusmenschen lautet Orthon.


2: In einem Venus-Späherschiff

Kurz nach unserer Ankunft drehte sich Orthon um, betrat das Schiff und deutete mir an, ihm zu folgen. Firkon und Ramu taten dies sofort. Wie ich schon erwähnte, stand das Späherschiff fest auf dem Boden und es bedurfte nur eines kleinen Schrittes, um hinein zu gelangen.

Obwohl ich schon bei unserem Eintreffen bei dem Späherschiff etwas ahnte, ist meine jetzige Freude hier an Bord kaum beschreiblich. Bei meinem ersten kurzen Einblick fragte ich mich, ob sie es nur bezweckten, mir zu zeigen, wie dieses Späherschiff innen aussah, oder - ich wagte es kaum zu hoffen - mich vielleicht sogar auf eine Reise durch den Weltraum mitzunehmen...?

Wir traten direkt durch eine Tür in die Ein-Zimmer-Kabine ein, die hoch genug war, um es Ramu, dem grossen Saturnianer, zu ermöglichen, ohne sich zu bücken in das Schiff einzutreten. Als er als Letzter eintrat und seinen Fuss auf den Kabinenboden gesetzt hatte, schloss sich leise die Tür. Ich hörte ein ganz leichtes Summen, das sowohl aus dem Boden her kam sowie aus einer schweren Spule, die offenbar in dem oberen Teil der ringförmigen Wand eingebaut war. Als das Summen anfing, begann diese Spule, hellrot zu leuchten, strahlte jedoch keine Wärme ab. Ich erinnerte mich, dass ich bei meinem ersten Kontakt solch eine strahlende Spule bemerkt hatte. Aber bei dieser Gelegenheit hatte sie verschiedene Farbentöne in rot, blau und grün abgegeben wie ein blinkendes Prisma in der Sonne.

Ich wusste kaum, wo ich zuerst hinschauen sollte. Ich staunte erneut über die unglaubliche Art und Weise, wie sie Teile zusammenfügen konnten, so dass die Verbindungsstellen nicht wahrnehmbar waren. So wie ich bei meiner ersten Begegnung nicht die Spur einer Eingangstür in dem Späherschiff finde konnte, war die Tür jetzt nicht zu finden, die sich hinter uns geschlossen hatte; es sah nur aus wie eine feste Wand.

Alles schien gleichzeitig stattzufinden: das sanfte Schliessen der Tür, das leise Summen wie von einem Bienenschwarm, der Schein der oberen Spule und das stärkere Licht in dem Schiff.

Es war alles so aufregend, dass ich gezwungen war, mich fest in fest in den Griff zu bekommen, um mich auf eine Sache konzentrieren zu können. Ich wollte dieses Schiff mit einem klaren Eindruck verlassen, um alles, was ich gesehen hatte, korrekt beschreiben zu können.

Ich schätzte den Innendurchmesser der Kabine auf ungefähr 5,40 m. Ein etwa 60 cm dicker Pfeiler erstreckte sich von der Spitze der Kuppel bis zur Mitte der Etage. Später wurde mir gesagt, dass dies der Magnetpol des Schiffes sei, durch den sie die Naturkräfte für den Antrieb nutzen konnten, aber sie erklären mir nicht, wie dies funktionierte.

"Die obere Spitze des Pols", erklärte Firkon, "ist in der Regel positiv, während die untere, die, wie Sie bemerken werden, nach unten durch den Boden geht, negativ ist. Aber, wenn nötig, können diese Pole nur per Knopfdruck umgekehrt werden."

Ich bemerkte, dass gute 2 Meter der Bodenmitte von einer klaren, runden Linse belegt waren, durch die der Magnetpol zentriert wurde. Auf beiden Seiten dieser grossen Linse standen dicht an der Kante zwei kleine, aber gemütliche Bänke, die sich der gebogenen Umgebung anpassten. Ich wurde eingeladen, auf eine dieser Bänke Platz zu nehmen und Firkon setzte sich neben mich, um mir zu erklären, was los war. Ramu nahm einen Platz auf der gegenüberliegenden Bank ein, während Orthon an das Bedienpult ging. Dieses war an der Aussenwand zwischen den beiden Bänken gelegen, direkt gegenüber der nun unsichtbaren Tür, durch die wir in das Späherschiff eingetreten waren.

Als wir sassen, rastete ein kleiner, biegsamer Steg direkt über unserem Bauch ein. Dieser Steg bestand entweder ganz oder zu einem grossen Teil aus einer Art weichem, gummierten Material.

Sein Zweck war offensichtlich - eine einfache Sicherung gegen einen Sturz nach vorn oder bei einem Verlust des Gleichgewichtes.

Firkon erklärte: "Manchmal, wenn ein Schiff gründlich geerdet ist, gibt es einen scharfen Ruck beim Abheben von der Erde. Obwohl dies nicht sehr oft geschieht, sind wir immer bereit." Er lächelte und fügte hinzu: "Genau das gleiche Prinzip wie die Sicherheitsgurte in Euren eigenen Flugzeugen."

Ich konnte es immer noch kaum glauben, dass mir so etwas Wunderbares tatsächlich passierte. Schon seit meiner ersten Begegnung mit dem Venusianer, nachdem er gegangen war und ich mit einem unaussprechlichen Gefühl des Verlustes und der Sehnsucht, mit ihm zu gehen, zurückblieb, hatte ich gehofft und geträumt, dass ich eines Tages ein solches Privileg haben würde. Nun, da es sicher schien, dass wir für eine Reise in den Weltraum vorbereitet waren, konnte ich vor Freude kaum an mich halten. Wieder und wieder erinnerte ich mich, dass ich alles was ich sehen und lernen würde, so speichern müsste, dass ich meine Erfahrungen so gut es ging mit anderen teilen könnte.

"Dieses Schiff", fuhr Firkon fort, "wurde für eine Zwei-Mann-Besatzung gebaut oder höchstens drei. Aber im Notfall können darin viel mehr in Sicherheit gebracht werden. Allerdings ist dies nicht oft notwendig.

Er erläutern dies nicht weiter und ich fragte mich, ob er mit "Notfall" eine Rettungsaktion eines anderen Späherschiffs, das in Schwierigkeiten geraten war, meinte. Ich war so beeindruckt von dieser Betrachtung aus erster Hand und den erstaunlichen Ergebnissen ihrer wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass es fast unmöglich war, Fehler jeglicher Art zu visualisieren. Ich musste mich daran erinnern, dass auch sie menschliche Wesen waren und, egal wie weit sie uns voran waren, konnten ihnen noch Fehler und Irrtürmer unterlaufen.

Ich richtete meine Aufmerksamkeit auf die Grafiken und Diagramme, die die Wände über etwa drei Meter auf beiden Seiten der Tür, die ich nicht sehen konnte, vom Boden bis zur Decke bedeckten. Sie waren faszinierend, ganz anders als alles, was ich je auf der Erde gesehen hatte und ich versuchte, ihren Zweck zu erraten. Es gab keine Anzeigeinstrumente, aber es blinkte in wechselnden Farben und Intensitäten. Einige von ihnen bewegten sich wie farbige Linien über bestimmte Tabellen. Einige bewegten sich auf und ab, andere kreuzweise, während weitere die Formen der verschiedenen geometrischen Figuren annahmen.

Die Bedeutungen und Funktionen wurden mir nicht erklärt und ich bezweifelte, ob ich es verstanden hatte, aber ich merkte, dass alle drei meiner Kameraden aufmerksam die stattfindenden Änderungen registrierten. Ich erhielt den Eindruck, dass die Instrumente unter anderem die Fahrtrichtung, die Annäherung eines anderen Gegenstands sowie die Gegebenheiten in der Atmosphäre oder im Weltraum anzeigten.

Die Wand, die sich über eine Länge von etwa 3 Metern direkt hinter den Bänken, auf denen wir sassen, entlang zog, schien solide und fest, während sich auf derjenigen gegenüber unseres Eintrittspunktes ähnliche Diagramme befanden, die jedoch in gewisser Weise von den beschriebenen abwichen. Die Instrumententafel des Piloten war anders als alles, was ich mir hatte vorstellen können. Der beste denkbare Vergleich ist der mit einer Orgel. Doch statt Tasten und Registern gab es Reihen von Knöpfen. Sie wurden beleuchtet von kleinen Lämpchen, die so eingestellt waren, dass jedes fünf Tasten gleichzeitig beleuchtete. Soweit ich mich erinnern kann, gab es sechs Reihen dieser Tasten, wobei jede Reihe etwa 2m lang war.

Vor dieser Tafel befand sich ein Pilotensitz, der den Bänken sehr ähnelte, auf denen der Rest von uns sass. Dicht neben dieser Bank, gut positioniert für die einfache Nutzung durch den Piloten, befand sich ein eigentümliches Instrument, das direkt an den Magnetpol angeschlossen war. Firkon bestätigt meine unausgesprochene Vermutung hinsichtlich seiner Verwendung mit den Worten: "Ja, das ist ein Periskop, so etwas wie Ihr auf den U-Booten einsetzt." Als ich die verschiedenen Lichter über den Tafeln und Wand-Grafiken sah, die abwechselnd stärker und schwächer wurden, wurde mir ganz klar, warum diese durchsichtigen Schiffe so oft als wechselnde Farben bezeichnet werden, wenn sie sich durch unseren Himmel bewegen. Aber dazu tragen noch andere Faktoren bei. Viele der Farbwechsel und die glänzenden Koronas, die oft die Fliegenden Untertassen umgeben, sind das Ergebnis unterschiedlicher Intensitäten der Energie, die strahlenförmig in die Atmosphäre austritt und die direkte Umgebung der Schiffe durch einen Prozess ähnlich der Ionisation beleuchtt.

Innerhalb des Schiffes gab es nicht eine einzige dunkle Ecke. Ich konnte es nicht ausmachen, woher das Licht kam. Es schien jeden Hohlraum und jede Ecke mit einem weichen ansprechenden Glanz auszuleuchten. Es gibt keine Möglichkeit, dieses Licht genau zu beschreiben. Es war weder weiss, noch war es blau, noch hatte es irgend eine andere Farbe, die ich nennen könnte. Stattdessen schien es aus einer Mischung aller Farben zu bestehen, obwohl ich manchmal glaubte, die eine oder andere würde überwiegen.

Ich war so vertieft in den Versuch, dieses Rätsel zu lösen und gleichzeitig jedes Detail dieses faszinierenden Schiffes zu registrieren, dass ich mir nicht bewusst war, dass wir bereits abgehoben hatten, obwohl ich plötzlich ein leichtes Gefühl von Bewegung spürte. Aber es war kein Gefühl der enormen Beschleunigung, noch von Veränderungen in Druck und Höhe, wie es in einem unserer Flugzeuge schon bei halber Geschwindigkeit gewesen wäre. Auch hatten wir keinen Ruck erfahrenen, als wir den Kontakt mit dem Boden verloren. Ich hatte den Eindruck von Solidität und enormer Sanftheit, mit etwas mehr Gefühl der Bewegung als die der unmerklichen Erdbewegung selbst, wenn sie sich mit 30 km pro Sekunde um die Sonne dreht. Andere, die ebenfalls das Privileg hatten, in diesen Fliegenden Untertassen zu sein, waren genauso angetan von dieser Bewegungsempfindung oder vielmehr von dem fast nicht Vorhandensein. Aber die Tatsache ist, dass ich diese vielen Fragen, die mir in den Sinn kamen, erst später anfangen konnte, sie zu sortieren., nachdem ich auf der Erde zurück war und mir die Erfahrungen der Nacht noch einmal durch den Kopf gehen lassen konnte.

Meine Aufmerksamkeit wurde nun auf die grosse Linse zu meinen Füssen gerichtet. Eine erstaunliche Aussicht traf meine Augen! Wir schienen die Dächer einer kleinen Stadt zu überfliegen, ich konnte Objekte identifizieren, als wären wir nicht mehr als 30 m über dem Boden. Mir wurde erklärt, dass wir uns tatsächlich in ca. 3 km Höhe befanden und immer noch aufstiegen, aber dieses optische Gerät hatte solch eine Vergrösserung, dass einzelne Personen ausgewählt und studiert werden konnten, falls gewünscht, auch wenn sich das Schiff viele Kilometer hoch und aus den Augen befand.

"Die zentrale Säule oder der Magnetpol dient einem doppelten Zweck", erklärte mein Banknachbar. "Er erzeugt nicht nur den grössten Teil der Energie für den Flug, sondern dient auch als leistungsstarkes Teleskop mit dem einem Ende, das nach oben durch die Kuppel in den Himmel reicht, und dem anderen nach unten durch den Boden, um das Land darunter zu inspizieren. Die Bilder werden in die beiden grossen Linsen im Boden und in der Decke projiziert, wie man sehen kann."

Er erklärte nicht, ob dies elektronisch geschehen war oder durch andere Massnahmen. Die Vergrösserungen konnten beliebig variiert werden und ich vermute, dass es mehr war als ein einfaches optisches System, wie wir es auf der Erde kennen.

Ich blickte hinauf in die durchscheinende Kuppel. In der klaren Bergluft meiner Heimat schienen die Sterne immer zum Berühren nahe zu sein, aber durch diese Deckenlinse schienen sie tatsächlich direkt über uns zu sein. Als ich von der Beobachtung des Himmels zur Erde wechselte, die unter uns rasant blinkte, bemerkte ich vier Kabel, die scheinbar durch den Boden der Linse führten (oder unmittelbar darunter) bis zu dem zentralen Pol in der Form eines Kreuzes.

Der Marsianer, der die Veränderung meines Interesses festgestellt hatte, erklärte: "Drei dieser Kabel führen Strom aus dem Magnetpol zu den drei Bällen unter dem Schiff, die, wie Sie gesehen haben, manchmal als Lande-Fahrwerk eingesetzt werden. Diese Kugeln sind hohl, und obwohl sie für eine Notlandung abgesenkt und für den Flug wieder eingezogen werden können, dient ihr wichtigster Zweck als Kondensatoren für die statische Elektrizität, die sie aus dem Magnetpol erhalten. Diese Kraft ist überall im Universum vorhanden. Eines ihrer natürlichen, aber konzentrierten Erscheinung ist der Blitz.

"Das vierte Kabel", fuhr er fort, "reicht von dem Pol zu den beiden periskopähnlichen Instrumenten, das eine neben dem Pilotensitz und das andere direkt hinter seinem Sitz, aber nahe am Rand der zentralen Linse, wie man sehen kann. Diese Instrumente sind wirklich Erweiterungen des wichtigsten optischen Systems und ermöglichen dem Piloten, alles, was vor sich geht, zu sehen, ohne seinen Platz zu verlassen. Sie können an- und ausgeschaltet oder beliebig angepasst werden, so dass beide Mitglieder der üblichen Mannschaft das Teleskop nutzen können, ohne sich gegenseitig zu stören."

Alle Maschinen befanden sich unter dem Boden des Laderaums und unter dem äusseren Flansch, wie es deutlich auf dem Foto dieses Späherschiffs zu sehen ist. Ich habe keine davon wirklich gesehen, aber mir wurde ein sehr kleiner Raum gezeigt, der sowohl als Eingang zu dem Maschinenraum diente als auch als Werkstatt für Notreparaturen. Hier gab es eine kleine Schmiede und ein paar Schränke, in denen vermutlich das notwendige Werkzeug und Materialien aufbewahrt wurden. Gerade als ich durch diese Tür in diesen Raum schaute, sagte der Pilot: "Bereiten Sie sich für die Landung vor. Wir sind in der Nähe unseres Mutterschiffs."

Ich konnte es nicht glauben. Es schien, dass nur ein paar Minuten verflogen waren, seitdem wir das Späherschiff betreten hatten.

Nur einen Moment früher erschien die Wand hinter der Bank, auf der wir gesessen hatten, solide. Nun begann sich ein rundes Loch aufzutun! Ich sah erstaunt, wie es sich weiter öffnete, eher wie die Iris einer Kamera. Kurz darauf erschien ein 45 cm breites Bullauge. Dieses erklärte somit die Bullaugen in den Fotografien der Fliegenden Untertasse, von denen ich bis jetzt keine Anzeichen gesehen hatte.

Wie die Tür, durch die wir eintraten, waren ihre Abdeckungen so eingebaut, dass sie in geschlossenem Zustand nicht nachweisbar waren. Gemäss meiner Fotos schätzte ich, dass es vier Bullaugen auf jeder Seite sein müssten, also insgesamt acht.

"Das ist richtig", nickte Orthon bestätigend, "und per Knopfdruck können sie alle zusammen oder auch einzeln geöffnet werden - und natürlich in der gleichen Art und Weise geschlossen werden."

Als der Pilot uns von der bevorstehenden Landung informierte, sagte der Marsianer: "Sie werden das sicher gern sehen wollen!"

Bei der Aussicht auf eine wahrhaftige Landung auf einem Mutterschiff stiegen meine Gefühle unbeschreiblich. Um Gelassenheit kämpfend, formulierte mein Verstand die Frage, wo das Mutterschiff wartete und in welcher Weise wir landeten.

Sofort beantwortete Orthon beide Fragen unausgesprochen. "Dies ist das gleiche grosse Mutterschiff, auf das Sie und Ihre Gruppe letztes Jahr in der Wüste bei unserem ersten Treffen aufmerksam wurden. Es hat hier auf uns gewartet und befindet sich im Moment etwa 12.000 m über Eurer Erde. Sehen Sie hin und Sie werden sehen, wie diese kleinen Schiffe landen und auf ihre Träger gelangen."

Fasziniert schaute ich durch die Bullaugen. Dort unten konnte ich einen riesigen schwarzen Schatten regungslos unter uns ausmachen. Als wir näher kamen, schien sich seine grosse Masse fast bis ausser Sichtweite auszudehnen, und ich konnte seine grossen Seiten, nach aussen und unten geschwungen, sehen. Langsam, ganz langsam, näherten wir uns, bis wir fast an der Spitze des grossen Trägers waren. Ich war nicht erstaunt, als mein Begleiter mir sagte, er sei etwa 45 m im Durchmesser und fast 610 m lang.

Das Schauspiel dieses riesigen zigarreförmigen Trägerschiffes, das dort bewegungslos in der Stratosphäre hing, wird in meiner Erinnerung nie verblassen.


3: Das Venus-Mutterschiff

Unser kleines Raumschiff glitt nach unten in Richtung der Oberseite des Mutterschiffes, ähnlich wie ein Flugzeug auf dem Deck eines Flugzeugträgers landet. Während ich zuschaute, erschien eine gekrümmte Luke bzw. eine Öffnung, die mich an einen grossen gaffenden Wal erinnerte. Wer die Fotos von diesem Schiff gesehen hat, wird sich erinnern, dass es eine leicht nach unten abgerundete Nase hat. Diese Luke befand sich weit am anderen Ende des zylindrischen Schiffskörpers, kurz bevor die abgerundete Nase sichtbar wurde. Als wir aufsetzten, bewegte sich das Schiff nach vorn in die Luke und neigte sich nach unten, als es seine Reise in den Innenraum des mächtigen Schiffes begann. Hier spürte ich zum ersten Mal ein Gefühl des Absinkens in der Magengrube. Ich kann mir vorstellen das dies aufgrund der Tatsache geschah, dass die Fliegende Untertasse nicht mehr ihre eigene Kraft nutzte, sondern jetzt unter der Schwerkraft des Mutterschiffes stand.

Wir reisten in einem nicht zu steilen Winkel abwärts, da der Flansch des Späherschiffes langsam und gleichmässig auf zwei Schienen geführt wird und seine Sinkgeschwindigkeit durch Friktion und Magnetismus in dem Flansch kontrolliert wird. Orthon hatte dies unter seiner vollständigen Kontrolle, wie ich fand, denn als ich einmal fast mein Gleichgewicht verlor, hielt er das Schiff kurz an, damit ich es wieder erlangen konnte. Dann wurde das langsame, sanfte Gleiten fortgesetzt, bis wir nach meiner Einschätzung etwa die Mitte zwischen Dach und Boden des Mutterschiffes erreicht hatten. Hier wurde das Späherschiff gestoppt und die Tür öffnete sich sofort.

Draussen sah ich einen Mann auf einer 4,5 Meter langen und 2 Meter breiten Plattform. Er hielt etwas, das wie eine an einem Kabel befestigte Metallklemme aussah. Er war nicht sehr gross, ich schätzte ihn auf 1,65 Meter - und ich bemerkte, dass er eine dunklere Hautfarbe als die der Weltraummenschen, die ich gesehen hatte, besass. Er trug einen braunen Overall, der in Farbe und Stil dem ähnlich war, den Orthon bei unserer ersten Begegnung getragen hatte. Unter einer Art dunklen Baskenmütze kamen schwarze Haare hervor.

Ich folgte Firkon aus dem Späherschiff hinaus und Ramu kam hinter mir her. Orthon verliess es als Letzter. Der Mann mit der Baskenmütze lächelte und nickte jedem von uns zu, als wir auf die Plattform hinaus traten, es wurden aber keine Worte gewechselt.

Von dieser Plattform ging es etwa ein Dutzend Schritte nach unten zu einem der Decks des riesigen Schiffes. Als ich dort hingeführt wurde, hatte ich Zeit zu bemerken, dass unserer Späherschiff genau vor dem Übergang zu den Schienen angehalten hatte, wo wir angekommen waren. Ein Schienenpaar führte weiter durch das Schiff und krümmte sich abwärts, bis es ausser Sichtweite kam. Zwischen ihnen war ein dunkler Raum, der jede Sicht auf das, was darunter lag, verhinderte. Das andere Schienenpaar führte von der Kreuzung, an der das Schiff angehalten hatte, geradeaus weiter zu einem riesigen Hangar oder Lagerdeck im Heck des Mutterschiffes in dem ich mehrere identische Späherschiffe, auf Schienen aufgereiht, sehen konnte.

"Dies ist die Lagerhalle, in der die kleinen Schiffe während des interplanetaren Fluges befördert werden", erklärte Firkon, der auf der Treppe kurz neben mir anhielt. "Wären wir auf einen anderen Planeten geflogen, hätte unser Späherschiff auf der Plattform nur angehalten, um uns aussteigen zu lassen. Dann hätte es die Kreuzung passiert und seinen Platz in diesem grossen Hangar eingenommen. Aber da wir später zur Erde zurückkehren werden, muss das Späherschiff auf dieser Plattform wieder aufgeladen werden."

Ich blickte zurück und sah, dass der Mann auf der Plattform bereits die Klammer an das Kabel über dem Flansch des Späherschiffes angebracht hatte, so dass es sowohl mit dem Flansch als auch mit der Schiene darunter verbunden war.

Ich habe keine Ahnung, wie diese Aufladeprozedur durchgeführt wurde, für mich sah die Klemme aus wie die eines Maschinisten auf der Erde. Ich konnte auch nicht erkennen, womit das andere Ende des Kabels verbunden war. Vielleicht war der Kontakt zwischen der Klemme und der Schiene notwendig, um den Stromkreis zu schliessen, und, wer weiss, vielleicht wurde es sogar an einen unsichtbaren Schaltkreis direkt unter dem Rand des Späherschiffes angeschlossen. Ich wollte keine weitere Verzögerung durch Fragen verursachen.

Obwohl ich die Frage nicht gestellt hatte, antwortete Firkon freiwillig: "Diese kleinen Schiffe sind unfähig, ihren eigenen Strom in grossem Umfang zu erzeugen und machen nur relativ kurze Fahrten von ihren Trägern weg, um dann zum Aufladen zurück zu kehren. Sie werden für eine Art Shuttle-Service zwischen den grossen Schiffen und jedem beliebigen Kontakt- oder Beobachtungspunkt eingesetzt und müssen immer von der Stromanlage des Mutterschiffes voll aufgeladen werden."

Am unteren Ende der Treppe betraten wir einen grossen Kontrollraum in rechteckiger Form, aber mit abgerundeten Ecken. Dieser Raum, schätze ich, war etwa 10,6 Meter auf 13,7 Meter gross und etwa 12Meter hoch. Bis auf zwei Türöffnungen waren die Wände wie die des Späherschiffes vollständig mit farbigen Grafiken und Diagrammen bedeckt, aber in einem grösseren Massstab und zahlreicher.

Entlang allen vier Seiten des Raumes gab es drei Plattformreihen, von denen aus die vielen Instrumente beobachtet und studiert werden konnten. Ein Haupt-Teleskop stand auf der obersten Plattform, und ein anderes auf der unteren Plattform. Von diesen beiden führten elektronische Erweiterungen zu vielen anderen Instrumenten in anderen Teilen des Schiffes, die es ermöglichten, so wurde mir gesagt, diese beiden Teleskope von vielen Orten auf dem Schiff einzusetzen.

Auch in diesem Zimmer gab es einen Roboter, vor dessen Beschreibung ich gewarnt wurde. Ich hatte eine Miniatur-Version dieses Roboters in dem Späherschiff bemerkt. Es gab auch einige Maschinen in diesem Kontrollraum, von denen keine, so weit ich sehen konnte, irgendwelche beweglichen Teile hatte.

Ich hätte gern in diesem Raum für eine nähere Beobachtung all dieser Grafiken, Diagramme, Farben, Maschinen und Geräte sowie deren Bedienung zu befragen angehalten, aber dieses Privileg wurde mir nicht gewährt. Stattdessen gingen wir direkt durch diesen Kontrollraum und durch eine zweite Tür, die in das schönste Wohnzimmer oder einen Salon, das ich je gesehen habe, führte. Seine Einfachheit und Pracht nahm mir den Atem und ich keuchte, als ich kurz in der Tür stand, nicht nur über den Reichtum seiner Einrichtung staunend, sondern ebenso über seine wunderbare harmonische Ausstrahlung.

Ich weiss nicht, wie viel Zeit ich zur Erholung von diesem unerwarteten Erlebnis benötigte, aber schliesslich war ich in der Lage, mich genauer umzusehen. Die Decke, schätze ich, war etwa 4,5 Meter hoch und das Zimmer konnte nicht weniger als 12 Quadratmeter gewesen sein. Es war erfüllt von einem weichen, geheimnisvollen blau-weissen Licht, und doch sah ich keine Beleuchtungskörper und nirgends eine Ungleichheit in der Helligkeit.

Als ich durch die Tür in diesen luxuriösen Salon eintrat, wurde meine Aufmerksamkeit sofort von zwei unglaublich schönen junge Frauen angezogen, die sich von einem der Sofas erhoben und auf uns zu kamen, als wir eintraten.

Dies war in der Tat eine gewaltige Überraschung, da ich aus unerklärlichem Grund mir noch nie Frauen als Raumfahrerinnen vorgestellt hatte. Ihre blosse Anwesenheit und aussergewöhnliche Schönheit sowie die Freundlichkeit, mit der sie uns so offensichtlich begrüssten, waren zusammen mit dem luxuriösen Hintergrund in diesem ausserirdischen Schiff überwältigend.

Die kleinere der beiden Frauen berührte meine Hand zu dem bewussten Gruss, dann drehte sie sich sofort um und ging zu einem anderen Teil des Raumes. Dann beugte sich die grössere und scheinbar jüngere der Frauen vor und berührte meine Wange mit den Lippen. Die andere schöne Frau kehrte mit einem kleinen Glas farbloser Flüssigkeit zurück, die sie vor mich hielt.

Zutiefst berührt über die herzliche Freundlichkeit dieser Menschen dankte ich ihr und nahm das Glas. Das Wasser (wenn es das ist, wofür ich es hielt) schmeckte wie unser eigenes Quellwasser. Es schien jedoch ein wenig dichter, mit einer Konsistenz etwa wie ein sehr dünnes Öl. Als ich es trank, versuchte ich, meine Fassung wieder zu erlangen und die Bilder dieser schönen jungen Frauen unauslöschlich in meinem Kopf zu speichern.

Diejenige, die mir das Wasser gebracht hatte, war etwa 1,60 Meter gross. Ihre Haut war sehr hell und ihr goldenes Haar fiel in Wellen bis knapp unterhalb ihrer Schultern in einer schönen Symmetrie. Ihre Augen waren goldener als jede andere Farbe und hatten einen Ausdruck, der sowohl sanft als auch fröhlich war. Ich hatte das Gefühl, dass sie alle meine Gedanken lesen konnte. Ihre Haut war fast durchsichtig ohne jeglichen Makel, besonders zart, aber fest und hatte eine warme Ausstrahlung. Ihre Züge waren fein gemeisselt, die Ohren klein, mit schönen weissen Zähnen. Sie sah sehr jung aus. Ich schätzte, dass sie nicht viel mehr als zwanzig Jahre alt sein konnte. Ihre Hände waren schlank mit langen, spitzen Fingern. Ich bemerkte, dass weder sie noch ihre Begleiterin Make-up jedwelcher Art auf ihren Gesichtern oder Fingernägeln trugen. Die Lippen der Beiden zeigten ein natürliches Tiefrot. Sie trugen keinerlei Schmuck. In der Tat würde eine solche Zierde nur dazu gedient haben, von ihrer eigenen natürlichen Schönheit abzulenken.

Beide Frauen trugen Kleider aus einem schleierähnlichen Material, die bis zu den Knöcheln gingen, und beide Gewänder waren in der Taille von einem markanten Gürtel in einer Kontrastfarbe gebunden, in den echte Steine eingewebt zu sein schienen.

Das Gewand der kleinen Blonden war in einem reinen Hellblau, und ihre winzigen goldenen Sandalen waren in der selben Farbe. Später erfuhr ich, dass sie ein Bürger des Planeten, den wir als die Venus kennen, war. Kalna ist der Name, den ich ihr geben möchte.

Ilmuth ist mein Name für die andere Frau. Sie war grösser und in einem stärkeren Brünett. Auch ihr Haar fiel bis knapp unter die Schultern, und es war schön gewellt in schwarz mit rotbraunem Schimmer. Ihre grossen Augen waren schwarz und leuchtend, mit braunen Tupfen. Sie hatte den gleichen fröhlichen Ausdruck wie ihre Begleiterin und ich spürte, dass auch sie meine innersten Gedanken lesen konnte. In der Tat ist dies ein Eindruck, den ich von jeder Person, die ich von den Welten jenseits unserer eigenen erhalten habe. Die Farbe des Kleides dieser schönen Brünetten war ein blasses, sattes Grün und ihre Sandalen waren aus einem Kupfer-Farbton. Ilmuth war wie Firkon eine Bewohnerin des Planeten Mars.

Ich weiss, dass mein Versuch, diese Damen aus anderen Welten zu beschreiben, unmöglich ist. Vielleicht dient meine unzureichende Beschreibung dem Leser dazu, sich in seiner eigenen Phantasie ein Bild der perfekten Schönheit vorzustellen und dann zu wissen, dass er sicherlich die Wirklichkeit verfehlt hat.

Als ich den kleinen Becher Wasser ausgetrunken hatte, wurde ich gebeten, Platz zu nehmen. Diese Einladung habe ich gerne angenommen.

An der Wand genau gegenüber der Tür, durch die wir eintraten, hing ein Porträt, das mit Sicherheit ein göttliches Wesen zeigte. Die Gefühle, die durch die Schönheit der zwei jungen Frauen in mir aufgekommen waren, waren sofort vergessen bei dieser wunderbaren Ausstrahlung des Porträts, die mich umhüllte. Es zeigte den Kopf und die Schultern eines Wesens im Alter von 18 bis 25 Jahren, dessen Gesicht die perfekte männlich-weibliche Übereinstimmung verkörperte, und dessen Augen voller unbeschreiblicher Weisheit und Mitgefühl waren.

Ich weiss nicht, wie lange ich von dieser Schönheit hingerissen war. Sie hielt so lange an, bis ich mich wieder in das Bewusstsein für meine Umgebung einliess. Ich brauchte nicht zu fragen, wer dieses Wesen war. Kalna brach das Schweigen mit den Worten: "Das ist unser Symbol des zeitlosen Lebens.

Sie werden es in jedem unserer Schiffe sowie in unseren Häusern finden. Da wir dieses Symbol immer vor unseren Augen haben, finden Sie kein Alter unter unseren Leuten."

Auf der einen Seite des Raumes stand ein langer Tisch, umgeben mit Stühlen. Ich hatte den Eindruck, dass die Schiffsbesatzung diesen Tisch zum Essen und vielleicht auch als Konferenztisch nutzte. Ich hatte eine Ahnung, dass die Zahl der Besatzungsmitglieder dreistellig sein würde, obwohl ich nur wenige zu dieser Gelegenheit gesehen hatte. Ich konnte meinen Eindruck nicht überprüfen, aber mein Gefühl bezüglich des Tisches wurde von Firkon begründet. Ich erfuhr auch, dass die Besatzung und ihre Gäste den grösseren Teil des Raumes als Aufenthaltsraum nutzte, während die Besatzungsmitglieder während des Fluges nicht an ihren unterschiedlichen Posten waren. Der übrige Raum war sehr ähnlich der Art auf Erden lässig mit Liegen, Sofas und Stühlen in verschiedenen Ausführungen und Grössen ausgestattet. Jedoch waren diese niedriger und bequemer als unsere sowie anmutiger in Design und Erscheinung. Sie waren aus einem ganz weichen brokatähnlichen Gewebe. Die Farben waren unterschiedlich und schön anzusehen - satt, warm und gedämpft.

Neben den Stühlen standen niedrige Glas- oder Kristall-Tische mit interessanten, dekorativen Mittelstücken. Aber am auffallendsten war für mich der Aschenbecher. Ich wusste instinktiv, dass diese Menschen nicht nikotinsüchtig sein konnten und ich liess meine Zigaretten in meiner Tasche. Einmal zog ich sie jedoch durch die Macht der Gewohnheit hervor. Als die kleine Dame von der Venus dies bemerkte, sagte sie lächelnd: "Sie können rauchen, wenn Sie möchten. Ich werde Ihnen einen Aschenbecher geben. Sie sehen, nur die Erdenmenschen frönen dieser seltsamen Gewohnheit!"

Ich dankte ihr und steckte das Paket in meine Tasche zurück, ohne eine Zigarette anzuzünden.

Um mit meiner Beschreibung fortzufahren: Der ganze Boden war mit einem einzigen luxuriösen Teppich, der bis zu den Wänden reichte, ausgelegt. Mittelbraun und perfekt glatt, mit einem tiefen, weichen Flor, darauf zu laufen war wunderschön.

Als wir gebeten wurden, uns hinsetzen, fand ich mich auf einer der längeren Liegen zwischen Firkon und Ramu. Direkt gegenüber, in einem angenehmen Konversations-Abstand, war ein weiteres Sofa der gleichen Form und Grösse. Hier setzten sich die beiden Damen mit Orthon zwischen ihnen hin. Ich hielt noch immer das leere Wasserglas in der Hand und stellte es nun auf dem niedrigen Tisch vor uns ab.

Das Material dieses Bechers interessierte mich. Es war glasklar, ohne Ätzung jeglicher Art. Es fühlte sich nicht wie unser Glas an, noch wie Plastik. Ich hatte keine Ahnung, aus welchem Material es hergestellt war, aber ich hatte den Eindruck, dass es unzerbrechlich war.

Nachdem ich die herausragendsten Merkmale der Einrichtung entdeckt hatte, liess ich meine Augen an den Wänden entlang wandern. Zu meiner Rechten sah ich eine grosse und schöne Tür einen Spalt breit offen, ohne sichtbaren Türknopf oder Riegel. Kalna erzählte mir, dass sie in einen Lagerraum führte und fügte hinzu: "Unser Schiff ist oft lange abwesend von unserem Heimatplaneten, wenn wir reisen und den Weltraum studieren. Wir landen auch nicht immer auf anderen Planeten während solcher Reisen. Folglich sind grosse Anlagen zur Lagerung von Gütern und Ausrüstungen notwendig.

Die Tür, die Sie da drüben in der gegenüberliegenden Wand sehen, führt in eine Küche."

Diese Tür führte zu dem Teil des Raumes, der zum Essen genutzt wurde. Ich wurde nicht in einen dieser Räume gebeten.

Ich studierte mit Interesse ein grosses Bild neben der Tür an der Wand rechts neben mir. Es zeigte eine Stadt, die sich auf den ersten Blick wenig von denen auf unserer Erde unterschien, ausser dass sie in Kreisform statt rechteckig, wie bei uns üblich, abgebildet war. Aber die Architektur war sehr unterschiedlich. Ich weiss kaum, wie ich es beschreiben soll, denn keine unserer vielen architektonischen Stilrichtungen ist hier anwendbar. Hier herrschte eine Perfektion anmutiger Leichtigkeit und Zartheit, wonach viele unserer modernen Architekten streben, sie jedoch noch nie ganz erreicht haben. Es war die Art von Stadt, von der Menschen träumen, die aber nie auf unserer Erde zu sehen war. Noch bevor ich es erfuhr, erriet ich, dass die hier abgebildete Stadt auf der Venus liegt, dem Heimatplaneten dieses Schiffes.

Auf der anderen Seite der Tür hing ein weiteres Gemälde, eine idyllische Szene von Hügeln und Bergen mit einem durch die Felder fliessenden Bach. Diese hätte eher als eine Erdenszene durchgehen können, ausser dass die Bauernhäuser nicht in der Landschaft verstreut waren, sondern auch kreisförmig angelegt waren. Mir wurde erklärt, dass diese Anordnung für eine kleine, autarke Gemeinschaft praktikabler ist, da sie alles Notwendige für die Versorgung der Landbevölkerung beinhaltete. Auf der Venus herrscht in jeder Hinsicht eine wirkliche Gleichheit, einschliesslich der Warenzuteilung. Dadurch werden Stadtfahrten nur zum Vergnügen oder aus persönlichen Gründen vorgenommen.

An der gegenüberliegenden Wand hinter dem langen Tisch bemerkte ich ein Bild von einem grossen Mutterschiff und ich fragte mich, ob es das sei, auf dem wir uns aufhielten. Aber als dieser Gedanke durch meinen Kopf ging, korrigierte mich die kleine Dame von der Venus, indem sie sagte: "Nein, unser Mutterschiff ist wirklich sehr klein im Vergleich. Dieses hier ist eher eine Stadt als ein Schiff, da es mehrere Kilometer lang ist, während unseres nur 600 Meter misst."

Ich weiss, dass meine Leser solche Dimensionen wahrscheinlich unglaublich finden und ich gebe gerne zu, dass ich selbst auf etwas so Fantastisches unvorbereitet war. Allerdings muss man sich vor Augen führen, dass, sobald wir gelernt haben, die grossen natürlichen Energien zu nutzen und nicht mehr von mechanischer Kraft abhängig zu sein, es nicht mehr schwierig sein sollte, Städten auf riesigen Schiffe statt auf dem Boden zu bauen. London und Los Angeles sind fast 60 Kilometer breite Städte, die weitgehend durch schwerfällige Maschinen und Arbeitskräfte gebaut wurden - eine erstaunliche Leistung an sich. Sobald die Schwerkraft beherrscht wird, können Städte in der Luft auch für uns Wirklichkeit werden.

"Es wurden viele dieser Schiffe gebaut", erklärt Kalna, "nicht nur auf der Venus, sondern auch auf dem Mars und Saturn und auf vielen anderen Planeten. Allerdings sind sie nicht für die ausschliessliche Nutzung eines bestimmten Planeten bestimmt, sondern zu dem Zweck, zur Bildung und zum Vergnügen für alle Bürger in der ganzen Bruderschaft des Universums beizutragen. Die Menschen sind von Natur her grosse Entdecker. Daher ist das Reisen in unsere Welten nicht das Privileg der wenigen, sondern von allen. Alle drei Monate begeben sich ein Viertel der Bewohner unseres Planeten auf diese gigantischen Schiffe zu einer Kreuzfahrt durch den Raum und machen auf anderen Planeten Halt, wie Ihre Kreuzfahrtschiffe in ausländischen Häfen anlegen. Auf diese Weise lernen unsere Leute das mächtige Universum kennen und können aus erster Hand ein wenig mehr von den "vielen Wohnungen in dem Haus des Vaters", auf die sich Ihre Bibel bezieht, sehen.

In den Tempeln der Weisheit auf unseren Planeten haben wir viele mechanische Geräte, mit denen unsere Bürger auch Bedingungen in anderen Welten und Systemen sowie den Raum selbst studieren können. Aber bei uns wie auch bei Ihnen kann nichts die tatsächliche Erfahrung ersetzen. So haben wir Flotten von gigantischen Schiffen wie die, die Sie dort abgebildet sehen, gebaut, die man auch als kleine künstliche Planeten bezeichnen könnte. Sie enthalten alles Notwendige für das Wohlergehen und die Freude von Tausenden von Menschen über einen Zeitraum von drei Monaten. Neben der Grösse ist der wesentliche Unterschied, dass Planeten kugelförmig sind, genial, und sich in elliptischen Bahnen um eine zentrale Sonne bewegen, während die kleinen künstlichen Planeten zylindrisch sind und sich durch den Raum bewegen."

Ein ständig anwachsendes Konzept unseres sternenbesetzten Himmels entfaltete sich vor meinem geistigen Auge, als ich über die gerade erhaltenen Informationen nachsann. Ich fragte mich, auf welche "anderen Planeten" Kalna sich bezog.

Orthon antwortete freiwillig auf meine mentale Frage: "Unsere Schiffe haben nicht nur alle anderen Planeten in unserem System besucht, sondern auch die Systeme in unserer Nähe. Allerdings gibt es noch unzählige Planeten in den unendlichen Systemen innerhalb des Universums, die wir noch nicht erreicht haben."

Hier fragte ich mich wieder in Gedanken, was sie auf den "anderen Planeten", die sie besuchten, gefunden hatten.

Die Augen des Venusianers funkelten und ein winziges Lächeln huschte über den Mund, als er meine Gedanken einfing. Er fuhr fort ohne Unterbrechung: "Mit der einzigen Ausnahme der Erdenbewohner waren die Völker der anderen Welten sehr freundlich zu uns. Auch sie haben riesige Raumkreuzer für die Freude und die Erziehung ihrer Mitmenschen. So wie wir ihre Planeten besuchen und als Freunde begrüsst werden, so besuchen auch sie uns als unsere Freunde. Nur der Erde nähern sich diese Personenkreuzer nie. Ausserdem wird ihnen nicht erlaubt, dies zu tun, bis Ihr Volk ein besseres Verständnis für die Gemeinschaft sowie für das Universum über die Grenzen Ihres eigenen kleinen Planeten hinaus erhalten haben.

Während diesen Flügen hat man auf den Kreuzern viel Freizeit sowie Stunden des Lernens. Wenn sie auf anderen Planeten landen, finden gegenseitig interessante gesellschaftliche Veranstaltungen statt. Kurz gesagt", und er drückte sich sehr deutlich aus, "die Völker der anderen Welten sind einander nicht fremd, sondern alle sind Freunde und willkommen, wohin sie gehen.

Wir betrachten die Planeten im Universum als ein riesiges Meer des Lebens. Die weit entfernten Planeten, die wir noch nicht besucht haben, werden untersucht, wenn wir unsere Raumschiffe weiter verbessert haben werden. Es gibt einige von unserem System so weit entfernt gelegene Planeten, dass es zwei oder drei Jahre dauern würde, sie zu erreichen. Wobei in unserem System die Entfernung zwischen den Planeten innerhalb weniger Stunden bis wenigen Tagen zurückgelegt werden kann." Nach unserer Vorstellung von Entfernung rief ich: "Das ist überwältigend für mich! Wie schnell fahren Sie, dass Sie so grosse Distanzen in so kurzer Zeit überbrücken können?"

"Die Geschwindigkeit", lautete die Antwort, "bedeutet nicht dasselbe wie für Sie. Wenn ein Schiff in den Weltraum gestartet ist, wird die Geschwindigkeit des Schiffes der Tätigkeit im Weltraum gleich! Anstatt künstlich angetrieben zu sein, wie Ihre Flugzeuge es sind, reisen unsere auf den Strömen des Raumes."

Ich leitete daraus eine kleine Hoffnung für unsere eventuellen Fortschritte auf der Erde ab, da sie freimütig zugaben, dass die Bewohner der Venus und denen der anderen Welten in den ersten Versuchen, den Raum zu erobern, genau die gleichen Probleme hatten, wie diejenigen, mit denen wir uns heute konfrontiert sehen. Erneut betonten sie, dass als erstes Naturgesetz die Schwerkraft auf dem Weg zur Raumfahrt überwunden werden muss.


4: Mein erster Blick in den Weltraum

Zu diesem Zeitpunkt trat ein Mann, der etwa in meinem Alter zu sein schien, freundlich lächelnd durch eine Tür in der linken Ecke des Raumes ein. Obwohl ich eine Leiter in der Ecke bemerkt hatte, die, wie ich vermutete, zu einem oberen Deck des Schiffes führte, hatte ich keine Tür gesehen, bis er durch sie eingetreten war.

Nach seinem Erscheinen entschuldigten sich die beiden Mädchen und verschwanden links durch die Tür, die in die Leitwarte führte. Kurz darauf kehrte Ilmuth, die Marsianerin, zurück. Sie hatte ihr schönes Kleid in einen Pilot-Anzug im selben Stil wie die der Männer gewechselt. Die Farbe war hellbraun mit dunkelbraunen Streifen am oberen und unteren Rand des Gürtels. Ich war entzückt, als sie mich bat, sie in das Pilotenabteil zu begleiten.

Firkon schloss sich uns an und als wir drei die Leiter zum nächsten Deck hinauf kletterten, bemerkt ich, dass Orthon den Kontrollraum verliess, den wir nach der Landung auf dem Mutterschiff zuerst betreten hatten. Der ältere Mann und Ramu, der Saturnianer, blieben in der Lounge.

Als wir auf dem Oberdeck-Flur entlang gingen, sagte Firkon: "Auf jedem dieser grossen Schiffe befinden sich viele Piloten, die in Schichten von jeweils vier Personen, zwei Männer und zwei Frauen, arbeiten. Kalna und Ilmuth sind Piloten auf diesem Venus-Schiff. "

Der Korridor wurde, wie alle Räume des Schiffes, die ich gesehen hatte, aus einer unsichtbaren Quelle angenehm beleuchtet und führte nach oben und nach vorn in einen kleinen Raum am Ende des grossen Schiffes.

Als wir diesen Raum betraten, nickte uns lächelnd ein junger Mann zu, der über irgend ein Diagramm gebeugt war, er wurde mir jedoch nicht vorgestellt. Ich vermutete, er war Ilmuths Co-Pilot.

"Dies scheint ein guter Moment zu sein", sagte Firkon ", um ein wenig mehr über dieses Schiff zu erklären. Es ist ein Träger für zwölf Späherschiffe wie dem, mit dem wir angekommen sind. Eigentlich ist der Innenraum nicht annähernd so gross, wie man es von seiner äusseren Grösse erraten würde. Der Grund sind die vielen mechanischen Vorrichtungen, die zwischen den Wänden installiert sind."

"Dieses Schiff", fügte Ilmuth hinzu, "hat vier Wände oder Häute. Einige haben mehr und manche weniger, je nach ihrer Grösse und des Zwecks, für die sie gebaut wurden."

Als ich auf die vielen seltsamen Instrumente in diesem Raum sah, war ich neugierig, welche "mechanischen Geräte" zwischen den Wänden lagen. Firkon sagte: "Ich will es so umfassend wie möglich erklären in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit. Der gesamte Bereich des Schiffs, durch den wir eintraten, dient als Lagerplatz für die Späherschiffe, mit Ausnahme einer grossen Maschinenhalle, in der alle notwendigen Reparaturen vorgenommen werden können. Trotz des grossen Geschicks und der Sorgfalt, die in der ursprünglichen Konstruktion angewandt werden, brechen Teile und verschleissen Materialien. Das ist bei den Raumschiffen üblich.

Die Druckkammer, die eine angenehme Temperatur auf dem gesamten Schiff aufrecht erhält, ist zwischen den Wänden installiert, und vieles andere, was jetzt zu erklären, zu viel Zeit erforderte. Die Eingangstüren, die durch die verschiedenen Wände in alle Bereiche des Schiffes führen, ermöglichen einen einfachen Zugang. Auf jedem Schiff arbeiten mehrere Mechaniker in Schichten und inspizieren und kontrollieren ständig alle Teile. Daher verursacht selten ein unentdeckter Defekt echte Probleme."

In diesem Pilotenraum könnte ich hinauf-, hinaus oder hinunter schauen, je nach meiner Blickrichtung. Als Firkon zu sprechen aufhörte, lehnte sich der junge Mann hinaus und drückte einen Knopf. Sofort öffneten sich Bullaugen in etwas, was ich als eine massive Wand gehalten hatte. Dann nahmen beide Piloten ihre Plätze auf kleinen Sitzen auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes ein. Ich spürte eine leichte Bewegung und das Schiff schien mit der Nase nach oben zu gleiten.

Mein Herz schlug heftig, als ich überlegte, ob sie vielleicht geplant hatten, mich auf ihren Planeten mitzunehmen. Die Hoffnung währte nur kurz. Es erschien nur als einen Moment, als das Schiff anhielt und wieder schwebte. Ilmuth lächelte mich an und sagte: "Wir sind jetzt etwa 80.000 km von Ihrer Erde entfernt."

Firkon winkte mich zu einem der Bullaugen und sagte: "Vielleicht würden Sie gerne sehen, wie der Weltraum wirklich aussieht."

Ich vergass sogleich meine Enttäuschung, als ich hinaus sah. Ich war erstaunt zu sehen, dass der Hintergrund des Weltraumes völlig dunkel ist. Dennoch gab es um uns herum Erscheinungen, als ob Milliarden von Glühwürmchen überall flackerten und sich in alle Richtungen bewegten, wie das Glühwürmchen es tun. Allerdings waren diese vielfarbig, es war ein gigantisches himmlisches Feuerwerk.

Als ich von diesem riesigen Glanz überrascht war, schlug Firkon vor, dass ich jetzt auf die Erde zurückschauen und erleben sollte, wie unsere eigene kleine Welt aus der Ferne aussieht.

Ich tat es. Und zu meiner Überraschung strahlte unser Planet ein weisses Licht ab, sehr ähnlich des Mondes, nur nicht so rein wie Mondlicht in einer klaren Nacht auf der Erde. Der weisse Glanz der Umgebung des Erdkörpers war diesig, und seine Grösse war vergleichbar der Sonne, wenn wir diesen Körper sich am Morgen über dem Horizont erheben sehen. Es gab keinerlei Anhaltspunkte auf unserem Planeten zu sehen. Er sah nur wie eine grosse Lichtkugel unter uns aus. Von hier aus hätte man nie geahnt, dass es von unzähligen Formen des Lebens nur so wimmelte.

Auf 80.000 km Höhe mussten die Piloten ihre Roboter-Steuerung einschalten und Ilmuth kam zu uns und erklärte mir: "Jeder Pilotenraum verfügt über einen Roboter. Diese arbeiten einzeln oder gemeinsam und können den gesamten Kurs des Schiffes übernehmen und sie warnen uns vor jeder nahenden Gefahr."

Der männliche Pilot blieb auf seinem Posten und Ilmuth bemerkte: "Ein Pilot muss in jeder Leitwarte immer im Dienst sein."

Sie fragte dann, ob ich gern einen genaueren Blick auf die Piloten-Instrumente werfen möchte.

Auf der einen Seite von jedem Sitz befand sich ein kleines Instrument, das aussah wie ein im Boden verlegtes Rohr, das so hoch heraus ragt, damit der Pilot leicht hinein sehen konnte. "Dies", erläuterte Ilmuth, "ist mit dem Teleskop verbunden, das Ihnen wahrscheinlich in dem grossen Steuer- oder Kartenraum aufgefallen war, durch den Sie zunächst das Schiff betreten hatten."

In diesem Augenblick aber war das Teleskop nicht in Betrieb, und ich dachte mir, dass es nur genutzt wurde, wenn das Schiff tatsächlich auf interplanetarem Flug war oder vielleicht auch im Schwebeflug für Beobachtungs- und Studienzwecke.

Der gesamte Boden in diesem Teil des Raumes bestand aus Vergrösserungsglas wie das in dem Boden des Späherschiffs. Aber bei dem derzeitigen Winkel des Schiffes hätte ich mich knien müssen, um durch es durchsehen zu können.

Der Weltraum und die darin vorkommenden Aktivitäten hielten mich immer noch gebannt und ich strengte meine Augen an in dem Versuch, alles, was da draussen los war, zu sehen. Abgesehen von den Glühwürmchen-Effekten, sah ich eine ganze Reihe von grossen, leuchtenden Objekten durch den Raum passieren. Soweit ich es sehen konnte, waren die grösseren Körper nicht brennend, sondern nur glühend. Ein Besonderer schien drei verschiedene Farben auszusenden - rot, violett und blau. Ich fragte, ob es ein anderes Raumschiff sein könnte.

"Nein", sagte Ilmuth mit einem Lächeln, gab aber keine weitere Erläuterung.

Auch bemerkte ich, dass hier und da dunkle Objekte in verschiedenen Grössen, dunkler als der Raum selbst, passierten. Aber keines dieser beweglichen Objekte schien das Schiff zu berühren. Manchmal schienen auch die dunklen Objekte teilweise zu leuchten. Das, so wurde mir gesagt, seien die von uns sogenannten Meteoriten, die für uns auf der Erde nur sichtbar werden, wenn sie beim Durchgang durch die Atmosphäre Reibung erzeugen.

Ich fragte, was sie daran hinderte, das Schiff zu berühren, wenn sie scheinbar genau darauf zu führten.

"Das Schiff selbst," erläuterte Firkon, „nutzt die Leistung der Natur - ich glaube, Sie nennen es Elektromagnetismus - und hat jederzeit Energiezufuhr. Ein Teil dieses Überschusses wird durch seine Haut in den Weltraum für eine bestimmte Strecke abgeführt, manchmal nur ein kurzer Weg, wenn auch mitunter dieser mehrere Kilometer verlängert werden kann. Dies wirkt wie ein Schutzschild gegen alle Teilchen, oder "Weltraummüll", wie Sie es auf der Erde nennen, indem solche Dinge durch diese ständig strahlende Energie abgewehrt werden."

Er fuhr fort zu erklären, dass alle Körper im Weltraum diesem gegenüber negativ sind und sich tatsächlich in einem Meer elektromagnetischer Kraft bewegen. Daher stösst eine negative Strahlung alle negativen Körper ab, während sie gleichzeitig das Schiff vor Reibungsüberhitzung schützt.

Ich hätte diesen schönen Anblick stundenlang geniessen können, aber es wurde mir nur eine kurze Zeit gewährt, bevor die Piloten ihre Sitze wieder eingenommen hatten und wir auf 64.000 m Höhe zurückkehrten, wo das Schiff sich bei unserer ersten Ankunft aufhielt.

Es gab weder ein wahrnehmbares Sinken noch eine Drehung des Schiffes. Die Schiffsbewegung war so sanft, dass sie kaum bemerkbar war, und das einzige hörbare Geräusch war etwa so gering wie das eines betriebenen elektrischen Lüfters.

Keiner von uns war mit einem speziellen Schutzhelm und einer Vorrichtung zur Atmung oder für das Gleichgewicht ausgerüstet, aber mein Geist war in jeder Hinsicht und zu jeder Zeit aufmerksam.

Ich wurde von der Tatsache gefesselt, dass alle Instrumente, die ich bisher in dem gesamten Schiff gesehen hatte, mittels Tasten bedient wurden. Und nirgends sah ich etwas, was im entferntesten nach einer Zerstörungswaffe aussah. Aber, nachdem ich gesehen hatte, wie die abstossenden natürlichen Energien im Weltraum durch die Strahlung des Schiffes kontrolliert wurden, hatte ich ein starkes Gefühl, dass diese Energie sehr effektiv zum Selbstschutz eingesetzt werden könnte, falls ein solches Bedürfnis überhaupt entstehen würde.

Firkon beantwortete diesen Gedanken mit den Worten: "Ja, so ist es. Bisher bestand keine Notwendigkeit. Ausserdem, wenn die Frage lautet: unser Leben gegen das Leben unserer Brüder, auch jene Kriegslüsternen Ihrer Erde, würden wir uns eher zerstören lassen, als einen Mann zu töten."

Diese einfache Aussage traf mich tief. Ich musste traurig über die so unterschiedlichen Standpunkte meiner Mitmenschen auf der Erde nachdenken, an die getrennten Völker, die Völker, die auch jetzt noch im Wettstreit der Produktion von immer mehr schrecklichen Vernichtungswaffen stehen, die nichts als Tod, Kummer und Krankheit für Millionen ihrer Mitmenschen auf der ganzen Welt bringen. Ich dachte an das Credo des Hasses gegen den Feind in den Köpfen der jungen Männer, der notwendig war, um sie zum Töten bereit zu machen. Denn es ist der Natur des Menschen, der auch nur ein wenig von seinem Platz in der Schöpfung versteht, nicht angeboren, zu töten. Ich dachte an die unbeschreibliche Blasphemie in den Gebeten an unseren liebevollen Ewigen Vater und bat Ihn, sie in dem Masse, wie sie die ganze Menschheit um ihr Erbe betrügen, zu segnen.

Beide, Ilmuth und Firkon, schwiegen, während diese Gedanken mir durch den Kopf gingen. Obwohl ich viele Male zuvor gerade diese Dinge reflektiert hatte, waren sie nie mit einer solchen Eindringlichkeit in mein Bewusstsein gedrungen und ich wusste, dass ich dies nicht mehr vergessen würde.

Dann richtete Firkon meine Aufmerksamkeit auf ein Instrument, das nicht grösser als ein gewöhnliches Radio war, mit einem Bildschirm, ähnlich wie bei einem Fernsehgerät. "Damit," erläuterte er, "können wir alles fotografieren und registrieren, was auf der Erde oder auf einem Planeten, den wir entweder passieren oder über dem wir schweben, geschieht. Wir hören nicht nur die gesprochenen Worte, sondern empfangen auch Bilder, die auf dem Bildschirm angezeigt werden. Ein interner Mechanismus wandelt diese in Schallschwingungen um, die gleichzeitig in Worte in unserer eigenen Sprache übersetzt werden, die alle ähnlich wie Ihre Tonbandaufnahmen festgehalten werden."

Zu meiner näheren Erklärung erläuterte er, dass alle Worte aus Frequenzen oder Tönen ähnlich einer Musik-Oktave entstehen, genauso wie alle Melodien aus bestimmten Noten bestehen. Durch die Kenntnis dieses Gesetzes kann man eine bisher unbekannte Sprache in einer kurzen Zeit lernen. Wenn fremde Schwingungen auftauchen, werden diese in eine Bildform umgesetzt und zeigen genau das an, was die seltsamen Worte oder ihre Schwingungen bedeuten. Unnötig zu sagen, dass das Tonband, das er mir zeigte, anders war als alle, die ich jemals auf der Erde gesehen hatte.

Das klang in mir wie böhmische Dörfer, und meine Verwunderung zeigte sich ohne Zweifel deutlich auf meinem Gesicht. Jedenfalls lachte Ilmuth fröhlich und fragte: "Wären Sie überrascht zu erfahren, dass Menschenrassen, die auf Ihrer Erde vor vielen Jahrhunderten lebten, die universellen Gesetze der Geräusch- und Schwingungsmessungen gründlich verstanden und verwendet haben?"

Ich stellte fest, dass ich dies schon lange vermutet hatte.

"Obwohl dieses Wissen in Ihren heutigen Kulturen völlig verloren ging", fuhr Ilmuth fort," erwacht in einigen wenigen Individuen hier und dort eine leichte Vorstellung seiner Möglichkeiten. Auf anderen Planeten sind diese Gesetze eine grundlegende Lehre in den Bildungssystemen. Mit diesen als Grundlage sind die Schüler in der Lage, sehr schnell auf allen Gebieten des Wissens und dessen Anwendung zu lernen."

An dieser Stelle sagte Firkon: "Jetzt müssen wir in die Lounge zurück," und als ich zurücktrat, um Ilmuth vorausgehen zu lassen, fragte ich mich, warum man praktisch keine Bewegung in diesem grossen Schiff spürte, als es von 64.000 m auf 80.000 m Höhe anstieg.

"Ganz einfach, weil das Schiff dafür konstruiert wurde" antwortete Firkon und fügte hinzu: "Wie es bei Ihren eigenen U-Booten der Fall war."

Wieder war ich erstaunt, wie viel diese Leute über uns und unsere Entwicklungen auf der Erde wussten.

"Ihre U-Boote", fuhr er fort, "bewegen sich unter der Wasseroberfläche in grossen Tiefen, aber die Mannschaft fühlt relativ wenig von der Bewegung, die von ihren Instrumenten registriert wird. Und die Männer leben auch sehr komfortabel, denn ihre Schiffe wurden sorgfältig geplant. Eigentlich gibt es nicht so viel Unterschied zwischen einem Schiff, das unter Wasser fährt, und einem, das durch den Weltraum reist, ausser dass unsere Schiffe durch natürliche Energie angetrieben wird, während Ihre von künstlichen Antriebsformen abhängig sind."

Mir erschien der von ihm genannte Unterschied ganz enorm, aber ich sagte es nicht, und Firkon fuhr fort: "Wenn Sie lernen, wie man die natürliche Quelle der Energie nutzt, die überall im Universum vorhanden ist, können auch Sie U-Boote bauen, die, wie einige unserer Fahrzeuge, sich aus dem Ozean heraus erheben und weiter durch die Atmosphäre in den Weltraum fahren können."

Dies erinnerte mich an zwei Vorfälle aus dem Jahr 1951. In dem ersten waren zwei "Flugkörper" aus einem vollkommen klaren Himmel in die Gewässer der Bucht Inchon an der Westküste von Korea gefallen. Die Raketen fielen in der Nähe eines verankerten Wasserflugzeug-Tenders, der "Gardiners Bay", und verursachte bis zu 30 m hohe Wellen. Später, so der Bericht, wurden die "Flugkörper" gesehen, wie sie wieder aus dem Wasser stiegen und ausser Sichtweite kamen. Der zweite Vorfall ereignete sich vor der Küste von Schottland und war fast identisch mit dem ersten.

Firkon erriet natürlich meine Gedanken und sagte: "Sie haben korrekterweise das Foto, das Sie von diesem Schiff aufnahmen, den "U-Boot Typ" genannt." An dieser Stelle betraten wir den grossen Salon, in dem wir Ramu, der mit dem älteren Mann zusammen sass, zurückgelassen hatten. Sie waren immer noch da und unterhielten sich in ihrer eigenen Sprache. Als wir uns näherten, erhoben sie sich, ging auf einen kleinen Tisch zu, an dem eine Reihe von Stühlen standen, und forderten uns auf, uns ihnen anzuschliessen.

Diese Stühle waren eher wie Speisesaal- oder Bürostühle, aber sie erwiesen sich weit komfortabler. Als wir uns setzten, kamen Kalna und Orthon zu uns.

Auf dem Tisch standen Kristallkelche mit einer klaren Flüssigkeit, die ich als sehr erfrischend empfand. Der Geschmack war leicht süss, undefinierbar aber verlockend. Die Konsistenz war etwas dick, eher zum Nippen. Mir wurde die Bezeichnung der verwendeten Frucht, aus denen dieser Saft extrahiert worden war, erklärt, jedoch konnte ich keinen vergleichbaren irdischen Geschmack finden.

Die gesamte Zeit, die seit dem Verlassen der Erde bis zu diesem Zeitpunkt verstrichen war, betrug wahrscheinlich nicht viel mehr als eine Stunde. Aber in diesem kleinen Zeitraum hatte sich mein ganzes Leben und mein Verständnis geöffnet zu einem weit grösseren Konzept des Universums, als ich während der 61 Jahre meines gesamten Lebens auf der Erde gewonnen hatte.

Jetzt, da wir um den Tisch sassen, richteten sich alle Augen auf den älteren Weltraum-Mann, als er zu sprechen begann. Obwohl mir sein Rang auf allen Planeten erst später erklärte wurde, war es unmöglich, nicht zu erkennen, dass ich mich in der Gegenwart eines hochentwickelten Wesens befand, und die Haltung aller Anwesenden zeigte deutlich, dass sie sich gleichermassen sehr demütig vor ihm fühlten. Ich erfuhr, dass er in seinem gegenwärtigen Körper fast tausend Jahre alt war.

Die folgende Stunde, in der er mit uns redete, erschien als Minute. Alle hörten diesem Mann von grosser Weisheit mit Aufmerksamkeit ohne Unterbrechung zu.


5: Treffen mit einem Meister

"Mein Sohn", sagte der grosse Lehrer, "du kamst hierher, um unser kleines Schiff und den grossen Träger zu besichtigen. In jedem bist du nur eine kurze Strecke gereist, aber weit genug, um genug Wissen zu erhalten, das Du Deinen Mitmenschen auf dem Planeten Erde weitergeben kannst. Du hast gesehen, wie der Weltraum aussieht und dass er tatsächlich ständig aktiv ist, ausgefüllt mit beweglichen Teilen, aus denen alle Formen schliesslich zum Leben gebracht werden. Es gibt weder einen Anfang noch ein Ende.

In der Weite des Raumes gibt es unzählige Körper, die Ihr auf Erden Planeten nennt. Diese variieren in der Grösse, wie alle Formen, aber sie sind der Euren und unseren sehr ähnlich und die meisten von ihnen sind bewohnt und werden von Arten wie Eure und unsere regiert. Während einige nur einen Punkt erreichen, wo sie in der Lage sind, beispielsweise solche Arten wie wir zu befürworten, haben andere dieses Stadium der Entwicklung in ihrem Wachstum noch nicht erreicht.

Du musst verstehen, dass Welten auch Formen sind, und auch sie gehen durch die lange Periode des Wachstums, die alle Formen von der kleinsten bis zur grössten durchlaufen.

Jeder Planet bewegt sich in Übereinstimmung mit einer Reihe von anderen Planeten in einem perfekten Timing um eine zentrale Sonne und sie bilden eine Einheit oder, wie Ihr es nennt, ein System. Jedenfalls gibt es, soweit wir auf unseren Reisen gelernt haben, zwölf Planeten in einem System. Darüber hinaus sind zwölf solcher Systeme um einen zentralen Kern, vergleichbar unserer Sonne, vereint. Diese bilden etwas, das einige Eurer Wissenschaftler "Konstellation" nennen. Weitere Konstellationen erschaffen eine Galaxie und viele Galaxien bilden ein Universum, und solche Insel-Universen umfassen eine grosse Einheit in 'des Vaters Haus mit den vielen Wohnungen'. . . und so weiter, ohne Ende.

Auf unserem Planeten sowie auf anderen Planeten in unserem System entstand die Form, die Ihr "Mensch" nennt, und er entwickelte sich intellektuell und sozial durch verschiedene Stadien bis zu einem Punkt, der für die Menschen Eurer Erde unvorstellbar ist. Diese Entwicklung wurde nur durch die Einhaltung der Naturgesetze, wie Ihr sie nennt, erreicht. In unserer Welt nennen wir es das Wachstum gemäss den Gesetzen der absoluten Höheren Intelligenz, die über Zeit und Raum regiert.

Wie Du gesehen hast, reisen wir durch den Weltraum so wie Ihr einen Raum durchquert. Das Durchqueren des Weltraumes ist für jene, die die Gesetze, in denen alle Körper leben und sich bewegen, gemeistert haben, nicht schwierig - Planeten und Menschen gleichermassen. Es wird dann verstanden, dass die Entfernung zwischen zwei solchen Körpern im Weltraum oder zwischen den Welten nicht der Entfernung entspricht, wir Ihr sie in Eurer Welt empfindet.

Erinnere Dich, dass einmal die Entfernung auf Eurer Erde zwischen den Erdkörpern, die Ihr Kontinente nennt, als sehr gross galt und man brauchte für die Überquerung viel Zeit. Nun haben Eure Flugzeuge diesen Abstand auf einen relativ kleinen Teil der in vergangenen Tagen erforderlichen Zeit verkürzt. Doch die Abstände sind gleich geblieben. Und so wird es sein, wenn Ihr Euer Wissen erweitert und die Gesetze im unendlichen Raum studiert.

Ein weiterer Aspekt, von dem Ihr bisher keine Vorstellung habt, ist, dass der Körper eines jeden Menschen auf einem Planeten wie auf einem anderen bequem leben kann. Zwar gibt es einige Unterschiede in den atmosphärischen Bedingungen, abhängig von der Grösse und dem Alter des Planeten, sind diese etwas grösser als diejenigen, die Ihr auf Eurer Erde zwischen dem Meeresspiegel und einem mehrere tausend Meter hohen Berg erlebt. Bestimmte Menschen sind von solchen Veränderungen mehr als andere beeinträchtigt, aber alle können sich mit der Zeit daran gewöhnen."

In Anbetracht der üblichen Vorstellung von schwerfälligen Schutzhelmen plus Schläuchen und Apparaten, die bisher von den "Comics" bis hin zu ernsthaften Theorien der vermeintlichen Experten dargestellt werden, fragte ich mich, ob unsere Welt die niedrigste in der Entwicklung des ganzen Universums sei.

Meines Gedanken lesend, fuhr dieser grosse Lehrer ohne Unterbrechung fort: "Nein, mein Sohn, Deine Welt ist nicht die niedrigste in der Entwicklung des Universums. Deine ist die am wenigsten entwickelte von allen in unserem eigenen Sonnensystem, aber darüber hinaus gibt es einige Welten, deren Völker in sozialer oder wissenschaftlicher Hinsicht noch nicht unseren Standard erreicht haben. Ausserdem gibt es Welten, in denen die Entwicklung im Bereich der Wissenschaft sehr weit gediehen ist, jedoch nicht im Bereich des persönlichen und sozialen Verständnisses.

In unserem Sonnensystem reisen die Völker aller Planeten ausser dem auf Eurer Erde frei im Weltraum; einige legen nur kurze Distanzen zurück, während andere grosse Entfernungen überwinden, die sie auf Systeme ausserhalb unseres eigenen bringen.

Euer Verständnis des Lebens und des Universums ist sehr begrenzt. Dadurch habt Ihr viele falsche Vorstellungen über andere Welten und die Zusammensetzung des Universums und so wenig Wissen über Euch selbst! Aber es ist auch wahr, dass bei vielen auf der Erde der Wunsch danach wächst, die aufrichtig nach mehr Verständnis suchen. Wir, die wir den Weg, den Du jetzt beschreitest, gegangen sind, sind bereit zu helfen und unser Wissen an alle, die bereit sind, es zu akzeptieren, weiterzugeben.

Als erstes muss Dein Volk wissen, dass die Bewohner der anderen Welten sich nicht grundsätzlich von der Erdenmenschen unterscheiden. Der Zweck des Lebens auf anderen Welten ist grundsätzlich der gleiche wie Eurer. In jedem Menschen steckt ganz tief die Sehnsucht, höher zu steigen. Euer Schulsystem auf der Erde ist gewissermassen nach dem allgemeinen Fortschritt des Lebens strukturiert. Denn in Euren Schulen schreitet Ihr von Klasse zu Klasse und von Schule zu Schule voran auf eine höhere und umfassendere Bildung. Ebenso entwickelt sich der Mensch von Planet zu Planet und von System zu System hin zu einem höheren Verständnis und Entfaltung im universellen Wachstum und Dienen."

Als er diese Darstellung gab, verstand ich seinen Hinweis, dass die Individuen auf der Erde auf einen Planeten mit einer höheren Entwicklung weitergehen würden, sobald sie dazu bereit sind. Ich überlegte, ob wir eines Tages, so lange wir immer noch auf dieser Erde leben, die Gesetze kennen würden, die den Weltraum regieren, und in der Lage wären, diese anderen Welten zu besuchen, wie sie dies jetzt können.

Der Meister gab keine spezifische Antwort auf meine mentale Frage, fuhr aber fort: "Ihr seid auf der Erde durch das, was Ihr 'Zeit' nennt, gebunden. Jedoch werdet Ihr, wenn Ihr den Weltraum bereist, sogar nach Eurer Zeitschätzung erstaunt sein, mit welcher Schnelligkeit man andere Planeten erreichen kann.

Für dieses Abenteuer werdet Ihr neue Worte finden müssen. Ihr sprecht von unseren Raumfahrzeugen - Ihr nennt sie fliegende Untertassen - vom Fliegen, ein Begriff, der für den Betrieb Eurer eigenen Flugzeuge gilt. Aber wir "fliegen" nicht, wie Ihr es meint. Wir heben die Atmosphäre durch ein elektromagnetisches Verfahren auf. Ihr drückt es als "Aussetzung der Schwerkraft" aus. Auf diese Weise werden wir nicht durch atmosphärische Störungen oder Widerstände behindert. Deshalb können unsere Raumfahrzeuge die Fahrtrichtung und die Geschwindigkeit so blitzartig verändern, was Eure Flieger und eure Wissenschaftler so sehr verwundert hat.

Wir könnten Euch viel erzählen über die Kontrolle der Gravität, das notwendige Wissen sowohl für das sichere Verlassen als auch für das Annähern an einen Planeten. Wir würden Euch gern dieses Wissen weitergeben, das uns so gut gedient hat, ausser dass Ihr noch nicht gelernt habt, miteinander in Frieden und Brüderlichkeit zu leben, damit es allen Menschen so gut geht wie uns auf anderen Welten. Wenn wir Dir oder einem anderen Erdenmenschen diese Kraft offenbarten und es zu einem öffentlichen Wissen machten, würden einige Eurer Leute schnell Schiffe bauen, um den Weltraum zu bereisen, darauf Kanonen montieren und auf einen Amoklauf gehen, in dem Versuch, andere Welten zu erobern und in Besitz zu nehmen.

Du weisst, es gibt bestimmte Gruppen in Deiner Welt, die bereits Anspruch auf Eigentum und Besitz Eures Mondes zum Zweck der Nutzung als Militärbasis erhoben haben. Viele Erden-Wissenschaftler hoffen, dass es ihnen in nicht allzu weiter Ferne gelingen wird, Raumschiffe wie die unsrigen für interplanetare Reisen zu bauen. Es ist durchaus möglich, dass dies geschehen wird. Aber den Erden-Menschen wird es nicht erlaubt werden, in grosser Anzahl zu kommen oder zu bleiben, bis sie gelernt haben, das allumfassende Leben, wie es von den Menschen anderer Welten gelebt wird, anzuerkennen, anstatt des egoistischen persönlichen Lebens, wie es heute auf der Erde stattfindet. Und es wird viel für Euch über den Weltraum zu lernen geben, denn Ihr selbst werdet in den Weltraum umziehen."

Ich erinnerte mich an ein Gleichnis, das ich oft verwendet hatte, indem ich den Weltraum mit einem riesigen Ozean in ständiger Bewegung verglich. Und ich dachte jetzt, dass sich diese interplanetaren Schiffe auf den Wellen der Aktivitäten im Weltraum bewegen wie unsere Ozeandampfer auf den Wellen des Ozeans.

"Ja", sagte der Meister, "es ist sehr ähnlich, und da Eure Wissenschaftler an diesem Prinzip arbeiten, werden sie zu mehr Verständnis kommen. Denn die Natur selbst wird ihre Geheimnisse an alle, die sie mit einem offenen Geist suchen, offenbaren.

Wie wir Dir schon gesagt haben, bereisen wir den Weltraum, um zu lernen. In unseren Schiffen gibt es viele Instrumente, von denen Du einige gesehen hast, und viele andere, die Du noch nicht gesehen hast. Obwohl Ihr auf Eurer Erde alle unsere Raumfahrzeuge in die Kategorie der fliegenden Untertassen eingeteilt habt, haben wir haben viele Arten, viele Grössen, für viele Zwecke. Das grösste reiste noch nie innerhalb der Atmosphäre Eurer Welt. In der Tat haben sie sich noch nie Millionen von Kilometern der Erde genähert. Wir können das Leben von Tausenden von Menschen nicht riskieren, die in diesen riesigen Schiffe reisen, denn wenn etwas passieren sollte, was eine Landung auf der Erde notwendig machte, bevor Eure Menschen zu einem besseren Verständnis gekommen sind, würden unsere in Gefahr sein.

Mein Sohn, unser Hauptanliegen in dem Gespräch mit Dir zu diesem Zeitpunkt ist es, Dich vor der grossen Gefahr zu warnen, die den Menschen auf der Erde heute droht. Da wir mehr wissen als jemand von Euch sich vorstellen kann, sehen wir es als unsere Pflicht, Dich aufzuklären, wenn es uns gelingt. Dein Volk möge das Wissen annehmen, das wir ihm durch Dich und durch andere geben, oder sie können sich wiederum taub stellen und sich selbst zerstören. Die Wahl liegt bei den Erdbewohnern. Wir können sie ihnen nicht diktieren.

Bei Deinem ersten Treffen hier mit unserem Bruder deutete er Dir an, dass wir an den Bombenexplosionen auf der Erde interessiert waren. Dies war der Grund. Auch wenn die Kraft und die Strahlung durch die Test-Explosionen nicht jenseits Eurer Erdatmosphäre gedrungen ist, gefährden diese Strahlungen das Leben der Menschen auf der Erde. Mit der Zeit wird eine Zersetzung stattfinden, so dass sich Eure Atmosphäre mit den tödlichen Elementen anhäufen wird, was Eure Wissenschaftler und Militärs auf den Begriff "Bomben" reduziert haben.

Die Strahlung, die diese Bomben freisetzen, reicht jetzt nur so beschränkt, da sie leichter ist als Eure eigene Atmosphäre und schwerer als der Raum selbst. Sollte jedoch die Menschheit auf der Erde solche Macht gegeneinander in einem Krieg anwenden, könnte ein grosser Teil der Erdbevölkerung vernichtet werden, Euer Boden würde unfruchtbar gemacht, Eure Gewässer vergiftet und für viele Jahre unfruchtbar werden. Es ist möglich, dass der Körper Eures Planeten selbst in einem Ausmass verstümmelt würde, was sein Gleichgewicht in unserer Galaxie aus der Bahn bringen würde.

Dies wären die Auswirkungen auf Eure Welt. Für uns könnte das Reisen durch den Weltraum für eine lange Zeit schwierig und gefährlich werden, da die Energien, die in so vielen Explosionen freigesetzt würden, dann durch Eure Atmosphäre in den Weltraum hindurch dringen würden."

Ich überlegte, ob und in welchem Umfang sie im Falle eines Krieges sich berechtigt fühlten, uns aufzuhalten.

Der Meister beantwortete meine mentale Frage mit den Worten: "Wie Du weisst, könnten wir mit unsem Wissen über den Einsatz und die Kontrolle der Energien, die weit stärker sind, als unsere Brüder auf der Erde sie zu nutzen gelernt haben, wenn wir wollten, Eure Kraft mit unserer grösseren Kraft zunichte machen. Aber bedenke, was Dir gesagt wurde. Wir wollen unsere Mitmenschen nicht töten, auch nicht in Notwehr. Wir versuchen und werden weiter versuchen, einen solchen Krieg zu verhindern, indem wir das Wissen zu den Erdenmenschen bringen, was sie tun sollen. Denn kein Mensch führt Krieg, ausser in Unwissenheit."

Ein Licht beleuchtete sein Gesicht und seine Augen schienen auf eine innere Vision von Schönheit zu schauen, als er leise fortfuhr: "Und kein Mensch lebt, der nicht ein einziges Mal davon träumte, was Ihr Utopie nennt oder die fast perfekte Welt. Alles was der Mensch sich jemals vorgestellt hat, ist irgendwo eine Realität. Und deshalb gibt es nichts, was nicht erreichbar ist. Auch für Euch auf der Erde ist das möglich. Für uns auf den anderen Planeten unserer Galaxie ist es nun so. Es gibt diejenigen, die auf Eurer Erde ausgerufen haben, "Wie eintönig muss Perfektion sein!" Es ist nicht so, mein Sohn, denn es gibt Perfektionsgrade wie es Grade von allen Dingen gibt. In unseren Welten sind wir glücklich, aber wir stagnieren nicht. Wenn man den Gipfel eines Berges, den man von unten gesehen hat, erreicht hat, kommt ein weiterer Berg in Sicht, so ist es immer mit dem Fortschritt. Das dazwischen liegende Tal muss durchschritten werden, bevor der nächste Gipfel erklommen werden kann.

Das Verstehen der universellen Gesetze hilft einerseits und schränkt andererseits ein. Wie es jetzt bei uns ist, so könnte es auf Eurer Erde sein. Indem Euch Euer Wissen voranbringt, würde das selbe Verstehen es Euch unmöglich machen, gegen Eure Brüder Gewalt anzuwenden. Ihr wüsstet, dass die gleiche Überzeugung, die in jedem einzelnen Wesen wohnt, ihm das Gefühl des göttlichen Vorrechts gibt, sein eigenes Leben und sein eigenes Schicksal zu gestalten, obwohl dies durch Versuch und Irrtum geschehen kann; und dies gilt auch für jede Gruppe, Nation oder Menschenrasse.

So wie es viele Wege nach unten gibt, die vom Fortschritt weg führen, so gibt es viele, die nach oben führen. So wie ein Mann den einen wählt und ein zweiter Mann einen anderen, trennt sie das nicht als Brüder. Tatsächlich kann man viel von dem anderen lernen, wenn man will. Denn in der Weite der unendlichen Schöpfung gibt es nicht nur einen einzigen Weg.

Auf Eurer Erde haben wir viele Male die Worte gehört: "der Weg zum Glück". Es ist ein guter Satz, denn der Fortschritt bedeutet Glück und liegt von Anfang an entlang des oberen Weges. Und das Glück lässt die Menschen zu Brüdern werden in der Toleranz gegenüber den Anstrengungen des anderen, auch wenn er diese anders angeht als man selbst.

Es ist nichts falsch auf Eurer Erde, noch mit ihren Menschen, mit der Ausnahme, dass sie in ihrem Mangel an Verständnis wie kleine Kinder in dem universellen Leben des Einen Höheren Seins sind. Du hast gehört, dass wir in unserer Welt nach des Schöpfers Gesetzen leben, während Ihr auf der Erde nur von ihnen sprecht. Wenn Ihr nach den Geboten, die Ihr jetzt kennt, lebtet, würden die Völker der Erde sich nicht gegenseitig abschlachten. Sie würden an sich selbst arbeiten, in ihren eigenen Gruppen, ihren eigenen Völkern, um das Gute und das Glück in dem Teil der Welt zu erreichen, worin sie geboren wurden und den sie daher 'das Zuhause' nennen. Ich glaube, die Völker der Erde würden staunen zu erkennen, wie rasch eine Änderung auf dem gesamten Planeten zustande käme. Da Ihr nun das Medium für die weltweite Ausstrahlung habt, würden die Nachrichten, die zu Liebe und Toleranz für alle auffordern, anstatt des Misstrauens und der Kritik, empfängliche Herzen finden. Denn ein grosser Teil der Weltbevölkerung ist des Streitens und der Folgen des Jammers müde. Wir wissen, dass sie wie nie zuvor nach dem Wissen über eine Lebensweise, die sie erlösen wird, hungern. Wir wissen, dass Angst und Verwirrung in ihren Köpfen herrscht, weil sie die Ergebnisse von zwei grossen Kriegen gesehen haben, die nur dazu führten, die Samen der anderen zu pflegen.

Also ist es mit empfänglichen Köpfen und Herzen überall auf Eurem Planeten nicht zu spät. Aber es eilt, mein Sohn! Also gehe hin mit dem Segen des Einen Vaters auf Deiner Mission, und unterstütze jene, die auch diese Botschaft der Hoffnung weitertragen."


6: Fragen und Antworten innerhalb des Schiffes

Nach einem Moment des Schweigens, den niemand unterbrach, erhob sich der Meister und alle Anwesenden mit ihm. Für einen Augenblick stützte er die Hände auf seinem Stuhl ab und schaute mir tief in die Augen. Ich werde den Ausdruck von grosser Güte und tiefem Mitgefühl in seinem Blick nie vergessen. Es war wie ein Segen, und zur gleichen Zeit fühlte ich eine neue Kraft in mir aufsteigen.

Mit einer Geste des Abschieds, die allen Anwesenden galt, wandte er sich dann ab und verliess das Zimmer. Die Stille blieb noch einige Augenblicke nach seinem Weggehen ungebrochen.

Ich konnte immer noch keine Worte finden. Es war Kalna, die die Stille unterbracht, indem sie leise sprach: "Auch für uns ist es immer ein Privileg, diesem grossen Wesen zuzuhören."

Ramu, der Saturianer, unterbrach, wie ich meine, absichtlich, die Spannung: "Nun, bevor wir Sie zur Erde zurückbringen, ist Ihnen eine Pause erlaubt für Fragen, die Sie möglicherweise auf dem Herzen haben. Diese müssen sich nicht auf dieses ernste Thema beschränken, worüber der Meister gerade gesprochen hat." Er fügte mit einem Lächeln hinzu: "Da uns nichts trivial erscheint, was für Sie von Interesse ist."

Ich sah ihn dankbar an, als wir wieder alle unsere Plätze einnahmen. Es schien mir, dass Ramu meinte, ich sollte meine Fragen jetzt mündlich stellen, was wahrscheinlich zu einem allgemeinen Gespräch führte, und mich nicht auf eine telepathische Übertragung beschränken. Ich stellte meine wichtigste Frage:

"Könnten die drastischen Veränderungen in unseren atmosphärischen Bedingungen, die an vielen Orten seit den Atombombentests auftraten, etwas mit der Freisetzung dieser Energie zu tun haben?"

"Das haben sie in der Tat!" antwortete Ramu, "darüber sind wir uns sicher. Unsere Instrumente haben diese Ergebnisse registriert. Wir wissen es genau!"

"Ich wünsche mir", sagte ich langsam, "dass Sie etwas genauer auf meine Frage eingehen. Warum halten Sie es immer noch für falsch, die Wenigen zu verletzen, damit viele profitieren, obwohl ein Krieg auf unserer Erde das Reisen durch den Weltraum der Millionen, die auf anderen Planeten leben, gefährden würde?"

"Wir werden versuchen, Ihnen dies zu erklären," antwortete Orthon. "Allen von uns, denen von Geburt an eine Vision des Ganzen eingeflösst wurde, ist es undenkbar, dem, was wir die Universellen Gesetze nennen, nicht zu gehorchen. Diese Gesetze sind von keinem Menschen gemacht. Sie waren im Anfang und werden für alle Ewigkeit bestehen. Gemäss diesen Gesetzen muss jeder Einzelne, jede Gruppe von Menschen, jedes intelligente Leben auf jeder Welt sein eigenes Schicksal ohne Beeinflussung von anderen entscheiden. Rat, ja. Anleitung, ja. Aber Einmischung bis zu einem Punkt der Zerstörung, niemals."

Sein Blick schien zu fragen, ob er das Prinzip genügend erklärt hatte.

Firkon, der Marsianer, sprach als Erster: "Sie verstehen die Kraft der Gedankenformen. Abgesehen von unserer physischen Mission auf der Erde, müssen wir alle an dem Glauben festhalten, dass die Völker Ihrer Erde sich selbst der Katastrophe bewusst werden, auf die sie zusteuern."

"Ich verstehe", sagte ich langsam, als die Frage sich in der Tat in meinem Kopf zu klären begann.

"Wir wissen, dass die Kraft dieser Gedanken, die wir ständig an alle unsere Erdenbrüder gesandt haben, die Herzen vieler Menschen verändert haben", erklärte Ramu.

Ilmut betonte: "Wir sind uns auch wie Sie und viele andere Menschen auf Ihrer Erde bewusst, dass Ihre Luftstreitkräfte und Ihre Regierungen wissen, dass unsere an Ihrem Himmel sichtbaren Schiffe aus dem Weltraum kommen, und dass diese nur durch intelligente Wesen von anderen Planeten gebaut und gesteuert werden können. Hohe Regierungsleute Ihrer Welt wurden von uns kontaktiert. Einige sind gute Menschen und wollen keinen Krieg. Aber auch die guten Menschen auf Ihrer Erde können sich nicht völlig von der Angst befreien, die durch den Menschen selbst über Jahrhunderte auf Ihrem Planeten genährt wurde."

"Das gleiche gilt für Ihre Piloten überall auf der Erde", sagte Kalna ruhig. "Viele haben unsere Schiffe immer wieder gesehen. Aber sie wurden mundtot gemacht und gewarnt, und nur wenige wagen es auszusprechen."

"Es ist das gleiche mit Ihren Wissenschaftlern", fügte Firkon hinzu.

Wieder staunte ich über ihr Wissen über unsere Welt und unsere Völker. "Dann scheint es", sagte ich, "dass die Antwort weitgehend bei dem gewöhnlichen Mann auf der Strasse liegt und von den Millionen auf der ganzen Welt vervielfacht wird."

"Sie würden sie bestärken", stimmte Firkon zu, "und wenn sie in ausreichender Zahl überall gegen den Krieg stimmten, würden das einige Führer in verschiedenen Teilen Ihrer Welt gern hören."

Ich fühlte, dass dieses Gespräch viel zu meinem Verständnis beigetragen hatte und ich war voller Hoffnung. Fast ohne es selbst zu merken, änderte ich das Thema mit den Worten: "Ich frage mich, ob Sie mir ein wenig mehr erklären möchten über den Mechanismus, den ich in dem Pilotenraum sah - jener, der die Geräusche registriert, die in Bilder auf dem Bildschirm übersetzt werden."

"Natürlich", sagte Orthon. "Eines der wichtigsten Verwendungen ist es, uns das schnelle Erlernen einer Sprache zu ermöglichen. Normalerweise sprechen diejenigen von uns, die auf Ihrer Erde für eine Weile leben und arbeiten, mit einem besseren Akzent. Obwohl bei uns, wie auch bei Ihnen, einige eine grössere Begabung für Sprachen als andere haben und ohne direkten Kontakt mit den Menschen fehlerfrei sprechen lernen." Hier lächelte er und erinnerte mich an die pantomimische Unterhaltung ohne Worte zu dem Zeitpunkt unserer ersten Begegnung in der Wüste und fügt hinzu: "Es war von grösster Wichtigkeit, dass ich Ihre Fähigkeit testete, telepathische Botschaften zu senden und zu empfangen. Als Ergebnis dieses Tests sind Sie jetzt hier!

Wir kennen wohl die Skepsis der Erdenmenschen bezüglich allem, was ausserhalb ihrer persönlichen Erfahrung liegt. Aus diesem Grund waren die Nachrichten, die ich Ihnen übermittelte, von einem universellen Charakter. Obwohl das Wissen solcher Schriften mit den Zivilisationen, die vor langer Zeit untergingen, begraben wurde, wussten wir, dass ein paar Leute über Ihre gegenwärtige Welt verstreut leben, die in der Lage sein würden, sie zu übersetzen. Mit solchen Übersetzungen können nur die entschlossen Ungläubigen sich weiterhin des Glaubens verweigern."

"Es ist ein Glück," sagte Kalna mit einem fröhlichen Lächeln, "dass die Wissenschaftler Ihrer Welt zumindest die Gedankenübertragung als eine feststehende Tatsache akzeptiert hat!"

"Wissen Sie", sagte Orthon, "Wir hielten Sie für einige Jahre unter Beobachtung, bevor ich Sie schliesslich kontaktierte, und wir fühlten uns sicher, dass Ihr Wissen über Telepathie ausreichte. Dies wurde in den Test bei unserer ersten Begegnung unter Beweis gestellt."

"Prüften Sie mich auch in anderer Hinsicht?", fragte ich.

"Natürlich taten wir das! Sehen Sie, da Sie seit einigen Jahren unsere Schiffe fotografiert hatten, kamen Ihre Gedanken unweigerlich auf uns zu. Wir spürten Ihr aufrichtiges Interesse. Es blieb abzuwarten, ob und wie Sie dieses Interesse in eine Aktion umsetzen würden, wie fest Sie trotz Spott und Skepsis daran glaubten, und ob Sie versuchten, Ihre Kontakte mit uns zu Ihrer Selbsterhöhung oder für kommerzielle Zwecke zu missbrauchen.."

"Sie haben alle Tests mit Bravour bestanden", sagte Ilmuth herzlich. "Angesichts allen Hohns und Unglaube - auch wenn die Gültigkeit Ihrer Fotografien in Frage gestellt wurde - sahen wir, wie Sie überzeugt an dem festhielten, wovon Sie wussten, dass es wahr sei."

Diese Ermutigung erfüllte mich mit Glück und ich wusste, dass mich mit solchen Freunden nichts mehr aufhalten könnte.

"Da war noch eine andere Sache, die wir wissen mussten", sagte Ramu, "in Bezug auf Ihre Diskretion und Ihr Urteil. Zum Beispiel gab es gewisse Dinge, die Ihnen der Meister heute Abend offenbarte, die, wie er deutlich machte, Ihren Menschen noch nicht mitgeteilt werden dürfen. In einer Welt wie der Ihren, ist es eine grosse Versuchung für die meisten Menschen, sich selbst durch wichtige, aufsehen erregende Aussagen zu erhöhen. Darüber hinaus kann das Gesamte, was sie jetzt sagen dürfen, auch nicht mit Weisheit an alle weitergegeben werden. Hier ist Ihr gutes Urteilsvermögen notwendig. Immerhin haben Sie den grössten Teil Ihres Lebens dem Studium der Universalen Gesetze gewidmet, soweit Sie sie kannten. Dabei haben Sie gelernt, dass es nicht nur nutzlos, sondern oft gefährlich ist, mehr Wissen zu erhalten, als aufgenommen oder verstanden werden kann. Wir wissen, dass Sie dieses Prinzip auf die Informationen, die Sie von uns erhalten, anwenden."

"In Bezug auf die Telepathie", sprach ich eine Frage aus, die in meinem Kopf war, "kann ich, obwohl ich in der Lage bin, sie anzuwenden, nicht wirklich behaupten, diesen Vorgang zu verstehen. Könnten Sie es ein wenig erklären?"

Sie blickten sich gegenseitig an und dann lachten sie. Ich erkannte, dass alle Anwesenden meine Frage beantworten konnten, und dass sie sich über ihre Höflichkeit belustigten, jedem anderen die Chance einer Antwort zu geben. In der Tat merkte ich, als ich die gesamte Diskussion betrachtete, dass es in unsere Welt ganz anders zuging, wenn zwei oder mehr Menschen versammelt waren. Wo wir uns in Gesprächen einmischen, kreuz und quer sprechen und den Sprecher ständig unterbrechen (dem es zumindest erlaubt sein sollte, gelegentlich auf den Punkt zu kommen), hatten diese Männer und Frauen in allen Fällen gesprochen, ohne von den anderen unterbrochen worden zu sein. Und keiner hielt eine langatmige Rede.

Als ob er einvernehmlich mit den anderen sprach, antwortete Orthon: "In Ihrer Welt gibt es das, was Sie Radio nennen, und es gibt viele Amateurfunker. Diese haben bestimmte Kanäle, auf denen sie funken dürfen. Diese Kanäle, die Sie als "Ätherwellen" bezeichnen, ermöglichen es einer Person an einem Ort, eine Nachricht an eine Person an einem anderen Gerät an einem weit entfernten Ort zu übertragen. Die beiden hören einander so klar, als ob sie im selben Raum seien. Früher hatten die Menschen, die sich jetzt einen interplanetaren Ursprung unserer Schiffe nicht vorstellen können, eine solche Kommunikation als unwahrscheinlich betrachtet. Für diese Art der Mentalität ist nur wenig vorstellbar, was noch nicht bis zu dem Punkt des Verkaufs über einen Ladentisch erwiesen ist.

Die Gedanken werden empfangen und übermittelt in genau der gleichen Weise wie mit einem Radio, entlang bestimmter Wellenlängen, aber ohne das Gerät. Wir arbeiten direkt von Gehirn zu Gehirn, und hier ist wiederum die Distanz kein Hindernis.

Es wird jedoch ein offener und aufgeschlossener Geist für den Erfolg benötigt. Über all die Jahre, die Sie Ihre Gedanken zu uns gesandt haben, haben wir auch geantwortet. Dies hat eine solide kabelähnliche Verbindung zwischen uns aufgebaut, indem wir die Gedankenwellen in einem einzigen Kanal beliessen. Wann immer Ihr Geist geöffnet ist, können wir Ihnen die Informationen, die Sie benötigen, übermitteln, genau wie Sie eine Meldung über ein Telefon erhalten könnten.

Sie wurden ausgewählt, um mit mir in Gegenwart von Zeugen Ihre Erfahrungen zu bestätigen. Wir wollten in dieser Sitzung die grösstmögliche Wahrheit erreichen. Und wir loben die Mitarbeiter einer Ihrer grössten Zeitung, die mutig genug ist, den ersten Bericht zu veröffentlichen.

Aber eine Sache, die wir allen klar machen wollen, ist, dass die mentalen Kontakte, worüber wir diskutiert haben, definitiv nicht das sind, was Ihre Leute "übernatürlich" oder "spiritualistisch" nennen, sondern direkte Nachrichten von einem Geist zu einem anderen. Eine Erläuterung zu dem, was Sie "übernatürlich" nennen, werden wir Ihnen zu einem anderen Zeitpunkt geben.

Wir nennen diese mentale Telepathie einen einheitlichen Zustand des Bewusstseins zwischen zwei Punkten, dem Absender und dem Empfänger, und es ist die häufigste Methode der Kommunikation auf unseren Planeten, besonders auf dem Planeten Venus.

Die Nachrichten können zwischen den Individuen auf unserem Planeten übertragen werden, von unserem Planeten zu unserem Raumschiff, wo immer es auch sein mag, und von Planet zu Planet. Wie ich schon sagte - und behalten Sie dies in Ihrem Gedächtnis - ist Raum oder "Entfernung", wie Sie es nennen, keinerlei Hindernis."

Während Orthon sprach, hatte Ilmuth unauffällig den Raum verlassen. Nun kehrte sie mit einem Tablett zurück, auf dem Gläser mit dem gleichen Getränk, das ich bereits beschrieben habe, standen. Nachdem sie die Gläser verteilt hatte, sagte ich: "Diese Leute von anderen Planeten, die unter uns leben ... Geht das schon lange?" Es war Kalna, die antwortete: "Seit undenklichen Zeiten!

Oder zumindest", korrigierte sie sich, "über die letzten zweitausend Jahre. Nach der Kreuzigung Jesu, der gesandt wurde, um auf Ihrer Welt zu inkarnieren, um Ihrem Volk zu helfen, wie es andere vor ihm taten, haben wir uns entschlossen, unsere Mission in einer weniger gefährlichen Weise fortzusetzen, als auf Ihrem Planeten geboren zu werden. Möglich wurde dies durch den grossen Fortschritt in unseren Raumschiffen. Wir konnten Freiwillige in ihren physischen Körper bringen. Diese Menschen sind sorgfältig auf ihre Aufgabe geschult und erhalten Anweisungen in Bezug auf ihre persönliche Sicherheit. Ihre Identität wird nie preisgegeben, ausser sehr selten für einen bestimmten Zweck wie bei Ihnen.

Sie vermischen sich mit ihren irdischen Brüdern, um deren Sprache und Lebensweise zu erlernen. Dann kehren sie auf ihren Heimatplaneten zurück, wo sie uns ihr Wissen weitergeben, das sie auf Ihrer Welt gesammelt haben. Wir verfügen über die Geschichte der Erde und das Geschehen darauf aus 78 Millionen Jahre. Andere Menschheitsgeschichten gingen mit den Zivilisationen, die sich selbst zerstörten, verloren - das selbe Zerstörungsmuster, das Sie heute bedroht.

Das was Sie "Krieg" nennen, hat über Millionen von Jahren nirgendwo sonst in unserem System existiert. Natürlich müssen alle Planeten und ihre Menschen die geplanten Phasen der Entwicklung vom Niedrigen zum Höheren passieren. Aber der Ihre war kein planmässiger oder natürlicher Fortschritt, sondern eine endlose Wiederholung des Wachstums und der Zerstörung, Wachstums und Zerstörung.

Es gibt Erdenmenschen, die Ihren Planeten mit unserer Hilfe verliessen, damit sie von uns lernen konnten und mit der Zeit gehen sie wieder in ihre irdische Heimat zurück und geben ihr Wissen an Sie weiter. Aber unter den heutigen Bedingungen auf Ihrem Planeten ist es nicht mehr möglich, dies zu tun, denn niemand konnte zurückgebracht werden. Sie konnten nicht erklären, wo Sie gewesen waren, ohne als verrückt gebrandmarkt und in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert zu werden. Auch würde in Ihrer jetzigen Welt der multiplen Ausweispapiere die plötzliche Rückkehr von jemand, der lange Zeit auf mysteriöse Weise verschwunden war, von den Behörden nicht unangefochten bleiben.

Wir können keine Mitmenschen einer unerträglichen Verfolgung aussetzen. Nun verstehen Sie vielleicht besser, warum wir uns in so vieler Hinsicht von jenen blockiert fühlen, denen wir helfen möchten."

Kalnas Gesichtsausdruck hatte seine ganze natürliche Fröhlichkeit in eine Traurigkeit verwandelt, als sie mir diese Dinge sagte. Jetzt nahm sie ihr Glas von dem niedrigen Tisch, nippte an ihm und lächelte. Als sie das Glas zurückgesetzt hatte, sagte sie: "Es ist sehr schade, dass wir über solche traurigen Dinge sprechen müssen - und es ist noch trauriger, dass ein solches Leid überall im Universum existiert. In uns selbst sind wir von keine traurigen Menschen. Wir sind sehr fröhlich. Wir lachen sehr viel."

Ich fand mich tief bewegt von dieser kleinen Entschuldigung. Sie waren frohe Menschen auf ihrem Planeten. Doch sie waren bereit, die Traurigkeit unserer Erde zu teilen und strebten unaufhörlich über die Jahrhunderte danach, uns Licht zu bringen.

"Wir haben noch eine Hoffnung", sagte Ilmuth, als wollte sie mir schmeicheln. "Wir können immer noch unter Euch kommen, und hin und wieder können wir einen Kontakt wie mit Ihnen aufnehmen. Während Ihre Piloten zurzeit unsere Landungen erschweren, haben wir Hoffnung, dass, wenn mehr und mehr von Ihrem Volk unsere Schiffe gesehen haben, man sich an sie gewöhnt haben wird und die Wahrheit von Lebewesen auf anderen Planeten akzeptiert, persönliche Begegnungen mit Erdenmenschen erhöht werden können."

"Ich kann mir nichts anderes vorstellen," stimmte ich zu.

Wir tranken alle aus unseren Gläsern. Als ich meine Freunde anschaute, sah ich, dass alle Zeichen der Besorgnis über die Bedingungen auf dem Planeten Erde aus ihren Gesichtern gewichen waren. Ich wusste, dass dies klug und richtig war und versuchte, ihrem Beispiel zu folgen, indem ich fragte: "Tanzen und singen Sie auf anderen Planeten und feiern Sie Parties wie wir?"

"Wir alle tanzen viel", antwortete Kalna. "Wir betrachten das Training des Körpers in seiner Koordinierung der rhythmischen Bewegung als ein wesentlicher Bestandteil unserer Bildung. Zudem ist dieser Ausdruck ein Teil dessen, was Sie als ein religiöses Ritual bezeichnen würden. Wie die Gedichtform in Worten tiefe Gefühle ausdrücken kann, nicht aber die Prosa, so wird der perfekte Rhythmus in der Bewegung eines Körpers in einem Tanz ausgedrückt, der der Anbetung gewidmet ist. Wir tanzen auch schier zum Vergnügen wie Sie es tun, jedoch nicht genau in der Weise Ihrer heutigen Tänze", fügte sie mit einem Lachen hinzu. "Wir konnten keine Freude finden an dem Strampeln, Wackeln und Hüpfen, was wir auf Ihrer Erde beobachtet haben, in dem sich ein Mann und eine Frau in einem Moment einander heftig umklammern und sich dann beide vor den nächsten werfen. Unser sozialer Tanz findet in der Regel in einer Gruppe statt, wenn auch oft eine oder mehrere Personen, von dem Moment oder der Musik inspiriert, für den Rest von uns tanzen. Sie haben gute Tänzer auf der Erde und kennen deshalb die Freude, die schöne Bewegung eines Körpers, der durch den Geist inspiriert ist, zu sehen."

Wir feiern auch Parties," sagte Ilmuth, "obwohl wir sie nicht so bezeichnen. Bei uns ist es ganz einfach eine Frage der Einladung unserer Freunde in unsere Häuser, um uns auszutauschen oder gemeinsam zu entspannen. Vieles findet im Freien statt - an unseren Stränden oder in unseren Gärten. Wie bei Ihnen haben viele unserer Häuser Grundstücke mit Schwimmbecken und grossen Terrassen."

Ich wünschte, ich brauchte niemals diese wunderbaren Menschen verlassen. Aber genau an dieser Stelle erhob sich Ramu und sagte: "Es ist eine schlechte Nachricht, aber ich fürchte, ich muss Sie jetzt auf die Erde zurückbringen."

Ich stand auf und versuchte mein Bedauern mit dem Gedanke an ein "nächstes Mal" zu begraben.

Wir verabschiedeten uns inmitten einer Atmosphäre von Heiterkeit und im Hinblick auf ein weiteres Treffen für uns alle.

Niemand ermahnte mich, nichts zu vergessen, was man mir gesagt hatte, noch es richtig in meine Aktivitäten auf der Erde einzubinden. Ich blieb nur mit einem letzten Eindruck von Schönheit und Wärme und Freundlichkeit zurück und mit dem Wissen, dass die Menschen in meiner Welt auch in dem natürlichen Erbe der ganzen Menschheit wachsen könnten, wenn einmal die Ignoranz von Ihnen genommen sein würde.

Als wir die Tür zur Leitwarte erreichten, blieb ich stehen, um einen Blick zurück zu werfen, damit sich vielleicht noch einmal in meinen Gedanken der Abdruck eines jeden Details von diesem schönen Zimmer, meinen Freunden und vor allem dem strahlenden Portrait zeitlosen Lebens einprägen würde.

Das kleine Späherschiff war wieder aufgeladen worden, während wir zu Besuch waren und stand nun in Bereitschaft für unsere Rückkehr zur Erde. Die Tür war offen und wir traten gemeinsam ein, Ramu, Firkon und ich. Ramu ging zur Leitwarte. Die Klemme und das Kabel waren entfernt worden, als wir die Treppen hoch stiegen und es schloss sich die Tür leise, nachdem der letzte Mensch eingestiegen war.

Langsam glitten wir die geneigte Bahn hinunter durch zwei Schleusen und wieder hinaus in den Weltraum durch den Boden des Schiffes. Als wir auf den Gleisen aufkamen, fühlte ich es wieder in der Magengrube, obwohl es weniger intensiv war und von kürzerer Dauer als beim ersten Mal.

Es schien eine unglaublich kurze Zeit vergangen zu sein, als die Tür aufglitt und Firkon sagte: "Hier sind wir wieder - zurück auf der Erde!"

Diesmal hatte das Späherschiff nicht auf der Erde aufgesetzt, sondern schwebte etwa 15 Zentimeter über ihr.

Ramu trat vor, streckte die Hand zum Abschied aus und sagte: "Ich werde nicht mit Ihnen fahren, ich muss in dem Späherschiff bleiben. Ich freue mich über diesen Abend mit Ihnen und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen."

Ich erwiederte seine Gefühle!

Die Rückfahrt zum Hotel war ruhig, voller Gefühle und tiefer Gedanken meinerseits. Firkon wusste dies zweifellos.

Er hielt den Wagen vor meinem Hotel an, stieg aber nicht aus. Wir schüttelten die Hände und er sagte: "Wir werden uns bald wieder treffen."

Ich frage mich, wann und wo, und er beantwortet die unausgesprochene Frage und sagte: "Seien Sie sicher, Sie werden zur richtigen Zeit benachrichtigt und werden sich in am richtigen Ort einfinden."

Ich stieg aus dem Auto. Als ich die Hand zum Abschied hob, fuhr Firkon davon und liess mich auf dem Bürgersteig allein stehen.

Ich betrat das Hotel und ging ich in mein Zimmer. Zum ersten Mal seit der Abfahrt zu meinen Freunden schaute ich auf meine Uhr. Es war 05.10 Uhr!

Ich war nicht im Geringsten müde. Ich sass eine ganze Stunde lang auf dem Bettrand, um die Erfahrungen der Nacht zu überdenken. Und selbst, als sie mir durch den Kopf gingen, konnte ich nur daran denken, wie unglaublich das Ganze für meine Mitmenschen sein würde.

Dennoch fühlte ich, dass ich davon erzählen müsste. . . .

Eigentlich konnte ich selbst kaum in der Realität alles glauben, was in den letzten Stunden passiert war. Doch ich wusste, was meine Augen gesehen und meine Ohren gehört hatten, und das war ohne Zweifel eine ganz körperliche Erfahrung.

Als ich mich schliesslich meiner Kleidung entledigt hatte, streckte ich mich aus und muss in einen leichten Schlaf gefallen sein. Es war kurz vor acht Uhr, als ich erwachte. Ich kleidete mich hastig an, denn es blieb nur wenig Zeit zu frühstücken und mit dem Bus nach Hause zurück zu kehren.

Während der Busfahrt beobachtete ich die irdische Landschaft, die wir passierten, und einige der Leute, die in meiner unmittelbaren Nähe sassen. Aber mein Verstand war noch in den Erfahrungen der vergangenen Nacht gefangen und unterwegs im Weltraum oder mit meinen Gefährten auf dem riesigen Flugzeugträger.

Das Gefühl, an zwei Orten gleichzeitig zu sein, hielt über mehrere Wochen an. Ich fand es sehr schwierig, in die Abhängigkeit der irdischen Gewohnheiten zurückkehren. Obwohl ich nur kurze Zeit die Ehre hatte, die Weiten des Weltraums und die Schönheit seiner unaufhörlichen Bewegung zu sehen, trug ich das Wunder weiterhin mit mir. Alles, was ich gelernt hatte von diesen Freunden aus anderen Welten wurde mir nicht allein geschenkt, sondern für den Austausch mit allen auf der Erde, die bereit waren, es zu empfangen.


7: Der Späherschiff von Saturn

Die Zeit verstrich ohne weitere Treffen mit meinen Freunden aus anderen Welten. Doch oft hatte ich das Gefühl, dass sie in der Nähe waren.

Es war zwei Monate später, am 21. April, als ich wieder einen plötzlichen Drang spürte, in die Stadt zu gehen. Dementsprechend liess ich mich am nächsten Tag zur Oceanside bringen, wo ich am frühen Nachmittag in den Bus nach Los Angeles einstieg, der dort nach etwas mehr als zwei Stunden ankam.

Ich stieg im gleichen Hotel wie zuvor ab und ging in mein Zimmer, um mich nach meiner Reise zu erfrischen. Dann kehrte ich nach unten zurück und ging in die Cocktail-Lounge, um ein wenig mit meinem Freund, dem Barmitarbeiter zu plaudern. Kurz darauf kehrte ich in die Lobby zurück, kaufte ein wöchentliches Nachrichten-Magazin und setzte mich hin, um zu warten.

Diesmal fehlte das Gefühl der Unsicherheit und der inneren Unruhe, das mich das erste Mal plagte. Ich kannte die Bedeutung der inneren Unruhe, das hatte mich innerlich ruhig werden lassen!

Also las ich mit Interesse die Berichte über die in- und ausländischen Ereignisse und was man "zwischen den Zeilen lesen" nennt. Ausser zwei ankommenden Männern, die ich flüchtig kannte und mit denen ich ein paar Worte austauschte, gab es keine Unterbrechungen.

Plötzlich sah ich hoch, und da stand mein Freund vom Mars, Firkon!

Ich sprang auf meine Füsse mit einem breiten Grinsen. Firkon lächelte ebenfalls und wir tauschten den üblichen Gruss aus. Dann sagte er ein bestimmtes Wort und betonte es in einer Weise, die ihm eindeutig eine besondere Bedeutung gab.

Als wir das Hotel zusammen verliessen, sagte er: "Der Händedruck wurde in einem gewissen Umfang beschrieben und wir dachten, es sei am besten, das Wort, das Sie soeben gehört haben, als weitere Identifikation zwischen Ihrer und unserer Welt, die mit Ihnen Kontakt aufnimmt, hinzuzufügen. Dies ist besonders nützlich, wenn Sie von jemand Fremdem angesprochen werden, wie es manchmal der Fall sein wird."

"Eine ausgezeichnete Vorsichtsmassnahme", stimmte ich zu. Mit einem Blick auf meine Uhr bemerkte ich, dass es bereits 7.15 Uhr war, und ich sagte: "Wenn es Ihre Pläne ermöglichen und Sie etwas essen möchten, Ich kenne ein kleines Café in der Nähe, wo wir in einer Ecke sitzen und uns ungestört unterhalten können."

"Das passt gut", sagte er und fügte mit einem Lächeln hinzu: "Immerhin muss der Körper ernährt werden!"

Wie wir gemeinsam gingen, fragte ich nach Ramu. Firkon sagte mir, er sei heute Abend nicht bei uns.

Das Café war voll, aber wir kamen gerade rechtzeitig, um in eine Nische zu schlüpfen, die andere Gäste verliessen. Wir begrüssten die Kellnerin, die kam, um den Tisch abzuräumen. Firkon blickte kurz auf die Menükarte, die sie ihm gegeben hatte, dann legte er sie beiseite und bestellte ein Erdnussbuttersandwich mit Vollkornbrot, schwarzen Kaffee und ein Stück Apfelkuchen.

"Ich nehme das Gleiche", sagte ich.

Als wir allein waren, fing er leise an zu sprechen: "Ich sah, als sie das Magazin lasen, dass Sie beeindruckt waren von der Fülle der Verdächtigungen, des Antagonismus und des Hasses, den bestimmte Menschen auf Ihrer Erde kontinuierlich gegen andere Gruppen aussenden."

Da ich seit Firkons Ankunft noch nicht bewusst darüber nachgedacht hatte, war ich etwas erstaunt, dass ihm meine Reaktion geläufig war.

"Ganz einfach", erklärte er, "es gibt immer noch ein sehr leistungsfähiges Gedankenbild oder das, was Sie 'Hintergedanken' nennen. Nur wenige Menschen", fuhr er fort, "erkennen diese destruktiven Emotionen in sich, was sie ja sind - auch diejenigen, die stolz auf ihre gemässigte Einstellung sind. Beachten Sie jedoch, welch ein kleiner Vorfall notwendig ist, um einen Menschen dazu zu bringen, dass er die Beherrschung verliert. Nach einer Zeit betritt er mit ein wenig mehr Verschlimmerung die Kampfarena und wird aggressiv, was er "Selbstschutz" bezeichnet.

Eigentlich ist dies nichts anderes als ein Zustand der emotionalen Unwucht, was eine Kraft der Wut ausserhalb jeder Vernunft entfacht. Ist dies einmal erkannt, kann solch ein Gewohnheitsmuster schnell eingedämmt oder sogar völlig gebrochen werden."

An dieser Stelle wurde unser Essen gebracht. Als wir wieder allein waren, fuhr er fort, "Die Verantwortung für den heutigen Stand der Dinge auf der Erde kann nicht auf nur wenige in jeder Nation beschränkt werden. In meinem Geschäft und meinen sozialen Kontakten mit meinen Erdenbrüdern bin ich vielen mit diesen destruktiven Emotionen und gesättigtem Egoismus begegnet. Natürlich sind Angst und Verwirrung verbreitet. Einigen ist es gelungen, eine höhere Wertschätzung für ihre Mitmenschen zu erlangen bei dem Versuch, mehr über die universellen Gesetze zu lernen.

"Einige haben die Kanäle ausprobiert, die Sie "Metaphysik", "Okkultismus" und ähnlich nennen. Aber unter diesen gibt es häufig eine egoistische Motivation in Richtung Eigenwerbung und Eigennutz, nicht das universelle Motiv des Dienens an anderen und dem gegenseitigen Wohl.

"Als Ergebnis eines solchen allgemeinen Eigennutzes macht es wenig Unterschied, wen das Volk als Führer wählt, auch wenn er aus den eigenen Reihen kommt. Die Führer unterliegen den Gewohnheiten der Mehrheit, wo die Mehrheit an der Macht ist.

Wir von den anderen Welten, die wir unerkannt unter Ihnen leben, können deutlich sehen, wie die Identität mit der göttlichen Herkunft verloren gegangen ist. Das Volk der Erde wurde zu getrennten Einheiten, die keinen wirklichen menschlichen Ausdruck wie am Anfang mehr haben. Nun wurden sie zu Sklaven der Gewohnheit.

Dennoch ist die ursprüngliche Seele in diesen Gewohnheiten noch gefangen, die sich nach Entfaltung sehnt und nach ihrem göttlichen Erbe. Dieser Drang erstickt den gefesselten Menschen durch die Macht der Gewohnheit. Und deshalb erhält sein Begehren einen immer grösseren Ausdruck, häufiger als er selbst erkennt, und etwas rührt in der Tiefe seines Wesens und er wird unruhig und rastlos. Doch die Gewohnheit ist so mächtig in ihrer Anhäufung, dass der Mensch sich davor fürchtet, auf seine innere, weise Stimme zu hören und ihr nachzugeben, ohne zu wissen, wohin sie ihn führen mag. Allerdings, bis der Mensch die Fesseln seiner persönlichen Selbstachtung abwerfen kann und sich von dieser Stimme führen lässt, wird er weiterhin als Krieger gegen die Gesetze seines eigenen Wesens angehen.

Wie Sie wissen, kann niemand einem Menschen helfen, so lange er nicht den Wunsch hat, seine Lebensart zu ändern. Die Wenigen auf der Erde, die den aufrichtigen Wunsch verspüren, die Gesetze des Grossen Einen zu lernen, müssen versuchen, die anderen zu führen. Und wir von den anderen Welten werden ihnen helfen."

Wir hatten unsere Mahlzeit eingenommen, während Firkon sprach. Jetzt erhob er sich aus der Nische. Wieder auf der Strasse, gingen wir zwei Blöcke weiter, wo der selbe Pontiac am Bordstein geparkt war.

Es war eine stürmische Nacht, aber ich bemerkte kaum den Sturm. Während des ersten Teils unserer Reise ging noch in meinem Kopf herum, was Firkon gesagt hatte. Gegen Ende konnte ich nur noch daran denken, welche neue Abenteuer ich heute Abend erleben würde. Dieses Mal erschien die Fahrt von der Stadt kürzer gewesen zu sein bis zu dem Punkt, wo wir wie damals plötzlich von der Hauptstrasse abbogen. Diesmal fuhren wir nur eine kurze Strecke, bevor das Auto anhielt.

Anfangs konnte ich nur die Umrisse von ein paar kleinen Hügeln zu meiner Rechten ausmachen und, soweit ich in der Dunkelheit sehen konnte, ebenes Gelände in allen Richtungen. Obwohl ich sicher war, dass eine Fahrt zum Späherschiff beabsichtigt war, konnte ich keine Spur von ihm erkennen, noch irgend ein Licht, das seine Anwesenheit verraten könnte. Doch mein Begleiter schien sich seiner Richtung sicher zu sein, und wir gingen einige Zeit, als die niedrigen Hügel plötzlich endeten. Dort in der Ferne konnte ich einen sanften Schimmer ausmachen. Meine Erwartung stieg an, als wir auf dieses Licht zugingen und nach etwa 400 m wurden die bekannten Umrisse des Späherschiffs sichtbar.

Aber etwas war anders. Dieses war viel grösser als das kleine Schiff, das ich in Erinnerung hatte. Dieses musste über hundert Meter im Durchmesser gewesen sein, mit grösseren Bullaugen und einer viel flacheren Kuppel.

Eine Gestalt stand vor den Scheinwerfern des Schiffes, den ich zuerst als meinen venusianischen Freund hielt, da er den inzwischen bekannten Ski-ähnlichen Pilotenanzug trug. Aber dieser Pilot erwies sich als ein Fremder, ein gutaussehender Mann, etwa 1,80 m gross. Er trat ein paar Schritte vor und begrüsste uns in einer warmen und freundlichen Art und Weise mit dem üblichen Händedruck. Ich nenne ihn Zuhl.

Ich fragte mich, ob diese enorme fliegende Untertasse ein marsianisches Schiff war, als der Pilot meine Gedanken mit den Worten korrigierte: "Dieses Späherschiff ist vom Saturn und es ist auch in einem grösseren Träger oder Mutterschiff stationiert, als das, worauf Sie bereits waren."

Er wandte sich um, führte uns zu dem wartenden Raumschiff, dessen Tür bereits geöffnet war, und trat ein. Ich folgte, Firkon ging hinter mir.

Dieses Schiff hatte mindestens den vierfachen Durchmesser des Venus-Späherschiffs und war etwa doppelt so hoch - vielleicht ein wenig mehr. Die Tür schloss sich in der gleichen Weise lautlos hinter Firkon. Sofort wurde das Innenlicht heller und das geringe Summen wurde hörbar, als die Maschine gestartet wurde. Ich spürte einen leichten Zug oder Ruck, jedoch nicht so viel, um mich aus dem Gleichgewicht zu bringen, und ich ahnte, dass wir die Erde verliessen. Als ich mich umschaute und versuchte, meine neue Umgebung in Augenschein zu nehmen, erklärte der Saturn-Pilot, dass dieses Schiff nicht nur grösser als das kleine Späherschiff war, sondern sich auch in anderer Hinsicht unterschied. Es schwebte nicht über dem Boden, sondern sass fest auf seinem riesigen dreikugeligen Fahrgestell. Was ich gefühlt hatte, war der notwendige Ruck, um von der Erde abzuheben. Zuhl gab mir als Analogie ein Stück Eisen, das an einem Magneten festhing. Ein Ruck erfolgt zum Zeitpunkt der Trennung.

Als ich mich umsah, erblickte ich das vertraute blau-weisse. diffuse Licht und die gleiche Art von glasig durchscheinenden Metallwänden. Auf beiden Seiten gab es eine gekrümmte Passage über 1,20m Breite, die offenbar um das Schiff herum führte. An der Aussenwand dieser Passage bemerkte ich eine Gruppe von Bullaugen, erheblich grösser als in dem kleinen Schiff, und so viel ich sehen konnte, müssen es vier solcher Gruppen insgesamt gewesen sein, eine Gruppe in jedem Quadranten. Vor uns führte ein Korridor von der scheinbar gleichen Breite mit hohen Wänden hinauf in die Kuppel und lief geradeaus bis zu etwa einem Drittel des Schiffsdurchmessers. Darüber hinaus schien es eine zentrale Kammer zu geben, in der ich einen grossen Magnetpol sehen konnte, der durch die Mitte des Schiffes platziert war.

Der Pilot fragte mich dann, ob ich einen Rundgang durch das Späherschiff machen wollte, während es im Flug war. Unnötig zu sagen, natürlich! Zuhl ging voran und nahm mich in die zentrale Kammer mit - ein fantastischer Anblick! Es ist schwierig, etwas zu beschreiben, das bei dem ersten Anblick so fremd und kompliziert scheint. Aber ich werde mein Bestes tun.

Auf einem Plan glich das Schiff einem Rad. Die vier Korridore waren wie vier Speichen, die zum Mittelpunkt oder der zentralen Kammer, in der wir jetzt standen, führte. Die Wände reichten zwanzig bis dreissig Meter vom Boden bis zur Decke. Sie waren fast ausschliesslich durch beleuchtete Grafiken und Diagramme bedeckt mit Linien und geometrischen Formen in komplizierten Mustern in ständig wechselnden Farben. Das faszinierte mich schon in dem Venus-Späherschiff. Sie waren schön anzusehen und diese begeisterten mich gleichermassen, obwohl ich sie es nicht besser verstehen konnte.

Etwa auf halber Strecke rund um die Ringmauer befand sich ein zierlicher Metall-Balkon, der über eine Leiter erreicht werden konnte. Oberhalb der Mauern war die durchscheinende Kuppel selbst, überragt von einem enormen Teleobjektiv. Fast die gesamte Fläche wurde von einer ebenso gigantischen Linse eingenommen, die mindestens das Doppelte des Durchmessers der Linse in dem Venus-Schiff mass. Rund herum standen vier geschwungene Bänke, auf denen Beobachter sitzen und nach unten in den Weltraum und auf die Planeten blicken konnten. Aber der zentrale Magnetpol, der vom Boden bis zur Kuppel verlief, dominierte die gesamte Kammer. Dieser riesige ruhende Pol, der durch die beiden grossen Linsen reichte, enthielt die Geheimnisse, die wir ersehnen - die Geheimnisse des interplanetaren Kampfes.

Wie ich schon angedeutet habe, wird das Schiff durch die vier radialen Korridore in vier Quadranten geteilt. Diese Korridore mündeten in die zentrale Kammer durch vier Öffnungen. Indem wir nach links abdrehten, gingen wir nun auf einem der Flure.

Etwa in der Mitte seiner Länge stiessen wir auf zwei grosse gegenüberliegende Durchgänge in den Flurwänden. Der Pilot führte mich durch den rechten Bogen in einen Teil des Schiffes, den er als die Schlafräume der Crew beschrieb. Diese ganzen Quadranten wurden in einer interessante Art und Weise aufgeteilt. Vor uns waren etwa ein Dutzend kleine private Räume oder Kabinen, wo jedes Mitglied der Besatzung seinen privaten Schlafplatz hatte. Ich betrat keinen von ihnen, denn da alle Türen offen standen, konnte ich sehen, wie perfekt und kompakt sie ausgerüstet waren - in einer Weise, für die sie unsere Pullman-Ingenieure beneiden könnten!

Eine Art Schiffsleiter mit Handläufen lief bis zu einem Abschnitt, der sich unmittelbar über dem Schlafbereich befand. Dieser, glaube ich, war der einzige Teil des Schiffes, der zwei komplette Decks innerhalb eines Quadranten enthielt. Hier oben war eine Art Schlafsaal oder Toilette mit Sofas und bequemen Stühlen, wo die Crew sich erholen oder unterhalten konnte. Die Decke der Wohnung war vollständig von der Schräge der durchscheinenden Kuppel bedeckt, und es erinnerte mich an einen Traum wie ein Solarium. Sicherlich muss es eine schöne Art und Weise der Entspannung sein, unter der riesigen geschwungenen, gläsernen Kuppel mit Sternen und dem Weltraum.

Während ich dies alles in mich aufnahm, fragte ich mich, wie viele Besatzungsmitglieder es gab. "Normalerweise umfasst eine vollständige Besatzung zwölf Männer", sagte Zuhl, "aber im Moment gibt es nur zwei Mann an Bord ausser mir, da für eine kurze Reise wie diese nicht mehr notwendig sind."

Dann überlegte ich, ob alle Mitglieder dieser speziellen Mannschaft Saturnianer seien, da es ein Saturn-Schiff war. Dieser Gedanke wurde korrigiert, als Zuhl sagte:

"Obwohl dieses Späherschiff auf dem Saturn gebaut wurde, gehört es keinem besonderen Planeten. Stattdessen teilen wir es uns. Folglich hat es Crew-Mitglieder aus allen Planeten.

Wie Sie sehen, ist dies ein grosses Späherschiff für Langstreckenreisen. Es kann von seinem Mutterschiff eine Woche oder länger entfernt bleiben, ohne zum Aufladen zurückzukehen, da es eine Ausrüstung an Bord hat, die diesem Zweck dient. Im Notfall kann von seinem Mutterschiff aus zusätzliche Energie für eine Aufladung auch unmittelbar an jedes Raumschiff gesendet werden."

Als wir im Flur in der Nähe der Schlafräume standen, glaubte ich, ein schwaches Vibrieren unter meinen Füssen zu spüren. Ich verstand warum, als Zuhl erklärte: "Die meisten der Maschinen sind direkt unter dem Fussboden in diesem Abschnitt installiert. Es gibt auch eine Mechaniker-Werkstatt, die direkt vom Schlafraum aus erreichbar ist." Ich suchte nach einer Tür, sah aber keine, was mich nicht überraschte.

Als wir wieder in den Korridor zurückkehrten, sah ich durch den Bogen, der in den nächsten Quadranten führte. Ich sah einen weichen Glanz von bunten Lichtern und seltsame Instrumente - die Leitwarte selbst. Zwei junge Männer sassen an dem Bedienpult. Wir gingen weiter, bis wir den äusseren kreisförmigen Korridor erreicht hatten.

Wir bogen nach rechts ab und Zuhl sagte: "In diesem Raum befindet sich ein Fach, wo wir zwei kleine ferngesteuerte "Speicherplatten" haben. Auf diesen speichern wir unsere genauen Beobachtungen bei der Arbeit. Hochempfindliche Geräte, sie übertragen ihre Erkenntnisse nicht auf nur auf das Späherschiff, sondern auch direkt auf das Mutterschiff, so dass doppelte Datensätze erstellt werden. Ein Satz geht als permanente Aufzeichnung auf einen der Planeten für die allgemeine Nutzung. Diese kleinen Scheiben haben viel dazu beigetragen, unsere Wissen über die Bedingungen auf der Erde, das ganze Sonnensystem und sogar die Systeme darüber hinaus zu erlangen."

Indem wir entlang des äusseren Korridors unsere Tour fortführten, passierten wir eine Gruppe von vier grossen Bullaugen.

Als wir den nächsten Seitenkorridor erreicht hatten, gingen wir erneut nach rechts zurück zur Schiffsmitte zwischen zwei solide wirkenden Mauern des gleichen lichtdurchlässigen Materials. Diese Wände waren sehr dick und stark und bildeten ein fest strukturiertes Prinzip wie die Speichen eines Rades. Ich konnte sehen, dass die Wand rechts von mir die Rückwand der Schlafräume war. Und Zuhl erklärte, dass die gegenüberliegende Wand enthielt des Eingangs zu einem ziemlich grossen Staufach mit Lebensmitteln und anderen Waren führte, die für einen längeren Aufenthalt gelagert wurden.

Als der Pilot die Worte "längeren Aufenthalt" aussprach, fragte ich mich, ob dieses Schiff zwischen den Planeten hin und her reisen konnte ohne die Hilfe eines Trägerschiffes. Dies verneinte er und betonte, dass die Späherschiffe nicht für Reisen im Weltraum gebaut waren.

Wieder einmal betraten wir eine zentrale Kammer mit ihren blinkenden, beweglichen Wandgraphiken. Wir gingen um die zentrale Linse herum und durch den dritten Seitenkorridor, den letzten, den wir noch erkunden mussten. Wie die anderen gegenüber hatte auch dieser Korridor zwei grosse Bögen, die von seinem Mittelpunkt wegführten. Zuerst gingen wir durch den linken Bogen in einen Raum, der, wie mir gesagt wurde, ihre Küche war. Ich hätte dies nie erraten, denn er hatte sehr wenig Ähnlichkeit mit allem, was wir von einer Küche wissen. Es schien, als sei es ein fast kahler Raum mit glatten Wänden. Aber der Schein trog. Zuhl erzählte mir, dass diese Wände von oben bis unten mit Schränken und Fächern ausgekleidet waren, die wie alle Türen in diesem erstaunlich gebauten Schiff unsichtbar waren, bis sie geöffnet wurden. In diesen Schränken wurden die Lebensmittel und alles Lebensnotwendige gelagert.

Eine kleine glasartige Tür in einer der Wände führte in das, was er einen Ofen nannte. Als ich hinein sah, erkannte ich keinen herkömmlichen Brenner, und Zuhl erklärte: "Wir kochen unser Essen nicht in der gleichen Weise wie Sie. Unseres ist schnell erledigt mittels Strahlen oder hohen Frequenzen, ein Verfahren, mit dem Sie auf der Erde experimentieren. Allerdings bevorzugen wir die meisten unserer Lebensmittel in dem Zustand, in dem sie gewachsen sind, und leben hauptsächlich von den köstlichen Früchten und dem Gemüse unseres Planeten im Überfluss. Eigentlich sind wir, wie Sie es nennen, "Vegetarier", und nur im Notfalle wenn keine andere Nahrung zur Verfügung steht, wollen wir Fleisch essen."

Ich stellte später fest, dass ich keine Waschbecken, Müllbehälter oder Rohrleitungen gesehen hatte, aber da ich keine Hausfrau bin, habe ich dies nicht rechtzeitig registriert. Aber zweifellos muss es solche Einrichtungen gegeben haben, wahrscheinlich wie alles andere unseren geheimnisvoll überlegen. Auch sah ich keine Stühle, Tische oder Bänke. Zweifelsfrei war alles Notwendige zwischen den Wänden versteckt.

Wir verliessen diese Küche und traten in eine Lounge ein, die so luxuriös wie die auf dem Venus-Trägerschiff war, wo Liegen und Einzelsitze in mehreren Stilrichtungen verstreut waren. In gemütlicher Umgebung gab es die gleiche Art von Beistelltischen mit transparenten Tischen. Auf diesen waren schöne kleine Ornamente eingelassen. Zuhl sagte, dass die Besatzungsmitglieder sich viele Stunden in diesem Raum aufhielt während der Beobachtungsreisen durch die Atmosphäre des Planeten, welchen auch immer sie gerade erkundeten. Er erklärte auch, dass sie wie wir Erdenmenschen auch gern spielten und auch die Gäste damit unterhielten.

Ich sah keine Bücher, Papiere oder Lesestoff aller Art, noch sah ich Regale oder Kästen, in denen etwas dieser Art aufbewahrt werden könnte. Aber ich stelle nicht in Frage, dass solche Dinge anwesend waren.

Der Bodenbelag in diesem Raum sowie auf dem ganzen Schiff war gelb-grau. Es gab kein besonderes Muster und obwohl die Oberfläche sehr fest erschien, fühlte es sich ähnlich wie dickes Moosgummi an, als ich auf ihr ging.

Wir hielten nur einen Augenblick in diesem einladenden Salon an. Wir gingen durch den erstes Korridor, durch die wir das Späherschiff betreten hatten, zu dem zentralen Korridor zurück.

Obwohl mir in diesem faszinierenden Schiff so viel gezeigt und erklärt worden war, war mir nicht mehr als ein kurzer Blick in den Kontrollraum erlaubt und es wurde keine Erklärung abgegeben über die Energie, mit der jede mechanische Ausrüstung betrieben wurde. Während ich wusste, dass sie durch die Nutzung der natürlichen Weltraumenergien reisten, die sie in Antriebskraft umwandelten, konnte ich nicht verstehen wie und erhoffte mir zugebenermassen darüber Informationen.

Aber mit einem fast entschuldigenden Lächeln erzählte mir Zuhl, dass sie bisher keinem Erdenmenschen so viel Vertrauen entgegenbrachten, um ihm gewisse Dinge zu offenbaren. "Denn", sagte er: "Sie haben auf der Erde noch nicht die Kontrolle über Ihre Emotionen gelernt .. was Sie häufig sprechen lassen, bevor Sie denken. Dadurch könnten Sie verführt werden, unklugerweise Informationen an einen unwürdigen Menschen weiterzugeben, der diese vielleicht missbraucht."

Ich konnte diese Wahrheit nicht leugnen.

Unsere Reise durch das Späherschiff war rasch verlaufen und ich erhielt die Erklärungen auf dem Weg. Trotzdem hatten wir kaum unsere Tour beendet, als Zuhl ankündigte: "Wir haben unseren Träger erreicht und sind bereit anzulegen."

Obwohl sie mir nicht sagten, wie weit draussen wir waren, hatte ich ein bestimmtes Gefühl, dass dieser Träger viel weiter von der Erde entfernt als das Venus-Schiff gewesen war. Auch konnte ich die Einfahrt unseres Raumschiffs in das grössere nicht beobachten, da wir nahe am Zentrum des Späherschiffs ohne Sicht waren. Doch in vielerlei Hinsicht hatte ich ein Gefühl der Gleichheit mit den früheren Erfahrungen, obwohl es gleichzeitig ein Unterschied gab, den ich nicht zu erklären vermag.

Als wir in das Innere des wartenden Raumschiffes abgesenkt waren, gab es wieder das Gefühl, in einen Aufzug zu fallen, aber ich hatte nicht das Gefühl, mein Gleichgewicht zu verlieren.

Als das Späherschiff auf seinen Schienen zum Stillstand kam und die Tür auf einer Plattform wie in dem anderen Träger geöffnet wurde, war niemand da, um uns zu empfangen und die Klammern über den Flansch und die Schiene zu befestigen, wie man es auf dem Venus-Schiff bei dem kleineren Späherschiff getan hatte.

Als ich aus diesem Späherschiff auf die Plattform innerhalb des Trägers von Saturn heraus trat, spürte ich sofort, dass dieses Schiff in fast jeder Hinsicht anders war als das Venus-Trägerschiff. Ich fragte mich, welches Abenteuer mich hier erwartete, aber zu keinem Zeitpunkt hatte ich das geringste Gefühl der Angst.

Tatsächlich diente jede neue Begegnung mit diesen Menschen von anderen Welten nur dazu, die Angst wieder zu etwas völlig Absurdem werden zu lassen. Zu allen Zeiten fühlte ich mich sehr demütig für die Privileg, das mir gewährt worden war, ihre Worte der Weisheit zu hören und ihre schönen Schiffe zu besuchen und darin zu reisen. Alles, worum sie mich baten, war, dass ich ihr Wissen an meine Mitmenschen, wer und wo immer sie auch sein mögen, weitergebe. Das werde ich tun, überlasse aber jedem einzelnen Menschen das Privileg, zu glauben oder nicht, in den Genuss einer höheres Wissens zu gelangen oder es in Spott und Skepsis abzutun.


8: Das Saturn-Mutterschiff

Was ich versuchen werde zu beschreiben, ist ziemlich komplex. Die meisten der mechanischen Anordnungen, die ich nach dem Einstieg in das Saturn-Mutterschiff sah, waren für mich völlig neu. Am Anfang konnte ich ihre Funktionen nicht ganz begreifen, aber später erhielt ich ein gewisses Verständnis für sie.

Die Plattform, neben der wir angehalten hatten (ich nenne es "Plattform", jedoch handelt es sich eigentlich um einen etwa 15 qm grossen magnetischen Aufzug), beförderte Personen und Fracht von unten nach oben auf diesem gigantischen Trägerschiff durch einen enormen Schacht, der zweihundert Meter oder mehr in die Tiefe reichte. Ein Magnetpol reichte durch die volle Höhe des Schachts durch den Mittelpunkt und lieferte die Energie und den Antrieb für diesen Aufzug.

Dies war das erste, - dies und der grosse nach oben führende Aufzugschacht - was mir beim Aussteigen aus dem Raumschiff als erstes auffiel. Vor uns war eine Art Brücke mit Seitenschienen, die die Aufzug-Plattform mit dem Deck verband, wo unser Zubringerschiff angehalten hatte, denn die ca. 5 Meter breite Plattform passte nicht vollständig durch die Breite der Schachtes. Dies verwirrte mich zunächst.

Als Zuhl und ich weiter gingen, schaute ich mich um, beeindruckt von dem majestätischen und prachtvollen Bau dieses riesigen Schiffes. Rückblickend konnte ich hoch oben jenseits der Kuppel unseres Raumschiffes die Decke der riesigen Kammer, durch die wir abgestiegen waren, sehen. Eine grosse Gruppe von Schienen glitt schräg nach oben durch diese Decke und verlief irgendwo weiter in den Höhen, wo sich die Schleusen befunden haben müssen. Ich konnte geradeaus bis zu der Öffnung in das Mutterschiff sehen, durch die wir gerade gekommen waren.

Als wir die Plattform erreichten, schlug Firkon vor, dass ich einen Blick in den Aufzugsschacht werfe. Ich tat es und sah drei weitere Etagen oder Ebenen über dem Deck und drei unten, also insgesamt sieben. Auf jeder Ebene führte eine Brücke oder Balkon-Erweiterung in den Schacht, um die Lücke zwischen dem Rand der Plattform und dem Deck zu überbrücken. Diese Erweiterungen können, wie ich später erfuhr, wie Zugbrücken angehoben werden.

In der Länge sind sie gleich der Höhe des Decks vom Boden bis zur Decke, so dass sie, wenn sie angehoben sind, den Eingang zum Deck verdecken, so dass ein sanfter Übergang des Schachts und eine vollständige Abdichtung des Schiffs ermöglicht wurde. Wenn die Aufzug-Plattform ihr Ziel erreicht hat, klappen die Scharniere dieses Teils der Schachtwand nach unten, bis er sich zu dem vorspringenden Balkon verwandelt. Wenn dies stattfindet, schwingen die Handläufe des Aufzugs nach aussen und bilden ein Geländer für den Balkon. Wenn der Aufzug sich weiter bewegt, schwingen diese Schienen vom Balkon zurück und bilden eine Leitplanke bis zum Aufzug.

Ich sah, wie diese Schienen kurz nach dem Verlassen des Späherschiffs betrieben wurden. Sobald wir den Balkon überquert und den Aufzug betreten hatten, schlossen sich die seitlichen Schienen hinter uns, obwohl wir nicht hochfahren wollten. Während ich umher blickte und jedes Detail zu erfassen versuchte, hielt Zuhl durch eine kleine Schalttafel, die etwa 10 cm vom Boden des Aufzugs entfernt angebracht war, an, wahrscheinlich damit niemand aus Versehen darauf treten würde. Dieses Panel war etwa 76 cm lang und zwischen 15 cm bis 20 cm breit. Auf ihm waren sechs Tasten in zwei Reihen versetzt angebracht zur einfachen Bedienung mit den Füssen. Jede Taste war markiert, um ihren Zweck anzuzeigen.

Aber ich konnte diese Markierungen weder lesen noch sie verstehen.

Zuhl trat auf einen der Knöpfe und sofort schwenkte das Geländer auf der anderen Seite der Plattform nach aussen und nahm eine neue Stelle als Leitplanken für die Balkon-Erweiterung auf der anderen Seite des Schachtes ein, den wir jetzt erreicht hatten. Gleichzeitig wurde eine schön geformte und verzierte Tür in die offene Wand vor uns geschoben, was mir einen weiteren wundervollen Anblick ermöglichte.

Wir befanden uns jetzt in einem exquisiten Salon, sehr ähnlich in Einrichtung und Design dem auf dem Venus-Träger, wenn auch etwas grösser. Wieder wurde er angenehm von dem gleichen mysteriösen, weichen Licht indirekt beleuchtet. Allerdings wurde meine Aufmerksamkeit sofort von sechs Frauen und sechs Männern in Anspruch genommen, die offenbar unsere Ankunft erwartet hatten. Sie hatten in einer engen Gruppe gesessen, im Gespräch vertieft. Als wir eintraten, erhoben sie sich und lächelten. Ein Mann und eine Frau begrüssten uns, mich eingeschlossen, herzlich, obwohl ich sie nie zuvor gesehen hatte.

Die Frauen trugen schöne, leichte Kleider aus einem Material, das fast lebendig erschien. Jede hatte einen breiten Gürtel, der offenbar Teil des Kleidungsstückes selbst war, mit Edelsteinen besetzt, die mit einer Weichheit und Vitalität funkelten, die ich noch nie an irgendeinem Juwel auf der Erde gesehen hatte.

Diese Gürtel mit Edelsteinen besetzt sind der einzige Schmuck, den ich je bei Frauen anderer Welten gesehen hatte. Und als ich diese Edelsteine bewunderte, fragte ich mich, ob sie wirklich denen auf der Erde überlegen waren oder ob ihre aussergewöhnliche Brillanz vielleicht auch mit der Erscheinung ihrer Trägerinnen zusammen hing; ein Gedanke, der später von Firkon bestätigt wurde.

Die Kleider der Damen hatten lange, breite Ärmel, die an den Handgelenken zusammengezogen waren. Die Ausschnitte waren rund geschnitten. Obwohl sie sich in der Farbe nach der Wahl jeder Dame unterschieden, waren alle aus weichen Pastelltönen, die der gesamten Gruppe einen Aspekt harmonischen Charmes verliehen.

Die Frauen waren zwischen etwa 1,50m und 1,70m gross. Alle waren schlank mit guter Figur. Ihre Züge waren zart und ihre Gesichter schön in der Kontur. Ihr Teint variierte von sehr blass mit einem leisen rosigen Schimmer bis zu einem weichen, glatten olivenfarbenen Teint. Die Ohren waren klein; die Augen gross und sehr ausdrucksvoll unter den gebogenen Brauen. Ihr Mund war mittelgross mit natürlich roten Lippen.

Alle trugen ihr Haar schulterlang, locker und charmant. Sowohl die Männer als auch die Frauen trugen Sandalen. Keine der Frauen sah älter als Anfang zwanzig aus. Später erzählte mir Firkon, dass sie zwischen dreissig und 200 Jahre alt waren! Während die lockeren, fliessenden Gewänder lediglich eine Andeutung der perfekten Symmetrie ihre Körper zeigte, wurde ihre Schönheit und Anmut klar ersichtlich, als sie später eng anliegenden Uniformen trugen.

Die Männer trugen strahlend weisse Hemden mit weit geöffneten Kragen, mit langen engen Ärmeln, an den Handgelenken zusammen gezogen, ähnlich denen, die von Männern im achtzehnten Jahrhundert auf der Erde getragen wurden. Die Hose war locker, sehr ähnlich unseres eigenen Stils. Aber das Material hatte eine Weichheit und eine Textur, anders als alles, was ich je gesehen hatte.

Die Grösse der Männer betrug etwa 1,50m bis 1,80 m, und alle waren im Verhältnis zu ihrem Gewicht gut proportioniert. Wie die Frauen variierten sie in der Hautfarbe, aber ich bemerkte, dass die Haut definitiv, wie wir es nennen, kupferfarben war. Alle hatten ordentlich geschnittene Haare, obwohl sie in der Länge bis zu einem gewissen Grad unterschiedlich waren, wie hier auf der Erde. Keiner trug lange Haare wie Orthon, mein Freund von der Venus, bei der ersten Sitzung. Damals hatte ich erfahren, dass er einen besonderen Grund für das Tragen seine Haare in diesem Stil hatte.

Obwohl gut aussehend, unterschieden sich die Männer nicht sonderlich von denen der Erde, und ich bin sicher, dass jeder von ihnen unter uns kommen könnte und nie als nicht zugehörig erkannt würde. Keiner sah älter aus als Anfang dreissig, aber dieser Eindruck wurde auch später von Firkon korrigiert, der mir sagte, dass ihr Alter von vierzig bis mehrere hundert Jahre nach unserer irdischen Skala reichte.

Unmittelbar nach der Begrüssung wurden wir eingeladen, uns an den grossen ovalen Tisch zu setzen und die Gläser wurden mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt. Wie alles, was ich gesehen hatte, bestand dieser Tisch aus einem transparenten, leichten Glas oder einer Art Kunststoff, wie er auf der Erde bekannt ist. Es gab keinen Belag, noch war er geätzt, geschnitzt oder irgendwie verziert. Das Material selbst war von unbeschreiblicher Schönheit, das keine Ornamentik benötigte.

Die Stühle waren im Stil unserer Esszimmer-Stühle. Es waren fünfzehn, entsprechend der Anzahl der anwesenden Personen.

Da wir uns gesetzt hatten - ich zwischen Zuhl und Firkon - wurden wir aufgefordert, das Getränk in dem Becher zu trinken. Obwohl es so klar wie unser reinstes Wasser erschien, war der Geschmack ähnlich wie natürlicher Aprikosensaft, süss und ein wenig schwer, ganz köstlich.

Obwohl mir die Methoden, mit denen diese Raumfahrer jede Sprache auf der Erde lernen konnten, erklärt worden waren, barg diese Möglichkeit für mich immer noch ein Element der Überraschung.

Die Dame, die uns bei unserer Ankunft zuerst begrüsst hatte, brachte das Gespräch ins Rollen, als sie sagte: "Dieses Schiff ist ist ein wissenschaftliches Labor. Wir bereisen den Weltraum ausschliesslich zu Studienzwecken bezüglich der ständigen Veränderungen innerhalb des Raumes. Wir beobachten das Leben und die Bedingungen der vielen Planeten, die uns auf unserer Reise durch den Raum begegnen. Natürlich ist das Erlernen der verschiedenen Sprachen eine Notwendigkeit.

Durch die Forschung unseres Schiffes wurde der derzeitige Stand der Sicherheit in der Raumfahrt ermöglicht. Darüber wurde Ihnen etwas auf dem Schiff von der Venus erklärt, aber es wurde Ihnen nicht gezeigt, wie die Instrumente bedient werden. Auf diesem Schiff jedoch werden Sie unsere Instrumente in Aktion sehen und wir werden Ihnen einige ihrer Funktionen erklären, damit Sie ein besseres Verständnis davon erhalten, wie wir die natürliche Nutzung der Energien gelernt haben."

Dann fuhr sie fort zu erklären, dass dieses Schiff zu keinem Planeten gehört, sondern ein universelles Schiff ist, besetzt mit Menschen von vielen Planeten und betrieben für das Wohlergehen und das Wissen aller.

"Auf dieser besonderen Reise", erklärte sie, "nehmen drei Frauen des Planeten teil, den Sie Mars nennen, und die anderen drei von der Venus. Normalerweise sind auch drei Frauen vom Saturn anwesend, die jedoch aus bestimmten Gründen auf dieser Reise nicht teilnehmen konnten. Also ist der Saturn nur durch seine Männer vertreten. Gelegentlich schliessen sich Männer und Frauen unserer Mannschaft und der anderer Schiffe des gleichen Typs an, die sogar von jenseits unseres Sonnensystems kommen. In jedem Fall werden die Besatzungsmitglieder von unseren modernsten Wissenschaftlern bestens ausgebildet."

Es schien fast so, als hätte es keine Unterbrechung in der Diskussion zwischen Firkon und mir am frühen Abend gegeben im Hinblick auf die Probleme der Bewohner unserer Welt. Wie üblich war das Fehlen jeglicher Be- oder Verurteilung bemerkenswert. Stattdessen bestand eine offensichtliche Empathie für die Leiden der Menschen auf der Erde.

Eine der Mars-Damen sagte: "Ihr Erdenmenschen hegt eine solche gegenseitige Grausamkeit nicht absichtlich. Dies ist, wie man mir sagte, nur das Ergebnis Ihrer eigenen Unkenntnis, was Sie wiederum blind für die Gesetze des Universums von dem wir alle ein Teil sind, macht.

Innerhalb Ihrer Familien sprechen Sie viel von Ihrer Liebe zueinander. Jedoch erweisen sich diese Liebesbekenntnisse oft als besitzergreifende Macht der Bindung gegenüber einem anderen. Nichts könnte der Liebe in ihrer Freiheit mehr widersprechen. Echte Liebe beinhaltet Respekt, gegenseitiges Vertrauen und Verständnis. Wie auch auf den anderen Welten bekannt und ausgedrückt, enthält die Liebe keine falsche Besitzgier, was sie auf der Erde pervertiert.

Wir verstehen die Liebe als eine Strahlung aus dem Herzen der Gottheit durch die ganze Schöpfung, und vor allem durch den Menschen gegenüber allen anderen Formen, ohne jegliche Unterscheidung. In Wirklichkeit ist es nicht möglich, die Tugend in der einen Form und nicht in der anderen zu finden.

Beachten Sie jedoch die auf der Erde bestehende Verzerrung, allein weil der Mensch weder sich selbst noch seinen Göttlichen Vater versteht. Aufgrund dieser Unwissenheit führen die Menschen den sogenannten Krieg, um jene anderer Nationen, anderer Hautfarbe, anderer Religionen rücksichtslos abzuschlachten, ohne zu verstehen, was sie tun. Es ist für uns von anderen Welten schwer zu begreifen, warum die Menschen auf der Erde nicht sehen können, dass die gegenseitige Vernichtung keine Antwort ihrer Probleme ist, sondern eine Ursache für weiteres Unheil auf der Erde. So war es immer und so wird es immer sein. Nun, da Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse Ihre sozialen und menschlichen Fortschritte überholt haben, muss die Lücke dringend geschlossen werden. Die Menschen Ihrer Erde kennen die schreckliche Wirkung, die sie innerhalb der Atombomben versiegelt haben, die sie für den Einsatz gegeneinander anhäufen. Doch nähern sie sich blindlings immer weiter dem Rand einer undenkbaren weltweiten Schlachtung. Dies ist für uns höchst unlogisch."

"Ja", stimmte einer der Männer zu, "Ihr Verhalten erscheint uns oft unlogisch. Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben. Sie haben einen leiblichen Vater auf der Erde, nicht wahr?"

"Ja", antwortete ich.

"Wenn Sie zwei Söhne hätten aus eigenem Fleisch und Blut geboren, wie Sie sagen, und wenn einer Ihrer Söhne aus irgend einem Grund vor Ihnen kniete und um Ihren Segen bäte, weil er sich entschlossen hat, seinen Bruder, der auch Ihr Sohn ist, zu töten, würden Sie seiner Bitte entsprechen, weil er sich selbst im Recht und seinen Bruder im Unrecht sieht?"

Meine Antwort war natürlich "Auf keinen Fall!"

"Jedoch", wies er darauf hin, "ist es genau das, was Sie Erdenmenschen im Laufe der Jahrhunderte getan haben. Sie alle anerkennen ein höheres Wesen nach Ihrem Verständnis, und Sie sprechen von der Bruderschaft der Menschheit. Aber Sie bitten den Ewigen Vater aller Dinge das zu tun, was Sie selbst nicht tun würden. Denn wenn Sie gegeneinander Krieg führen, fallen Sie auf die Knie in unheiligen Gebeten. Sie bitten Ihren Göttlichen Vater, Ihre Bemühungen um einen Sieg über den eigenen Bruder abzusegnen, sogar mit der Absicht, ihn zu zerstören.

Wir als Ihre Brüder auf anderen Welten sehen die geteilten Gruppen von Menschen auf Ihrem Planeten unparteiisch. Wir, die wir bezüglich unseres Vaters' Gesetze, die über das Universum gültig sind, mehr gelernt haben, kennen nicht die Unterscheidungen, die Sie in solch konstantem Aufruhr halten, und wir sind traurig zu sehen, was auf Ihrer Erde geschieht. Wir sind als Brüder der Menschheit bereit, allen zu helfen, die wir erreichen können und die unsere Hilfe wünschen. Aber zu keinem Zeitpunkt drängen wir unseren Lebensstil dem Volk Ihrer Welt auf.

In Wirklichkeit gibt es keine von Natur aus schlechten Menschen auf der Erde, noch sonstwo im Universum. Wenn, wie viele von Ihnen es ausdrücken, Ihr Leben aus einer "Hölle auf Erden" besteht, sind Sie selbst schuld. Ihr Planet, so wie alle anderen, wurde von unserem Einen Göttlichen Schöpfer erschaffen und ist an sich ein heiliger Ort, wie alle seine Kreationen. Würden alle Menschen plötzlich von der Erde gefegt werden und mit ihnen der Streit und das Leid und die Trauer, die sie auf sie gebracht haben, indem sie nicht lernen, miteinander zu leben, wäre die Erde schön. Aber nie so schön wie eine Welt, auf denen Menschen als Geschwister leben mit allen im Universum.

Nur weil ein Mann einem anderen gegenüber fremd ist, hat er nicht das Recht, einen Mitmenschen zu ignorieren, zu beleidigen oder zu töten.

Sie haben einen Tag pro Jahr für die Einhaltung der Menschenrechte (Bruderschaft der Menschen, Anm.d.Übers.) reserviert, und Sie sprechen von der Vaterschaft des Schöpfers. Doch in völligem Vergessen der Massnahmen, die solche Erklärungen hervorbringen sollten, verschwenden Sie Geld und Anstrengungen im Hinblick auf raschere und weiter verbreitete Wege der Verstümmelung und Vernichtung Ihrer Mitmenschen auf der Erde. Scheint es nicht merkwürdig, den Göttlichen Vater anzubeten, Ihre Bemühungen in dieser rücksichtslosen Zerstörung zu segnen?

Wir hören diese Gebete aus Ihren Kirchen, von Ihren Staats- und Regierungschefs, aus Ihren Häusern und von den Schlachtfeldern. Können Sie nicht sehen, wie weit Sie in die Irre geführt wurden? Denn Sie bitten tatsächlich Ihren Göttlichen Vater, das zu tun, was Sie selbst nicht für Ihre eigenen Kinder täten. Können Sie nicht sehen, wie scheinheilig Sie geworden sind? Und dies ist nur ein Beispiel für die vielen Dinge, die Sie Ihrem Göttlichen Vater antun.

Solange Sie auf diese Weise gegeneinander leben, werden Ihre Sorgen multipliziert. Denn sobald Sie nach Ihres Bruders Leben trachten, tut das jemand bei Ihnen. Dies ist der Sinn der Worte, die Jesus von Nazareth einmal sprach. Denken Sie daran, er sagte: "Stecke dein Schwert an seinen Platz! Denn wer das Schwert nimmt, wird umkommen mit dem Schwert." Die Wahrheit dieser Worte hat sich in der gesamten Geschichte des Menschen auf der Erde bewiesen."

Als er zu sprechen aufgehört hatte, tat sich ein Bild der Erde und der Probleme der Menschen darauf vor meinen Augen auf, und ich war wegen meiner Mitmenschen und für mich als Erdenmenschen traurig. Denn mit dem Bild kam auch die Erkenntnis, wie gigantisch die Aufgabe ist, diese Bedingungen zu korrigieren. So viele auf der ganzen Welt sind der Ursachen unbewusst. Nur wenn genügend Menschen erkennen, was sie sind und mit ihrem ganzen Herzen sich zu verändern wünschen durch die Preisgabe ihrer persönlichen Begierden und dem Wunsch nach Erhöhung über den anderen, kann etwas geschehen.

Kein Mensch, keine Nation auf keinem Teil der Welt könnte allein für die Bedingungen angeklagt werden, die ich sah, und es könnte keine Zivilisation etwas daran verändern. Die Verantwortung liegt bei jedem Einzelnen - und wer kann sich gewaltsam verändern? Eine Knechtschaft, die das Ergebnis jahrhundertelang angesammelter Missverständnisse, Spaltungen und persönlichem Willen zur Macht ist schwer zu brechen.

Als diese Erkenntnis mich erfüllte, überkam mich eine demütige Dankbarkeit für unseren Göttlichen Vater, dass er Seinen Kindern aus anderen Welten, die unsere Probleme auf der Erde verstanden, erlaubte, zu uns zu kommen mit helfenden Händen voller Liebe und Mitgefühl für uns. Obwohl sie uns keine Änderungen aufzwingen konnten, noch aktiv eingreifen, konnten sie den Empfänglichen unter uns helfen, sich zusammen für eine bessere Welt zu engagieren, statt gegeneinander Krieg zu führen, wodurch weitere Spaltungen entstanden.

Ich erkannte, dass viel Zeit vergehen muss, bis eine solche Änderung kommen könnte, denn die Menschheit hat sich zu eigen gemacht, Schmerz und Leid als unvermeidbar zu akzeptieren und nur selten versucht, von diesem vertrauten Weg abzuweichen.

Aus meinen Träumereien hervorkommend, bemerkte ich, dass die Damen sich von ihren Stühlen erhoben.

"Wir müssen nun unsere Pilotenanzüge anlegen", erklärte eine schöne Brünette, "danach werden wir zu dem Instrumentenraum gehen, wo es viele Dinge zu sehen gibt, nach denen Sie gefragt haben."

Ihr Weggehen gab mir die Gelegenheit, Einzelheiten dieses schönen Salons zu beobachten.

An der Wand direkt vor uns war eine riesige Karte des Himmels. Diese zeigte zwölf Planeten in unserem System mit ihrer zentralen Sonne. Um uns herum gab es andere Systeme mit ihren Sonnen und Planeten, die in einer mir neuen Art und Weise abgebildet waren. Über dem gesamten Weltraum zwischen den Planeten, waren Einzelheiten der verschiedenen atmosphärischen Bedingungen in Raum dargestellt, die uns auf der Erde völlig unbekannt sind. Mir wurde gesagt, dass dieses Wissen sehr wichtig sei, um sicher durch den Raum zu reisen. Es gab viele Markierungen auf diesem Diagramm, diese konnte ich nicht gelesen, aber ich dachte, dass sie ähnlich unserer vielen Strassenkarten benutzt wurden, die den Autofahrern auf der Erde für die Bequemlichkeit beim Reisen diente. Dies wurde von einem der Männer bestätigt.

Jenseits dieses grossen Schaubildes, an derselben Wand, aber weiter hinten in der Lounge, befand sich eine detaillierte Darstellung dieses Schiff, und es war auch mit Zeichensymbolen markiert, die mir völlig unbekannt waren.

Die anderen Wände waren mit Landschaftsaufnahmen von einigen der Planeten, die dieses Schiff besucht hatte, bedeckt. Diese hingen nicht als gerahmte Gemälde an den Wänden, sondern eher als Wandmalereien. Sie strahlten solch eine Lebendigkeit aus, dass man körperlich jede dargestellte Szene spürte. Diese besondere Qualität hatte ich bei allen ihren Bildern und Porträts festgestellt. Die Erklärung war, dass, was immer die Weltraum-Menschen auch tun, sie in ihrer Arbeit so viel von sich selbst geben, dass sie tatsächlich ihre Lebenskraft und ihre Persönlichkeit ausstrahlt.

Die Landschaften waren sehr ähnlich den Gemälden und Fotografien der irdischen Szenen. Sie zeigten Berge, Täler, kleine fliessende Bäche und Ozeane.

Ich sah, dass die sechs Frauen in ihren Pilotenanzügen zurückgekehrt waren. Als sie eintraten, erhoben sich die Männer vom Tisch, und einer von ihnen sagte: "Jetzt werden wir zum Labor gehen."

Wir gingen zusammen zum Aufzug, mit dem wir ursprünglich hoch gefahren waren. Bei unserer Ankunft glitt die Tür leise auf, obwohl ich niemanden einen Knopf berühren sah. Dies könnte ähnlich wie unsere heutige Fotozelle funktionieren.

Wir betraten mit 15 Personen den Fahrstuhl und Zuhl übernahm seine Bedienung. Ich sah, wie er zu einem anderen Bedienpult in der Ecke gegenüber ging. Dort trat er auf eine der Schaltflächen und wir fuhren langsam und ruhig hinab.

Als wir unterhalb des Späherschiffs ankamen, das sich noch dort befand, wo wir es verlassen hatten, bemerkte ich hinten eine grosse Kammer, die sich weit über das Ende des Schiffs hinaus erstreckte. Durch die Mitte dieser Kammer und im rechten Winkel zum Aufzugsschacht befanden sich ein Paar Schienen. Auf diesen waren vier weitere Späherschiffe abgestellt, die identisch in Grösse und Design mit dem Schiff waren, das uns von der Erde hergebracht hatte. Dies war offenbar die Lagerhalle, in der sie ruhten, während sich das grosse Trägerschiff im interplanetaren Flug befand. Entlang der äusseren Kante und leicht unter jeder Schiene verlief ein Laufsteg über 1,82 m Breite, mit einer Mauer auf der Aussenseite des Ganges.

Wir passierten zwei weitere Balkone unterhalb dessen wir die Lounge betreten hatten, und ich stellte mir vor, dass jeder auf ein anderes Deck in diesem gigantischen Trägerschiff führte. Auf dem dritten Balkon unter dem, der zu der Lounge führte, wurde der Aufzug gestoppt. So konnte ich von der Unterseite des grossen Schachtes die sieben Decks auf dieser Seite des Schiffes zählen.

Als der Aufzug sanft anhielt, schwang das Geländer zur Seite. Auf dem Weg nach unten hatte ich ein Paar Schienen bemerkt, die weiter durch den unteren, vorderen Teil des Schiffes führten. Diese bildeten eine V-Kreuzung mit den Schienen, über die unser Späherschiff angekommen war, und ich realisierte, dass dies die Schienen waren, auf denen wir hinunter fahren würden, wenn wir den Träger für unsere Rückkehr zur Erde verlassen würden. Dies bedeutete, dass dieser gesamte Abschnitt des Schiffes von den An- und Abreise-Tunnels, dem Hauptschacht und dem riesigen Hallendeck für die Späherschiffe eingenommen wurde. Irgendwo in dem selben Abschnitt, entweder angrenzend oder über das Hallendeck, gab es wahrscheinlich eine Wartungshalle und eine Reparaturwerkstatt, während darüber hinaus, wieder am anderen Ende des Schiffes, die Leitwarte und der Pilotenraum sein mussten. Man hatte mir gesagt, dass sich diese an jedem Ende dieses riesigen Mutterschiffes befänden. Auf dieser Seite des Schiffes wurden wir in einen sehr grossen Raum geführt, der sich als das Labor erwies.


9: Der Forschungsraum

Nie hatte ich so etwas gesehen wie diesen Raum, vollgepackt mit den erstaunlichsten Instrumenten, die man sich vorstellen kann. Hier standen Reihen auf Reihen von Diagramm- und Schalttafeln. Es schien, dass jedes dieser seltsamen Instrumenten, die ich zum ersten Mal sah, mit einer eigenen grossen Bedienkonsole ausgestattet war. Sechs waren bereits in Aktion, und die sechs Männer, die uns von der Lounge begleitet hatten, hatten sofort ihre Plätze an sechs weiteren Konsolen eingenommen. Es blieb noch eine weitere Reihe unbesetzt. Ich bemerkte auf der linken Schulter von jedem der vier Männer eine Insignie.

Die Pilotin, die mir am nächsten stand, sagte: "Alle Männer an den Instrumenten sind fortgeschrittene Wissenschaftler, wie Sie sie nennen. Die Schulter-Insignien der vier Männer geben an, dass sie Saturianer sind."

Wie sonst auch zeigten die Diagramme hier farbige Lichter mit vielen Arten von Linien und Figuren, jedoch ohne Zifferblätter oder Messgeräte, die so vertraut auf der Erde waren. Trotz der Anzahl der Diagramme, die ich bis jetzt gesehen hatte, waren sie für mich immer noch geheimnisvoll.

"Damit messen wir die Dichte der Atmosphäre rund um die Erde", fuhr die Pilotin fort, "oder eines Planeten oder Körpers, dem wir uns nähern. Wir studieren sorgfältig die Kombinationen der Elemente der umgebenden Atmosphäre jedes Ortes sowie die elementaren Kombinationen des Weltraums. Obwohl sich diese in einem ständigen Zustand der Veränderung befinden, folgen sie den Mustern nach allgemeinen Gesetzen. Dies bewirkt, dass bestimmte Kombinationen für längere Zeit als andere bestehen bleiben. Bei der Beobachtung der Aktivitäten des Weltraumes sind wir in der Lage, unter anderem die Bildung eines neuen Körpers im Weltraum zu erkennen und die Geschwindigkeit des Wachstums zu bestimmen."

Dies war erstaunlich für mich und ich wäre gerne in diesem Raum geblieben, um die Funktionsweise dieser Instrumente zu beobachten und zu versuchen, sie auszuloten - von denen einige unseren grösseren TV-Geräten sehr ähnlich sahen - was mir, so hoffte ich, ein besseres Verständnis für die verändernden Muster geben würde. Aber die Pilotin sagte: "Jetzt gehen wir zu etwas anderem, worüber Sie sich schon gewundert haben."

Sie führte mich durch den grossen Forschungsraum; Firkon, Zuhl und die Frauen folgten. Hier gingen wir eine schräge Rampe hoch, die die volle Breite des Schiffes ausfüllte. Wir gingen über eine weitere Rampe, die in einen grossen Raum führte.

Es schien, als würden die Wunder niemals enden. Jeder neue Schritt brachte neue Wunder, bis ich zu fürchten begann, dass ich die Hälfte davon nicht in meiner Erinnerung behalten würde. Aber meine Freunde versicherten mir, dass, wenn die Zeit zum Schreiben käme, sie mir helfen würden, ein genaues Bild der nächtlichen Ereignisse detailgetreu abzurufen. Ich bezweifle, dass viele Menschen eine Nacht erlebt haben so voller Überraschungen der Schönheit und äusserst lehrreichen Anblicke, Klänge und Gespräche.

Nun sah ich zu meiner grossen Aufregung zwölf kleine Festplatten, aufgereiht in zwei Reihen auf gegenüber liegenden Seiten des Schiffes. Ich vermutete sofort, dass dies Speicherplatten waren oder kleine, ferngesteuerte Geräte, die die Mutterschiffe zur genauen Beobachtung aussandten. Sie waren ungefähr ein Meter im Durchmesser, aus glänzendem, glatten Material und eher wie zwei flache Teller oder umgekehrte Naben, die an den Felgen zusammen liefen, geformt, so dass der zentrale Teil zehn Zentimeter dick war. Ich erfuhr aber, dass solche Festplatten in der Grösse von etwa 25 cm bis 4 m im Durchmesser variieren, abhängig von der Menge der durchgeführten Messungen. Wie ich an anderer Stelle ausgeführt habe, enthielten sie hochsensible Geräte, die nicht nur jedes kleine Raumschiff perfekt in seiner gewünschten Flugrichtung dirigierte, sondern auch vollständige Informationen über jede Art der Schwingungsrate, die in dem Beobachtungsgebiet stattfand, zum Mutterschiff zurück sandte.

Die Schwingungsraten decken einen grossen Bereich der Wellen in Bezug auf Klang, Radio und Licht ab - und sogar Gedankenwellen; sie alle können überwacht und zurück zum Mutterschiff gesandt werden für die Aufzeichnung und Analyse. Technisch gesehen waren diese kleinen Speicherplatten vielleicht die beste Leistung in der interplanetaren Wissenschaft, die ich je gesehen hatte. Denn zusätzlich zu den Funktionen, die ich aufgeführt habe, konnten sie auch aufgelöst werden, wenn sie ausser Kontrolle gerieten und auf die Erde zu fallen drohten; entweder schnell durch eine Art Explosion oder, wenn das Leben oder das Eigentum am Boden in Gefahr gerieten, durch einen allmählichen Zerfallsprozess. Diese kleinen Wunder der Raumfahrt wurden auf einem grossen Tisch auf jeder Seite des Raumes in einer Art Rinne aufgereiht. In der Bordwand direkt hinter jeder Speicherplatte war eine Öffnung wie ein Schlitz oder eine Klappe, die gross genug waren, damit sie hindurch passten. Doch zu der Zeit, als wir eintraten, waren alle geschlossen.

Ich zwang mich, für einen Moment meinen Blick von ihnen abzuwenden, um mich weiter umzusehen. Ich bemerkte, dass die Schienen und das Schienenbett des Späherschiff-Ausfahrttunnels durch die Decke am Ende dieser Kammer herunter kamen und weiter nach unten durch den Boden verliefen. Als ich mich zu den Festplatten zurück wandte, bemerkte ich ein langes Bedienfeld, das in den vorderen Teilen der Tische eingebaut war.

Als wir in den Raum kamen, waren keine Sitze sichtbar, aber als die sechs Frauen ihre Plätze vor den Bedienfeldern einnehmen wollten, erschienen kleine hockerähnliche Sitze lautlos aus dem Boden, möglicherweise durch den Druck eines Fusspedals.

Diese Bedienfelder unterschieden sich leicht von den anderen, die ich gesehen hatte, und ich bin nicht sicher, ob kleine Knöpfe in die Pulte eingelassen waren, oder ob sie mittels Tasten wie eine Orgel betrieben wurden. Einmal eingestiegen, arbeiteten die Frauen sehr schnell, ihre flinken Finger flogen über die Instrumente, als sie Anweisungen und Flugdaten in die Computer eingaben. In Anbetracht der Ähnlichkeit erinnere ich mich an eine Pantomime mit sechs Frauen, die ein stilles Konzert aufführten. Es war faszinierend zu sehen, wie, wenn eine Festplatte voller Daten war, sich einer der Schlitze öffnete und die Platten sanft durch die Öffnung glitten und Schleusen passierten, bevor sie in den Weltraum auf ihre Mission gingen.

Zuhl war mit Firkon und mir zurück geblieben, und als ich fragte, wohin die Festplatten gegangen waren, antwortete er: "Lassen Sie uns zu dem Forschungsraum zurückkehren, wo wir ihren Flug auf der Instrumententafel verfolgen können."

Auf unserem Rückweg erwähnte er, dass das Mutterschiff nun auf dem Weg sei, er verriet nicht unser Ziel. Mir war keine Bewegung oder so etwas bewusst geworden, noch hatte ich keinen weiteren Ton gehört.

Zurück im Labor bedienten die Männer immer noch die Instrumente vor ihnen. Ich bemerkte auf einem der Bildschirme unterschiedliche Linien, die in ständig neuen Formationen verschwanden und wieder auftauchten. Die Linien wurden dann durch runde Punkte und lange Striche ersetzt, die schnell verschiedene geometrische Figuren bildeten. Gleichzeitig waren auf anderen Bildschirmen unterschiedliche Farben mit wechselnden Intensitäten sichtbar, einige in Blitzen und andere in Wellen. Von Zeit zu Zeit bildeten sich darauf Formen. Auch diese veränderten sich schnell in Grösse und Aussehen. Alles war ein riesiges Rätsel für mich.

"Die Männer zeichnen mit ihren Instrumenten auf, was auf den Bildschirmen stattfindet", erklärte dier Saturn-Pilot. "Von allen werden später Ausbildungs-Dateien hergestellt."

Neugierig fragte ich, was aus den beiden Festplatten werden würde, die wir das Schiff hatten verlassen sehen.

Der Pilot erklärte: "Die Geräte schweben jetzt über einem bestimmten bewohnten Ort auf der Erde und zeichnen die Klänge, die von jenem Ort ausgehen, auf. Das ist das, was Sie auf dem Bildschirm durch die Linien, Punkte und Striche dargestellt sehen. Die anderen Computer sammeln diese Informationen und interpretieren die Bedeutung der Signale und ihre Töne, indem sie davon Bilder erstellen."

Es muss offensichtlich gewesen sein, dass ich nichts davon gut verstanden hatte, denn Zuhl erklärte weiter: "Alles im Universum hat sein eigenes spezielles Muster. Zum Beispiel, wenn jemand das Wort "Haus" ausspricht, entsteht das mentale Bild einer Wohnung oder ähnlichem in seinem Geist. Viele Dinge, einschliesslich der menschlichen Emotionen, werden auf diese Art und Weise aufgezeichnet.

Durch den Einsatz dieser Computer wissen wir auch, was Ihre Leute denken, und ob sie uns gegenüber freundlich gesinnt sind oder nicht. Denn wenn sie unfreundlich sind, mit erschreckenden Worten oder auch Gedanken, werden sie selbst in dieser Weise abgebildet und unsere Aufnahmegeräte nehmen sie genau so auf. In der gleichen Weise wissen wir, wer unter Ihnen bewiesenermassen freundlich und aufgeschlossen ist. Alles im gesamten Universum bewegt sich zu einer "Schwingungsrate' oder wie Sie es auf der Erde neuerdings nennen: 'Frequenzen'. Durch diese Frequenzen lernen wir die Sprachen der anderen Welten."

Während seiner Erklärung sah ich auf den Bildschirmen die ständig wechselnden Muster. Ich dachte, es sah alles relativ einfach aus und fragte mich, warum unsere Wissenschaftler auf Erden noch nicht schon längst auf dasselbe Verfahren gekommen waren. Als ich diesen Gedanken erzeugte, ohne Ausdruck in Worten, antwortete mein Begleiter: "Sie haben es in gewissem Umfang erreicht. Dieses hier unterscheidet sich nicht sehr von Ihrem Magnetband und andere Arten von Aufnahmen. Das Prinzip ist das gleiche, nur haben wir es weiter entwickelt. Statt lediglich die vielen Frequenzen für Klangwiedergaben allein zu sammeln, sind wir jetzt in der Lage, sie auch in Bildform zu übersetzen. Sie tun dies in einem kleinen Rahmen in der Unterhaltung, die Sie TV nennen. Aber auch dabei sind Sie noch auf Ihr begrenztes Wissen reduziert."

Während er mir das erklärte, beobachtete er gespannt die vielen Bildschirme. Als er seine Ausführungen beendet hatte, schlug er vor, dass wir in den Festplatten-Raum gehen, um die Rückkehr dieser kleinen Boten zu beobachten.

Wir hatten gerade den anderen Raum erreicht, als die gleichen zwei Klappen, die wie grosse Bullaugen in der Wand des Schiffes aussahen, sich öffneten, um die zurückkehrenden kleinen Festplatten zu empfangen. Sie fügten sich in ihren Platz ein, als ob sie leise von unsichtbarer Hand bewegt würden.

Ich hatte keine Zeit, um auf die neuesten Wunder zu reagieren, denn Zuhl sagte leise: "Bleiben Sie dran! Eine weitere Festplatte auf jeder Seite wird ausgesendet - diesmal für einen anderen Zweck. Wir sind immer noch in Ihrer Atmosphäre und wenn wir diese verlassen haben, gehen wir zurück in in den Forschungsraum, wo wir Ihnen zeigen, wie sie arbeiten."

Wie ich es beobachtete, schlossen sich die Klappen hinter den ersten beiden Festplatten schnell. Weiter hinten öffneten sich zwei weitere Türen, eine auf jeder Seite des Raumes. Während der ganzen Zeit spielten die Frauen eine flinkes, stilles Scherzo über den Instrumententafeln.

Als das zweite Paar Festplatten das Schiff verliess, kehrten wir drei zu dem grossen Forschungsraum zurück. Zum ersten Mal bemerkte ich zwei weitere Bildschirme in Betrieb. Diese waren in einzelne Abschnitte aufgeteilt. Zuhl erklärte: "Diese zeigen die vielen atmosphärischen Bedingungen." In einer Sektion konnte ich die Bewegung der Luft beobachten, während ihre Geschwindigkeit und Konsistenz von anderen Instrumenten aufgezeichnet wurden, deren Signale sich auf diesem Bildschirm zeigten. Die elektrische Ladung oder die magnetische Kraft der Atmosphäre schien sich in eine gegensätzliche Richtung zu bewegen und konnte auf einem anderen Abschnitt dieses Bildschirms zu sehen sein, während ihre Zusammensetzung (eine leichte oder schwere Ladung, wie ich es verstand) gemessen und aufgezeichnet wurde. Auf einer dritten Sektion wurden die vielen Gase, aus denen sich die Atmosphäre zusammensetzt, getrennt, und hier konnte ich die ständig stattfindenden schnellen Veränderungen der Kombinationen beobachten. Die unterschiedlichen Intensitäten atmosphärischen Drucks und viele andere Bedingungen, deren unsere Wissenschaftler noch völlig unbewusst sind, waren bemerkenswert interessant zu beobachten. Während dies auf den Bildschirmen wiedergegeben wurde, wurden sie gleichzeitig durch andere Instrumente zur ständigen Aufbewahrung und zukünftigen Studien der Bewohner anderer Welten aufgezeichnet.

Nach scheinbar nur ein paar Minuten wurden die Festplatten wieder in ihre Gehäuse zurückgeführt und mir wurde gesagt, dass sie Proben unserer Atmosphäre beinhalteten. Diese würden später entnommen und untersucht werden.

"Mittels Datenträgern wie diesen", erklärte mir Zuhl, "wurden wir zuerst auf den abnormalen Zustand alarmiert, der sich am Rande Ihrer Atmosphäre aufgebaut hatte - ein Zustand, der stetig mit jeder explodierenden Atom- oder Wasserstoffbombe auf der Erde anwuchs. Und da diese Instrumente ständig in Betrieb sind, erzählen sie uns, was wir erwarten können, wie wir uns durch den Weltraum bewegen."

Als wir in dem Forschungsraum standen und sprachen, wurde meine Aufmerksamkeit von dem Piloten auf einen bestimmten Bildschirm gelenkt. "Sie sehen dort", sagte er, "visuelle Bilder des Staubes, den Sie "Weltraumschrott" nennen. Diese werden nun wieder von zwei Datenträgern zum Aufleuchten gebracht."

Es war faszinierend, das Verhalten dieser winzigen Materienpartikel auf dem Bildschirm zu beobachten. Es gab eine ständig wirbelnde Aktivität. Manchmal schien der Feinstaub sich in das Aussehen eines festen Körpers zu verdichten, um dann zu verschwinden und praktisch unsichtbar zu werden. Gelegentlich wurden diese Formationen so dünn und fein, als ob sie sich in fast reine Gase umgewandelt hätten. In gewisser Weise erinnerte es mich an kleine weisse Wolken, die sich plötzlich am klaren Himmel bilden, vielleicht grösser werden, und dann ganz schnell ins Nichts verschwinden. Dies ist zumindest die beste Analogie, mit der ich die Aktivitäten, die ich auf diesen Bildschirmen miterlebt habe, geben kann.

Doch schienen mit jeder Bildung von Teilchen bestimmte Energiemengen tatsächlich eine sichtbare, feste Form einzunehmen und dann sofort wieder durch, wie es schien, eine Explosion oder einen plötzlichen Zerfall aufgelöst zu werden, was auf dem Bildschirm deutlich sichtbar war. Andere Instrumente zeichneten die Intensität und die Zusammensetzung auf. Manchmal bildeten sich diese Ablagerungen mit grosser Wucht und die daraus resultierende "Explosion" war ebenso heftig. Zu anderen Zeiten waren sie sehr mild und kaum nachweisbar. Aber der Zyklus war unaufhörlich: wirbelnde Energie, Erstarrung, Zerfall, eine ständige Bewegung von Energie und Feinstaub, die ständig versuchten, sich zu verbinden oder mit anderen Teilchen im Raum zu reagieren. Ich verwende den Begriff "Energie", weil ich kein anderes Wort für das, was ich beobachtete, finden kann. Sie schien eine starke Kraft zu enthalten und ich bemerkte, dass sie bei einer flächigen Bildung oder einem wolkigen Körper alles in ihrer Nähe im Raum Befindliche zerstörte.

Ich glaube, dass ich tatsächlich die wahre Kraft erlebte, die jeden Raum durchdringt, aus der Planeten, Sonnen und Galaxien gebildet werden; die gleiche Kraft, die alle Aktivitäten und das Leben im ganzen Universum fördert und erhält.

Als mir diese Erkenntnis dämmerte, konnte ich diese enormen Auswirkungen kaum glauben. Zuhl, der meine innere Verwirrung spürte, lächelte bejahend und sagte: "Ja. Und dies ist die gleiche Kraft, die unsere Schiffe durch den Raum treibt."

Ich beobachtete noch etwas die Bildschirme, voller Verwunderung für das, was ich erblickte. Dann zog mein Begleiter meine Aufmerksamkeit wieder auf die Festplatten. "Diese kleinen fliegenden Untertassen werden oft gesehen, wie sie sich durch den Raum bewegen und manchmal tief über der Erde. Nachts leuchten sie. Sie fliegen über der Erde und zeichnen die verschiedenen Wellen auf, die vom Körper des Planeten ausgestrahlt werden - Wellen, die wie alles andere in ständiger Bewegung sind, mit fortwährenden Veränderungen in der Wellenlänge und Intensität. Wann immer möglich, lassen wir diese komplexen und hochsensiblen kleinen Geräte zu ihrem Heimat-Raumschiff zurückkehren, aber manchmal wird, aus welchen Gründen auch immer, die Verbindung abgebrochen und sie geraten ausser Kontrolle und stürzen ab. In solchen Fällen tritt sofort eine Notfall-Aktion in Kraft. Auf jeder Seite des Mutterschiffes befindet sich genau unterhalb des Festplatten-Startpunktes ein magnetischer Strahlenprojektor. Wenn eine Festplatte ausser Kontrolle gerät, wird ein Strahl projiziert, um sie aufzulösen. Dies erklärt einige der mysteriösen Explosionen, die in Ihrem Himmel geschahen und die nicht durch Artillerie, Kampfflugzeuge oder Gewitter erklärt werden konnten. Auf der anderen Seite, wenn eine Festplatte in der Nähe der Oberfläche Ihres Planeten ausser Kontrolle gerät und eine Explosion einen Schaden verursachen könnte, lassen wir sie auf dem Boden landen, wo eine mildere Ladung hinein geschickt wird. Statt einer Explosion verursacht diese das Metall, sich in langsamen Schritten aufzulösen. Zuerst weicht es auf, dann verwandelt es sich in eine Art Gelee, dann in eine Flüssigkeit, und schliesslich in einen freien Zustand als Gase, die kein Wrack zurück lassen. Dieser Prozess ist ohne Gefahr für irgendjemanden oder irgendetwas, sollte die Platte während der vollen Auflösung berührt werden. Der einzige Schaden könnte entstehen, wenn durch Zufall sie jemand hinabfallen sieht und sie in dem Moment berührt, wenn der Strahl angewendet wird."

Als der Saturianer den magnetischen Strahl beschrieb, dachte ich, welch eine wunderbare Schutzeinrichtung es wäre gegen irgendjemanden oder irgendetwas, der oder das versucht, ihre Schiffe anzugreifen.

Meine Gedanken empfangend, antwortete er: "Ja, es ist durchaus möglich, diese Maschinen gegen Menschen oder jedwede Form, einschliesslich der Planeten, einzusetzen. Aber wir haben es nie getan, noch werden wir sie jemals auf diese Weise benutzen, denn wenn wir es täten, wären wir nicht besser als Ihr Volk auf der Erde.

Unser Schutz, wie viele Male bei der Verfolgung Ihrer irdischen Flugzeuge bewiesen, ist unsere Fähigkeit, schneller zu entkommen, als es Ihre Augen wahrnehmen können. Darüber hinaus können wir die Frequenz der aktivierten Fläche eines Schiffes bis zur Unsichtbarkeit erhöhen. Abgesehen von unserer eigenen Vorsorge könnten Ihre Flugzeuge blind in unser Schiff fliegen, ohne es zu sehen. Wenn wir Sie so nahe herankommen liessen, wüssten Sie beim Aufprall, dass unser Schiff auch in einer niedrigeren Frequenz so solide ist. Die Auswirkungen würden Sie zerstören, uns jedoch keinen Schaden zufügen."

"Nach dem, was mir gesagt wurde", sagte ich, "kann gelegentlich etwas schief gehen mit Ihren wunderbaren Schiffen."

"Ja", antwortete er. "Wenn dieser Fall im Weltraum eintritt, können wir das Schiff, wenn es nicht zu retten ist, aufgeben. Wenn dies erforderlich ist, wird das Schiff aufgelöst und kehrt zu den ursprünglichen Elementen des Raumes zurück. Jedes grössere Trägerschiff ist mit einem kleinen Notfall-Schiff ausgestattet, das mit ausreichend Proviant und allen erforderlichen Geräten ausgerüstet ist, um mit den anderen Schiffen im Raum zu kommunizieren oder auch mit einem Planeten. Allerdings, wenn ein solcher Unfall in der Nähe eines Planeten geschieht, dann würden wir wie Ihre eigenen Flugzeuge abstürzen."

Sofort fragte ich ihn: "Wären dann alle an Bord tot?"

"Ja", antwortete er, "aber da wir ein anderes Verständnis vom Tod in Ihrem Sinn haben, kann uns dieser nicht erschrecken. Jeder von uns erkennt sich selbst als die Intelligenz und nicht den Körper. Somit erhalten wir durch die Wiedergeburt einen neuen Körper.

Auch können wir nach unserem Verständnis niemals absichtlich einen anderen Körper, durch den sich die Intelligenz ausdrückt, zerstören. Sollten wir jedoch den Tod durch einen Unfall unabsichtlich herbeiführen, dann werden wir nicht zur Verantwortung gezogen, denn es war nicht unser eigener Wunsch."

Die Instrumente arbeiteten während unserer Unterhaltung weiter. Während ich die blinkenden Bildschirme beobachtete, fragte ich mich, ob es noch mehr bzw. unterschiedliche Maschinen oder Instrumente gäbe, die ich noch nicht gesehen hatte.

Zuhl beantwortete diese unausgesprochenen Gedanken: "Ja, es gibt viel mehr in einem anderen grossen Raum zwischen dem Festplatten- und dem Piloten-Raum, die nur während unserer interplanetarischen Flüge in Betrieb sind."

Während der Besichtigung des Forschungs- und Festplatten-Raumes hatte ich total die Zeit vergessen. Ich wusste nicht, ob wir uns immer noch in der Erd-Atmosphäre aufhielten oder uns schnell durch den Raum bewegten, da ich, obwohl ich die Bildschirme beobachtet hatte, sie nicht wie die anderen lesen konnte. Aber nun sagte der Saturn-Pilot: "Wir sind nicht allzu weit von Ihrem Mond entfernt."

Die Bemerkung brachte mich in Ekstase und ich fragte mich, ob wir dort landen würden.

"Nein", sagte er, "diesmal nicht. Aber wir möchten, dass Sie selbst sehen, was Sie über Ihren Mond vermutet hatten. Der Mond hat eine Atmosphäre, wie Sie durch unsere Instrumente sehen können, da wir jetzt nahe genug heran kommen, um es zu registrieren. Die Atmosphäre ist nicht unbedingt ein Hindernis für die Sichtung von einem anderen Körper aus, wie wir es manchmal auf Ihrer Erde hörten. Und da Sie von Ihrem Planeten aus keine dichten Wolken sehen, die sich über dem Mond bewegen, haben Ihre Wissenschaftler gelegentlich, wie sie es nennen, eine "milde Bewegung der Luft" beobachtet, insbesondere in den Lufteinschlüssen der Täler, die Sie "Krater" nennen. In Wirklichkeit sind dies Schatten der sich bewegenden Wolken.

Die Seite des Mondes, die Sie von der Erde aus sehen, hat nicht viel Gelegenheit, Ihnen ihre Wolken zu zeigen, die nur selten schwer sind. Obwohl Sie über den Rand des Mondes hinaus, über diesen Abschnitt, den man eine gemässigte Zone nennen könnte, mit unseren Instrumenten schwerere Wolken erkennen können, die sich bilden und wieder verschwinden, ganz so wie über der Erde.

Die Seite des Mondes, die Sie von Ihrem Planeten aus sehen können, ist vergleichbar mit Ihren Wüstengebieten der Erde. Es ist heiss, wie Ihre Wissenschaftler es korrekt behaupten, aber seine Temperatur ist nicht so extrem, wie sie denken. Und während die Seite, die sie nicht sehen, kälter ist, ist sie auch nicht so kalt, wie sie glauben. Es ist seltsam, wie die Menschen auf der Erde Aussagen von Gelehrten, zu denen sie aufblicken, akzeptieren, ohne deren Begrenzung ihres Wissens zu hinterfragen.

Es gibt einen schönen Streifen oder Abschnitt im Zentrum des Mondes, auf dem Pflanzen, Bäume und Tiere gedeihen und auf dem Menschen bequem leben. Auch Sie von der Erde könnten auf diesem Teil des Mondes leben, denn der menschliche Körper ist die anpassungsfähigste Maschine im Universum.

Viele Male haben Sie Erdenmenschen das erreicht, was Sie als "unmöglich" bezeichneten. Eigentlich ist nichts in der Phantasie des Menschen unmöglich zu erreichen. Aber um auf den Mond zurück zu kommen, jeder Körper im Weltraum, ob heiss oder kalt, muss eine Art Atmosphäre, wie Sie es nennen, oder Gase haben, die ihm zu existieren ermöglichen. Dennoch geben Ihre Wissenschaftler zu, unter Beibehaltung der Abwesenheit von Luft auf dem Mond, dass es sowohl Wärme als auch Kälte auf diesem Körper gibt! Der Mond besitzt nicht so viel Atmosphäre wie Ihre Erde noch wie unser Planet, weil er ein viel kleinerer Körper ist. Dennoch ist eine Atmosphäre gegenwärtig.

Vielleicht kann ich meinen Standpunkt ein wenig verdeutlichen," fuhr der Saturianer fort. "Sie haben auf der Erde eine kleine Insel in einem Ozean. Soweit das Auge sehen kann, gibt es kein anderes Land, jedoch können Menschen auf dieser Insel leben, wie sie auch auf den grösseren Körpern leben können, den Sie Kontinente nennen. Körper im Weltraum sind wie Inseln. Einige sind gross und einige sind klein, aber alle sind umgeben und unterstützt von ein- und derselben Kraft, die ihnen das Leben gibt.

Viele Ihrer Wissenschaftler haben die Idee, dass der Mond ein toter Körper sei. Wenn dies wahr und der Mond tot wäre, gemäss Ihrer Bedeutung dieses Wortes, wäre er längst aus dem Weltraum durch Zerfall verschwunden. Nein! Er ist sehr lebendig und unterstützt ein Leben, das Menschen umfasst. Wir selbst haben ein grosses Forschungslabor über den Rand des Mondes hinaus, aus dem Blickfeld der Erde, in dem gemässigten und kühleren Abschnitt dieses Körpers."

Ich fragte ihn, ob das Schiff nahe genug heranfliegen würde, so dass ich die Oberfläche unseres Satelliten mit meinen eigenen Augen sehen könnte. Er lächelte und sagte: "Das wird nicht notwendig sein. Kommen Sie und schauen Sie - mit diesem Instrument können wir den Mond bis zu einer kurzen Entfernung zu uns heran holen, so kann man ihn so klar sehen, als ob man auf ihm gehen würde."

Ich fragte ihn, wie weit wir nun vom Mond entfernt seien, und mir wurde gesagt: "Über 64.000km."

Ich hoffte sehr, dass wir vielleicht den Mond umkreisten, so dass ich sehen konnte, was es auf der anderen Seite in der von ihm erwähnten gemässigten Zone gab. Gleichzeitig wurde mir klar, dass es möglicherweise Dinge gab, die sie mir nicht zeigen wollten. Und dieser Gedanke wurde von Seiten des Saturn-Piloten schnell bestätigt.

"Wir müssen Sie mit den Informationen, die wir Ihnen bereits gegeben haben, testen, bevor wir Ihnen einige Dinge zeigen. Wir sind uns vielleicht besser als Sie der Schwächen der Menschen bewusst, auch derjenigen, die einen grossen Wunsch haben, das Richtige zu tun. Wir müssen aufpassen, der irdischen Zerstörung keine weitere hinzuzufügen."

Als das Gerät zum nahen Betrachten des Mondes eingestellt wurde, war ich erstaunt zu sehen, wie völlig falsch unsere Vorstellungen über diese unsere nächsten Nachbarn sind. Viele der Krater sind tatsächlich grosse Täler, umgeben von schroffen Bergen, die nach immensen Umbrüchen in der Vergangenheit innerhalb des Mondkörpers entstanden sind.

Ich konnte konkrete Anhaltspunkte erkennen, dass es auf der Seite, die wir von der Erde aus sehen, zu einer Zeit viel Wasser gegeben haben muss. Zuhl sagte: "Es gibt immer noch reichlich auf der anderen Seite und auch tief versteckt in den Bergen auf dieser Seite." Er zeigte mir an den Abhängen der Berge rund um die Krater bestimmte Spuren der alten Wasserrinnen.

Es stimmt, einige der Krater wurden von Meteoriten gebildet, die auf die Mondoberfläche einschlugen, jedoch zeigten sich in jedem solcher Fälle auf den Kratern definitive Trichterböden. Und als ich die vergrösserte Oberfläche des Mondes auf dem Bildschirm vor uns studierte, bemerkte ich tiefe Furchen durch den Boden und in manchem Gestein eingebettet, die auf keine andere Weise als durch einen heftigen Wasserabfluss in vergangenen Zeiten entstanden sein konnten. Auf einigen dieser Orte war noch ein sehr geringes Wachstum der Vegetation erkennbar. Ein Teil der Fläche sah pulverartig aus, während andere Teile aus grösseren Partikeln ähnlich grobem Sand oder feinem Kies zu bestehen schienen. Während meiner Beobachtung lief ein kleines Tier durch diesen Bereich. Ich konnte sehen, dass es ein pelziger Vierbeiner war, aber die Geschwindigkeit hinderte mich, ihn zu identifizieren. Mir erschien nicht vieles von dem, was ich sah, fremd, denn seit Jahren hatte ich darüber nachgedacht und gesprochen.

Dem Saturianer schien dies bewusst zu sein, denn er erklärte, dass mir teilweise aus diesem Grund diese nahe Einsicht gewährt wurde. Er versprach, dass sie mir zu einem späteren Zeitpunkt die andere Seite unseres Mondes zeigen würden. "Auch diese", fügte er hinzu, "wird nicht viel anders aussehen, als Sie sie sich vorgestellt haben."

Als mir das Versprechen gegeben wurde, wurde der Bildschirm mit dem Mond leer, obwohl die anderen Bildschirme weiter liefen. Zuhl führte mich noch einmal auf den Festplatten-Raum zu, aber bevor wir ihn erreichten, kamen die Damen auf uns zu. Die sechs Männer, die im Aufzug mit uns gekommen waren, erhoben sich von ihren Sitzen, als der Saturn-Pilot vorschlug, in den Salon zurück zu kehren.


10: Ein weiterer Meister

Einmal mehr bemerkte ich in diesem schönen und erholsamen Aufenthaltsraum, dass die Gläser auf dem grossen, ovalen Tisch gefüllt waren. Ein Mann, den ich in den späten Dreissigern oder frühen Vierzigern geschätzt hatte, erwartete uns bereits. Als wir das Zimmer betraten, erhob er sich von seinem Stuhl. Ohne Einleitung jeglicher Art war sein Gruss mir gegenüber so herzlich wie für alle anderen, die er gut gekannt haben muss. Mir jedenfalls schien es, dass er mir nicht fremd war, und für den ich sofort die tiefste Zuneigung und eine Art von Verwandtschaft fühlte. Meine Leser haben zweifelsohne an irgendeinem Zeitpunkt ähnliche Erfahrungen erlebt. Und seine Gegenwart trug unermesslich zu dem Gefühl von Harmonie und Verständnis unter allen von uns in diesem Raum Versammelten bei.

Mit einer leichten Handbewegung winkte er uns zu den Plätzen rund um den Tisch. Ein Stuhl war noch hinzugestellt worden, direkt mir gegenüber, auf den er sich hinsetzte. Wieder sass Firkon auf der einen Seite von mir und Zuhl auf der anderen. Auf Einladung des Meisters, der jetzt als Gastgeber fungierte, hob jeder sein Glas und trank es ruhig aus. Alle warteten offensichtlich darauf, ihn zu sprechen. Seine dunkelbraunen Augen funkelten mit einer tiefen Lebensfreude, aber ich wusste, dass sie in der Lage waren, in meine tiefsten Gedanken zu blicken. Ich wusste auch, dass alles, was er finden könnte, er verstehen und nicht verurteilen würde.

Er war ein gut gebauter, kräftiger Mann. Es gab keine grauen Strähnen in seinen schwarzen, gut geschnittenen Haaren, die sehr dick waren und in weichen, natürlichen Wellen von der hohen Stirn zurück gekämmt waren. Die knöcherne Struktur seines Gesichtes war auffallend schön und vermittelte den Eindruck, durch den Geist, der darin wohnte, endlos verfeinert worden zu sein.

Sein Blick, voll von grosser Güte, ging schnell von Angesicht zu Gesicht. Dann sprach er mich mit einer Stimme, die weich und lebendig war, direkt an:

"Es hat uns Freude bereitet, Dir einen sehr kleinen Teil unseres Vaters' Universum zu zeigen. Wir kennen Dein Interesse an diesem Thema, das die meisten Jahre Deines Lebens auf der Erde eingenommen hat. Jetzt hast Du mit eigenen Augen gesehen, wie wir mit unseren Geräten viele Dinge erfassen, die Dir schon lange im Bewusstsein geläufig sind. Diese Erfahrungen sollte Dir das Vertrauen geben und Dir behilflich sein, wenn Du den Menschen Deiner Welt die universellen Gesetze erklärst.

Höre nie auf, darauf hinzuweisen, mein Sohn, dass alle Brüder und Schwestern sind, egal wo sie geboren wurden oder sich zu leben entschieden haben. Die Nationalität oder die Hautfarbe sind rein zufällig, da der Körper nicht mehr als eine vorübergehende Wohnung ist. Diese verändern sich in der Ewigkeit der Zeit. In dem unendlichen Fortschritt allen Lebens wird jedes Leben schliesslich jeden Zustand kennen. In den endlosen Weiten des Unendlichen gibt viele Formen. Dies hast Du bei den beiden Besuchen auf unseren Schiffen über die Grenzen der eigenen Atmosphäre gesehen. Diese variieren in der Grösse, von unendlich kleinen Staubteilchen, unsichtbar für das menschliche Auge, bis zu den zahllosen grössten Planeten und Sonnen. Alle sind in dem Meer von der Einen Kraft eingetaucht und von dem Einen Leben unterstützt.

Auf Deiner Welt hast Du die vielen Formen, die Ihr benennt - Mensch, Tier, Pflanze, und so weiter. Die Namen sind aber nur des Menschen Wahrnehmung, während sie in dem unendlichen Meer des Raumes bedeutungslos sind. Die Unendliche Intelligenz kann sich selbst nicht benennen, da sie all-umfassend ist. Und alle Formen ruhten innerhalb des Umfassenden und so wird es immer sein.

Unter den vielen Formen, die Ihr 'Mensch' nennt, bekennt sich jene dazu, die einzig wahre Intelligenz auf Eurer Erde zu besitzen. Doch das ist nicht so. Es gibt keine Manifestation auf Eurer Welt oder irgendwo im grenzenlosen Universum, die nicht eine Intelligenz in einem gewissen Grad ausdrückt. Denn der Göttliche Schöpfer aller Formen ist der sich Ausdrückende durch die Schöpfung, es ist Seine Offenbarung, ein Gedanken-Ausdruck Seiner Intelligenz.

Als Mensch seid Ihr nicht mehr und nicht weniger als das. Denn das Leben an sich, durch das jede Form unterstützt wird, und die Intelligenz, die sich dadurch äussert, sind ein Ausdruck des Göttlichen. Der Erdenmensch, der zum grössten Teil dies nicht weiss, findet ausserhalb seines persönlichen Selbstes viele Fehler, nicht wissend, dass jede Form ihren Zweck ausdrückt und den Dienst erbringt, für den sie hergestellt wurde.

Es gibt keine Form, die eine andere zu beurteilen in der Lage wäre, da alle Formen nur dem Einen Höchsten dienen. Keiner weiss alles, was bekannt ist, da keiner weiss, was alles ist. Dies ist nur dem Allwissenden bekannt. Aber alle Formen, die freiwillig dienen, wachsen in ihrem Verständnis der Quelle, aus der sie ihre Weisheit beziehen: die gleiche Lebenskraft, durch die sie existieren.

In der genauen Vorstellung sind alle Manifestationen aller Formen wie schöne Blumen in einem riesigen Garten, wo viele Farben und viele Arten harmonisch zusammen blühen. Jede Blüte fühlt sich durch die Manifestation einer anderen. Die kleine schaut zu der grossen hoch. Die hochgewachsene sieht auf die untere. Die verschiedenen Farben sind ein Genuss für alle. Die Art des Wachstums füllt ihr Interesse und intensiviert den Wunsch nach Erfüllung. In der Beobachtung entfaltet sich die darin schlummernde Schönheit, und innerhalb eines Tages oder eines Jahrhunderts zeigt sich allmählich die Gestalt - in der Farbe oder in einem für alle süssen Duft. Jeder verherrlicht sich, indem er anderen dient, und wiederum von allen anderen zurück erhält. Alle in diesem grossen Gebiet der Schönheit sind Gebende und Nehmende, Gefässe, durch die eine Melodie des Höchsten hindurch fliesst.

Folglich dienen die einen am Fusse des Thrones, während andere über dem Thron und um ihn herum dienen. Jeder verbindet sich mit jedem anderen, mit dem Ausdruck der reinen Freude, weil er zu dienen privilegiert ist. Dies sollte der Mensch gelernt haben, da er als Mensch wissen sollte, wie man in Eurer Welt zu leben hat. Aber in dieser Lektion ist er gescheitert. Hätte er bestanden, wäre Eure Erde ein Garten der Freude - der Garten mit dem ewigen Wunsch zu dienen. Aber der Mensch hat in seinem Unverständnis die Harmonie seines Wesens auf Eurer Erde zerstört. Er wohnt in Feindschaft mit seinem Nachbarn, sein Geist ist verwirrt. Frieden hat er nie gekannt; wahre Schönheit hat er nicht gesehen. Egal, wie stolz er auf seine materiellen Errungenschaften ist, er lebt immer noch als eine verlorene Seele. Und wer ist dieser Mensch, der in solcher Finsternis wohnt? Er ist der Sterbliche, der dem Unsterblichen Einen nicht dienen konnte! Er ist es, der von dem 'Weg' spricht, aber er versucht nicht, den Weg zu gehen. Es ist es, der alles fürchtet, was über das Verständnis seines gefesselten Geistes hinaus geht. Er ist so gering, der den Hunger seines Geistes verleugnete.

Und die Angst, wozu der Mensch buchstäblich selbst geworden ist, steht fest in seiner Wache gegen alles Leben, gegen alle Dinge. Denn wenn diese Angst aus seinem eigenen Schatten wegginge, würde sie aufhören zu sein. Dies ist es, die den Menschen bis zum Ende seines irdischen Seins gefangen hält.

In der Tat lebt der Mensch heute auf der Erde ein ödes Leben unter der Furcht und dem Schrecken vor dem, was er den Tod nennt - das Ende seines irdischen Lebens - allein in der Wildnis seiner persönlichen Dunkelheit. Doch hat sich der Mensch selbst in die Verwüstung gebracht, die er so bitter bedauert, weil er nicht dienen wollte, wie bescheidenere Formen, die ihn umgaben, es natürlicherweise taten. Stattdessen zerstörte er weiterhin andere Lebenformen, damit er überleben möge. Er hat es versäumt zu erkennen, dass diese anderen ihm den Reichtum verleihen könnten, wenn er ihnen zu dienen erlaubte, wie es ihre Bestimmung war.

Ach, des Menschen Acker auf der Erde war in der Tat fruchtlos. Die Samen, die er mit seinem kleinen Verstand säte, hatten eine bittere Frucht als Ausbeute. Dennoch bliebt er gefesselt an seine Unwissenheit und wiederholte seine Fehler durch die Jahrhunderte, noch in der Hoffnung, das zu finden, wonach sein Herz sich sehnt und wonach die Seele schreit.

Er hat Angst, sich von dem irdischen Fundament, das er für sich selbst gebaut hat, abzukehren, damit es ihm kein anderer wegnehmen kann und er nichts mehr hat. So hält er Wache über das, was nicht ewig ist, sondern durch die Zeit dem Prozess der Veränderung und des Verfalls unterliegt, die Augen blind dafür, was geschieht. Er hat in sich selbst das Licht eingesperrt, das ihn über die Strasse der Ewigen Einheit hätte führen können, eine Freude, die alle anderen, die diesen Weg gegangen sind, tatsächlich überkommen hat. Dies sind die Diener, die Söhne und Töchter des Einen Vaters, in allen Welten. Der Vater, der Schöpfer des schönen Feldes der vielen Formen, der vielen Farben, der vielen Schattierungen, der vielen Höhen und der vielen Tiefen - der vielen Köstlichkeiten, die bei Tag und bei Nacht das eine Lied der himmlischen Harmonie spielen und ausdrücken, bei dem alle mitsingen können."

Während er sprach, sah ich die Bilder seiner Worter lebhaft vor mir und wieder wurde mein Verständnis des Menschen Elend auf der Erde beschleunigt. Als er zu sprechen aufgehört hatte, rührte sich niemand. Auch ich wollte das Schweigen nicht unterbrechen.

Als die Bilder aufhörten, durch meinen Kopf zu fliessen, stand der Meister von seinem Sitz gegenüber auf und ging um den Tisch herum auf mich zu. Alle erhoben sich und blieben ruhig stehen.

Der grosse Lehrer berührte meine Hand leicht, und mein ganzes Wesen sang in demütiger Dankbarkeit für das, was er mir gegeben hatte. Ich wäre gern für immer in seiner Gegenwart geblieben, aber ich wusste aus Erfahrung, dass dies nicht sein sollte.

"Mein Sohn, lass Dich nicht entmutigen, wenn Du auf der Erde auf Spott und Ungläubigeit triffst. Mit dem Verstehen, was wir Dir gegeben haben, wirst Du wissen, warum es nicht anders sein kann. Erzähl Deinen Brüdern und Schwestern, was Du gelernt hast. Es gibt viele mit offenen Herzen und offenem Verstand, und diese werden immer mehr werden.

Das Späherschiff wartet und unsere Brüder werden Dich zurück zu Erde begleiten. Nun, da wir auf diese Weise zusammen kamen, kannst Du zu allen Zeiten leichter von Deinem Bewusstsein zu unserem den Kontakt herstellen. Denke immer daran, dass der Weltraum kein Hindernis ist."

Seine Worte erfüllten mich mit Zufriedenheit, die keine Leere erlaubte. Er sagte mir Lebewohl, drehte sich um und verliess das Zimmer. In einem Augenblick winkten Firkon und Zuhl mir zu. Ich verabschiedete mich von meinen neuen Freunden, und als die Lounge-Tür sich leise für uns öffnete, gingen wir über die Aufzug-Plattform in die wartenden Schiffe.

Langsam glitten wir lautlos nach unten über die Schienen, weg von diesem gigantischen Forschungslabor-Träger. Als wir erdwärts glitten, blickte ich auf das grosse Schiff zurück, das dort im Weltraum auf die Rückkehr dieses kleinen wartete. Ich fragte mich, wie gross es wirklich war.

Obwohl meine Gedanken unausgesprochen blieben, antwortete Zuhl: "Sie könnten es in Ihren Zahlen auf etwa hundert Meter im Durchmesser und etwa tausend Meter Länge schätzen. Dies sind keine exakten Zahlen, aber genau genug."

Es schien nur eine Sache von Sekunden zu sein, bevor die Tür des Späherschiffs sich öffnete und wir wieder auf der Erde waren. Wir verabschiedeten uns innerhalb des Späherschiffs, denn de Piloten kam nicht mit uns.

Der Marsianer und ich gingen dorthin zurück, wo wir das Auto mehrere Stunden zuvor verlassen hatten und fuhren zu dem Hotel. Ich warf einen Blick zurück in Richtung des Späherschiffs und sah es schnell aus dem Blickfeld verschwinden, weit oben in unserer Atmosphäre.

Wie beim letzten Mal schwiegen wir während der Rückfahrt zum Hotel. Ich hatte viel nachzudenken und hatte keine Lust zu reden. Ich erinnere mich, dass eine frühe Morgenfrische in der Luft lag und die ersten Sonnenstrahlen gerade durchbrachen. So ging ich in der Erinnerung an die Worte des Meisters auf, dass ich nicht auf die Landschaft achtete, durch die wir fuhren.

Als wir vor dem Hotel angekommen waren, berührte Firkon meine Hand in der üblichen Weise und sagte: "Wir werden uns wiedersehen."

Ich wusste, wir würden uns wiedersehen, und obwohl ich auf der Erde in meinem Körper zurück war, befand ich mich in meinem Bewusstsein sowohl auf der Erde als auch mit meinen Freunden von den anderen Welten, wie sie durch den Raum reisten. Es war wunderbar zu wissen, dass wir nicht getrennt waren, dass wir nie wieder getrennt werden konnten! Diese Nacht, die während der ganzen Reise dieses Lebens in mir geschlummert hatte, war plötzlich in mir erwacht wie die Blumen im Garten, die mir der Weise beschrieben hatte. Die Freude darüber in meinem Herzén war die Melodie der Unendlichkeit, ohne Trennung oder Teilung. Und ich hoffte und betete, dass mir ein Weg gezeigt werden könnte, dass ich diese Erkenntnis mit anderen auf der Erde teilen könnte.

Ich kehrte in mein Zimmer im Hotel zurück, konnte aber nicht schlafen. Meine Erfahrungen der Nacht hatten mich so gestärkt und belebt, dass ich mich wie ein neuer Mensch fühlte, mein Geist war wach und mit klareren und schnelleren Gedanken als je zuvor! Mein Herz sang mit Freude und mein Körper war wie nach einer langen Ruhe erfrischt. Es gab viel zu tun heute, und am nächsten Tag musste ich nach Hause auf den Berg zurück, aber von nun an würde ich so gut ich konnte jeden Augenblick so leben, wie er kam, komplett in seiner Fülle, im Dienste der Einzigen Intelligenz, wie es der Mensch tun sollte und wozu er geschaffen wurde.


11: Gespräch in einem Café

Ungefähr am ersten September bekam ich das Gefühl, dass ich bald wieder unsere Freunde aus dem Weltraum sehen würde. Während des Sommers hatte ich oft ihre Schiffe beobachtet, wie sie sich durch unsere Atmosphäre bewegten, aber offenbar entstand keine Notwendigkeit für ein persönliches Treffen.

Mit jedem Tag spürte ich eine grössere Dringlichkeit, wieder in die Stadt zu fahren. Am 8. September lud mich eine Freundin, die einige Zeit bei uns im Palomar Garten verbracht hatte, ein, nach Los Angeles mit ihr zu fahren. Ich akzeptierte und etwa vier Uhr nachmittags kamen wir in der Stadt an. Ich wohnte in dem üblichen Hotel, begleitete den Hotelpagen in mein Zimmer, erfrischte mich ein wenig und kehrte wieder in die Lobby zurück.

Zu meiner grossen Überraschung warteten Firkon und Ramu dort auf mich und lächelten über das ganze Gesicht.

Nach der Begrüssung fragte ich sie, ob sie in Eile waren. Als ob sie meine Gedanken wüssten, antwortete Ramu, "Nicht im geringsten. Wir sind hier um alle Fragen, die Sie im Sinn haben, zu beantworten - nach besten Kräften", fügte er lächelnd hinzu.

Ich schlug vor, dass wir zu dem kleinen Restaurant gingen, wo wir sprechen könnten, ohne gestört zu werden. Als wir hingingen, sagte ich: "Ich nehme an, Sie kennen mein Hauptanliegen ganz genau." Firkon lächelte und sagte: "Vielleicht haben Sie sich gefragt, ob die Antworten auf diese Fragen, die Sie in diesem Sommer mental in den Weltraum geschossen haben, wirklich zurück kommen, ohne dass sich die Drähte gekreuzt hätten? "

"Genau!", rief ich mit einem Seufzer der Erleichterung.

Wegen der frühen Stunde war das Restaurant fast leer. Wir setzten uns in eine Nische am Ende und bestellten Sandwiches und Kaffee. Ich erklärte der Kellnerin, dass wir zum Zwecke der Erörterung eines kleinen Geschäftes lieber an einem komfortablen Ort sitzen möchten, statt zu essen. Sie forderte uns herzlich auf, uns wie zu Hause zu fühlen, bediente uns schnell und verliess uns, um ihr Gespräch mit der Kassiererin wieder aufzunehmen.

Was gibt es Neues von dem Gruppenführer in Florida ", fragte ich," und die Berichte, dass er von einem Raumschiff aus beschossen wurde?"

"Niemals!", antwortete Firkon bestimmt. "Wir würden niemals solche Dinge tun. Was tatsächlich passierte, war, dass der Mann Angst hatte. Indem er verhindern wollte, dass dieses Treffen aufgedeckt würde, begann er auf das Schiff mit seiner Machete einzuhacken, kaum wissend, was er tat. Jedenfalls kam er der Energie, mit der das Späherschiff arbeitet, zu nahe und verbrannte sich dadurch.

Um es ein wenig klarer auszudrücken," fuhr er fort, "Sie wissen, dass ein Seil kein Feuer in sich hat, jedoch führt es zu Verbrennungen, wenn es zu schnell durch die Hände gezogen wird. In der gleichen Weise ging die Energie, die von dem Späherschiff ausgeht, sehr schnell auf dieses Mannes Körper über, wodurch dieser Widerstand bot und er dadurch verbrannt wurde."

"Sie hatten ein ähnliches Erlebnis", erinnerte mich Ramu ", auf Ihrem ersten Treffen mit Orthon, als Ihr Arm gefangen war durch die Kraft, die unter dem Späherschiff pulsierte. Sie waren nicht wirklich verbrannt, aber Sie hätten das Gleichgewicht verlieren und unter den Flansch fallen können. Orthon hatte Sie gerettet, indem er Sie zurück zog."

Ich fragte dann, wie viel Wahrheit es in dem Brush Creek-Bericht gäbe.

"Die Sichtungen gab es tatsächlich", antwortete Firkon. "Obwohl das Schiff und die Menschen nicht Teil unserer Gruppe sind. Es gab viele ähnliche Sichtungen und persönliche Begegnungen mit einer oder mehreren Personen ausser Ihnen, einige vor und einige seit Ihrem ersten Kontakt. Diese sind in fast jedem Land der Welt aufgetreten. Ihre Erfahrung war jedoch der erste Bericht in einer Weise, der eine so grosse Zahl von Menschen erreichte.

Obwohl solche Kontakte seit Jahren stattgefunden haben und Aufzeichnungen von ihnen gemacht wurden, die nie veröffentlicht worden sind, wagen es nur wenige Menschen, ihre Erfahrungen preiszugeben, wegen der Ungläubigkeit ihrer Mitmenschen."

Er fügte hinzu, ganz einfach: "Wir freuen uns nicht über die Heimlichkeit, mit der wir zu diesen Sitzungen kommen. Wir würden viel lieber kommen und gehen und Ihre Leute besuchen, wie wir es mit anderen Welten tun. Aber solange unsere Besuche nicht verstanden werden und daher gefährlich für uns und für unsere Schiffe sind, müssen wir weiterhin mit der vorliegenden Vorsicht vorgehen."

Ich bat um Informationen darüber, was wirklich stattgefunden hatte, als Captain Mantell den Tod fand.

Aus Ramus Erklärung ging die Aufrichtigkeit seiner Gefühle klar hervor: "Das war ein Unfall, den wir zutiefst bedauern. Das Schiff, das er verfolgte, war ein grosses. Mitglieder der Besatzung hatten bemerkt, dass Captain Mantell auf sie zu kam und wussten, dass sein Interesse aufrichtig, nicht kriegerisch war. Sie verlangsamten ihr Schiff und versuchten, Kontakt mit ihm durch seine Geräte aufzunehmen. Sie waren sich der ausstrahlenden Energie ihres Schiff voll bewusst und dachten, er würde sich von ihm fern halten. Aber als er näher kam, wurde der Flügel seines Flugzeuges durch diese Kraft eingeschnitten, wodurch ein Sog entstand, der das ganze Flugzeug erfasste, wodurch eine sofortige Auflösung des Flugzeuges und seines Körpers stattfand.

Diese Auflösung", erklärte Ramu weiter, "geschieht durch eine magnetische Strahlung, die die Moleküle, die das Material zusammenhalten, trennt und deren Lage völlig verändert. Wenn sein Flugzeug rund oder zigarrenförmig gewesen wäre, wäre der Unfall nicht passiert. Seine Maschine war nicht einheitlich in der Form.

Die Flügel ragten über den Körper des Schiffes hinaus, und es war ein Flügel, der die Ursache des Unfalls war. Der Rumpf allein hätte nicht diesen Sog verursacht, um das Flugzeug hineinzuziehen, aber sobald der Flügel in der Kraft gefangen war, wurde der Rest des Flugzeugs so schnell angesaugt, dass es in kleine Trümmer verwandelt wurde, die auf die Erde fielen, und einige Stücke wurden völlig in Staub verwandelt.

Auf der anderen Seite," fuhr er fort, "kann neben unseren eigenen Schiffen nichts in dieser Art stattfinden, weil wir unsere Schiffe in einer Weise bauen, die es ihnen erlaubt, jeden Einfluss auszugleichen. Des Raumschiffs Absicht war lediglich, die Geschwindigkeit zu reduzieren und zu versuchen, mit ihm zu kommunizieren. Wir hatten nicht bemerkt, dass sein Flugzeug nicht unser Kraftfeld berühren kann und blieben darunter. Sie verlieren viele, viele Männer in dieser Art von Schiffen und vor allem Ihre Düsenflugzeuge, denn sie sind in Gefahr, nicht nur in dem Umkreis unseres Kraftfeldes, aber sie können in natürliche magnetische Strömungen geraten, die sie drehen und zerstören würden. Es gibt zu viele herausragende Dinge aus dem Körper Ihrer Flugzeuge, und wenn einmal die Energie eines von ihnen trifft, ist das Schiff dem Untergang geweiht."

Dies schloss meine Liste der Fragen über die besonderen Kontakte, von denen ich während des Sommers gehört hatte. "Sie haben meine Eindrücke in jedem Fall bewahrheitet", sagte ich zu meinem Begleiter. "Dann können wir vielleicht versuchen, im Vorfeld einige der vielen Fragen, die Sie in Zukunft fragen werden, abzudecken", schlug Firkon vor. "Wie wir Ihnen schon sagten, befinden sich die Planeten und Systeme in einem konstanten Entstehungsprozess oder sie gehen durch den Prozess der Auflösung. Ein Planetensystem ist jeder anderen Form sehr ähnlich - es benötigt eine gewisse Zeit, um einen Höhepunkt seines Ausdruckes zu erreichen, dann beginnt der Prozess des Niedergangs und des Zerfalls. Lange bevor sich unser System sogar in der Entwicklung befand, gab es zahllose Planetensysteme, auf denen schon menschliche Wesen lebten, die Sie Menschheit nennen.

Damals wie heute gab es interplanetare Reisen innerhalb und zwischen den Systemen. Das Hauptziel für diese Reisen war das gleiche wie jetzt bei uns - um die Aktivitäten des Weltraumes in all seinen Phasen zu studieren. Also, wenn ein neuer sich bildender Planet innerhalb eines Planetensystems festgestellt wurde, wurde dieser beobachtet und von den Reisenden aus vielen Welten genau studiert.

Wenn sich ein neuer Planet bis zu dem Punkt entwickelt hat, wo er bereit ist für die menschliche Besiedlung - und alle Planeten erreichen dieses Stadium früher oder später - geben die Reisenden diese Tatsache den Bewohnern anderer Welten und den Welten in anderen Systemen bekannt. Es werden Freiwillige gesucht, die Lust haben, hinauszugehen und die neue Welt zu entdecken. Dann nehmen grosse Schiffe diese Freiwilligen mit der ganzen wichtigen Ausrüstung an Bord und siedeln sie auf den neuen Planeten um. Es werden häufige zusätzliche Fahrten unternommen, um diesen Pionieren die benötigten Geräte und Materialien zu bringen. Die Leute werden auch für Besuche auf ihre Heimatplaneten gebracht. Auf diese Weise eröffnen sich neue Ausdruckswege und gleichzeitig wird eine neue Welt von Menschen erobert.

Die Erde war der langsamste Planet in unserem System, bis er in der Lage war, die Aufrechterhaltung menschlichen Lebens zu erreichen. Dies wurde den ersten Bewohnern der Erde von den anderen Planeten gebracht. Aber bald geschah etwas Unerwartetes in der Atmosphäre um die Erde, und die dorthin verpflanzten Menschen erkannten, dass innerhalb weniger Jahrhunderte die Lebensbedingungen auf diesem Globus nicht mehr günstig wären. Als Ergebnis packten die ersten Bewohner der Erde mit wenigen Ausnahmen ihre gesamte Habe in Raumschiffe und verliessen sie auf andere Welten. Die wenigen, die bleiben mussten, wählten es, sich inmitten der üppigen Schönheit und Fülle dieser neuen Welt zu verschlechtern und suchten nichts anderes. Allmählich gaben sie sich damit zufrieden, in natürlichen Höhlen zu leben und gingen schliesslich in den Geschichtsbüchern verloren.

Auf Ihrer Erde gibt es keine Aufzeichnungen über diese ersten Bewohner, ausser der Mythologie einer Ihrer Rassen, in der die Erinnerung an diese erste Zivilisation erhalten blieb, Sie nennen ihn Gott Triton nach der ursprünglichen Rasse der Triterier.

Kurz nach der Abreise der Raum-Pioniere gab es viele natürliche Veränderungen auf der Erdoberfläche. Einige Länder waren in die Tiefen der Meere verschluckt worden, während andere aufstiegen. Dann war wieder einmal die Welt bereit für eine menschliche Besiedlung. Aber dieses Mal wurden keine Freiwilligen benannt, da die Bedingungen immer noch in der umgebenden Atmosphäre vorherrschten. Eine weitere Bedingung, die wir mit Interesse bei der Entstehung und Entwicklung des Erdplaneten beobachtet hatten, war die Bildung von nur einem Mond als sein Begleiter. Unter natürlichen Bedingungen würde dies zu einer Unwucht führen, es sei denn, es würde zu einem späteren Zeitpunkt ein weiterer Mond gebildet, um den kleinen Begleiter einer wachsenden Welt zu ergänzen."

An dieser Stelle wurde Ramu unterbrochen, da die Kellnerin kam, um unsere Tassen mit heissem Kaffee nachzufüllen. Als sie gegangen war, sagte Firkon: "Der Mensch ist ein seltsames Geschöpf! Und das ist wahr, wo immer man ihn findet in dem gesamten riesigen Universum. Obwohl die Menschenrasse als Ganzes lieber in Frieden und Harmonie mit der ganzen Schöpfung lebt, wollen einige wenige in persönlichem Ego und mit Aggressivität wachsen, und durch diese Gier wächst der Wunsch, die Macht über andere Menschen zu übernehmen. Dies kann sogar auf unserer Welten stattfinden, trotz der Lehre, die es dem Menschen gebietet, im Einklang mit den göttlichen Gesetzen zu leben."

"Ja", sagte Ramu, "und obwohl wir das Böse kennen, wohin solche Haltungen gemäss den universellen Gesetzen führen, sind wir nicht frei, diese Brüder in irgendeiner Weise zu behindern. So beschloss man vor Jahrhunderten in einer Sitzung unter den Lehrern der Weisheit auf vielen Planeten, solche Egoisten auf neue Planeten zu verbringen, die in der Lage waren, das menschliche Leben aufrecht zu erhalten. In solchen Fällen wurde der Planet mit der langsamsten Entwicklung unter vielen Systemen für die Verbannung solcher Täter ausgewählt.

Also wurde aus den genannten Gründen die Erde in unserem System für die neue Heimat dieser Widerspenstigen von vielen Planeten innerhalb und ausserhalb unseres Systems ausgewählt. Diese Verbannten wurden, wie Ihr sie auf Erden nennt, Unruhestifter genannt. Wir konnten sie weder zerstören noch einschränken, denn das steht im Gegensatz zu den universellen Gesetzen. Aber da diese Menschen alle von der gleichen arrogant Natur waren, war man der Ansicht, da schliesslich niemand nachgeben würde, sie zu zwingen, ihre Harmonie selbst zu erschaffen. Diese sind die wahre Quelle der ursprünglichen 'Zwölf Stämme' auf der Erde.

Und so wurden sie in Schiffen von den vielen Planeten aufgesammelt und auf die Erde gebracht, ohne Ausrüstung oder Geräte jeglicher Art, wie sie Freiwillige gegeben wurden. Alle waren in ihren eigenen Welten gut ausgebildet worden, um den Boden, die Mineralien, die Atmosphäre und die vielen anderen Dinge, die für die Erhaltung des Körpers notwendig sind, zu kennen. Hier auf dieser neuen Welt mussten sie ihr Wissen einsetzen und mit nichts weiter als dem, das die Natur selbst ihnen zur Verfügung gestellt hatte, auskommen. Dies sollte sie zur Arbeit zwingen und ihre eigenen Talente herbringen, in der Hoffnung, sie wieder in den Schoss aller, die dem Willen des Schöpfers gehorchen, zurück zu bringen.

Das sind Ihre biblischen 'gefallenen Engel' - die Menschen, die von einem höheren Zustand des Lebens herunter gefallen sind und die ursprünglichen Samen für die Bedingungen, die Sie nun in Ihrer Welt vorfinden, gesät haben.

Lange Zeit, nachdem sie diese Leute auf die Erde gebracht hatten, besuchte unser Volk sie oft, um ihnen zu helfen und sie so viel wie sie zulassen würden, anzuleiten. Aber sie waren ein stolzes und trotziges Volk und begrüssten nicht die Hilfe, die wir anboten. Doch nach anfänglichen Auseinandersetzungen gelang es ihnen für eine lange Zeit, gut miteinander auszukommen. Damals war die Erde in der Tat ein 'Garten Eden', da alles in der Natur reichlich vorhanden war und diese verschwenderisch mit ihren Gaben von Lebensmitteln und den Notwendigkeiten des Lebens umging.

In der Freude über die neue Welt begannen diese 'Neulinge' in Frieden und Glück miteinander zu leben, und dies freute auch andere Planeten. Dann ass der Mensch von der Frucht des Baumes der 'Erkenntnis des Guten und des Bösen', wie es in Ihrer Bibel heisst, und mit der Zeit kamen Trennungen auf, wo vorher keine gewesen waren. Die Habgier und die Sucht grassierte wieder unter den Menschen, und sie wandten sich einer gegen den anderen.

Als die Zeit vergang und die Bevölkerung anstieg, entstanden aus den ursprünglichen Stämmen sich selbst erhebende Menschen, die sich zwischen den verschiedenen Rassen zu unterscheiden begannen. Jeder verlangte die Herrschaft des ganzen Volkes, indem er vorgab, von einem Planeten abzustammen, der weiter fortgeschritten war als alle anderen, und erhob dadurch Anspruch auf die herrschende Macht. Wir fuhren fort, diese irrenden Brüder zu besuchen, immer mit der Hoffnung, ihnen zu helfen, wieder eine brüderliche Beziehung einzugehen. Im Laufe der Zeit aber wurde der selbst ernannte Herrscher immer mächtiger, und unsere Bemühungen hatten immer weniger Erfolg. Die Trennungen setzten sich immer weiter fort, was schliesslich dazu führte, was Sie heute 'Nationen' nennen.

Die Gründung der Nationen führte zu weiteren Trennungen unter den Geschwistern und die ganze Menschheit lebte nicht mehr durch das göttliche Gesetz.

Als Ergebnis dieser Trennungen entstanden viele verschiedene Arten der Gottesanbetungen. Aber selbst dann sandten wir unsere Leute aus, in der Hoffnung, unseren Brüdern auf der Erde helfen zu können. Diese Männer waren die so genannten "Messias", und ihre Mission war es, ihren irdischen Brüdern zur Rückkehr in ihr ursprüngliches Verständnis zu helfen. In jedem Fall würden sich ein paar Anhänger um diese weisen Männer versammeln, aber sie wurden sie von denen, die zu dienen gekommen waren, zerstört. "Sie haben sich gefragt, warum die Erde der niedrigste Planet in unserem System ist, in einem Universum, in dem wir alle Einwohner sind. Jetzt habe ich es Ihnen gesagt.

Die Menschen auf allen Welten, die von Männern und Frauen entwickelt wurden, die sich freiwillig hergaben für eine solche Tätigkeit, schritten stetig voran. Sie haben so gelebt, wie der Unendliche Schöpfer es beabsichtigte, dass seine Kinder leben sollen. Sie sind gewachsen in der Erfüllung des Willen des Vaters. Und jedes Mal, wenn eine Gruppe Freiwilliger ihre eigene Welt verlässt und sich in eine neue hinaus wagt, nachdem die göttliche Hand eine neue menschliche Besiedlung vorbereitet hat, sind sie tatsächlich in eine neue Schule der Erfahrung gegangen, wodurch sie noch mehr Verständnis des gesamten Univesums gewannen. So bereiten sie sich für die kontinuierliche Weiterentwicklung in immer höhere Ausdrucks- und Dienstgrade vor. Die Arbeit, wie Sie bei Ihnen auf der Erde bekannt ist, hat keinen Anteil in ihrem Leben, denn sobald die Bewohner eines Planeten unter dem Willen ihres Schöpfers arbeiten, beginnen wiederum die Elemente, ihnen zu dienen.

Auf der Erde haben Sie gerade das Gegenteil. Denn durch Selbsterhöhung und die Perversion des natürlichen Rechts wendet der Mensch die Elemente gegen sich selbst an. Die Kriegsführung der Menschen untereinander ist eines der offensichtlichsten Beispiele dafür, wie er die Energien, die von seinem Schöpfer für sein Wohlergehen bestimmt waren, destruktiv anwendet.

Und das ist der Hauptunterschied zwischen den Erdbewohnern und den Völkern anderer Planeten. Der Erdenmensch hat immer wieder bestimmte Gipfel erreicht, nur um in eine andere Phase der Zerstörung einzutreten, die durch Missbrauch der Elemente alles zerstört, was er vollbracht hat.

Hier und da hebt sich ein Individuum über die Mehrheit auf Ihrer Welt hervor, da es jedem Menschen zusteht, seine eigene Entfaltung zu beschleunigen oder zu verlangsamen. Nur wenn die Erdenmenschen durch ihre eigenen Fehler lernen, dass das, was sie als ihre Stärke ansehen, in Wirklichkeit Schwäche ist, wenn sie gegen die göttliche Intelligenz gerichtet ist, und dass ihre "Weisheit" nichts als Verwirrung gegen das All-Wissen ist, werden sie bereit sein, in den Schoss der Familie zurück zu kehren.

Inzwischen stehen wir immer in Bereitschaft für den Ruf der Erdenmenschen, was auch immer sie wünschen, denn sie sind immer noch unsere Brüder."

"Haben Sie sich nie entmutigen lassen", fragte ich, "im Angesicht solcher Übermacht?"

Es war Firkon, der sagte: "Wir wissen nichts von dem, was Sie Entmutigung nennen. Das ist ein negatives Wort. Vor langer Zeit haben wir die Kraft des Glaubens und der Hoffnung gelernt, niemals aufzugeben. Das Ziel, das gestern verloren ging, kann morgen gewonnen werden. Dies bedeutet nicht, dass wir uns selbst vollständig entwickelt ansehen. Weit gefehlt. Wir haben die Ewigkeit, noch zu reisen. Aber auf unserer Welt haben wir weder Krankheit, Armut noch Straftaten, wie Sie es kennen. Wir erkennen den Menschen als den höchsten Repräsentanten der Gottheit, die Vollendung aller geringerer Formen. Sollten wir mit Absicht jemanden in irgend einer Form verletzten, wissen wir, dass wir gezwungen wären, dies von seinem natürlichen Zweck umzudrehen und uns selbst zu schaden. "Sie können erkennen, warum der Schöpfer uns alle unsere eigenen Probleme bewerkstelligen lässt. Wenn Seine Gesetze nicht befolgt werden, zeugen sie gegen uns. Sie sprechen von Satan, als ob er ein getrennter Feind sei. Doch nur durch die Widersetzung gegen das göttliche Prinzip kann man die unharmonische Bedingungen schaffen, die Sie dem Satan zugeordnet haben, welches Sie selbst korrigieren müssen. Dann werden Sie feststellen, dass der Satan zum Engel des Lichts wird, wie es die Schrift sagt. Für alle Verzerrung muss derjenige, der verzerrt, korrigiert werden."

Als Firkon eine Pause einlegte, verzog Ramu seinen Mund in ein Lächeln, das so charakteristisch für ihn war, als er sagte, "Die Sonne regiert nicht die Erde, noch regiert die Erde die Sonne, noch die Sterne sich gegenseitig. Alle werden durch den Vater regiert. Hier beginnt der Mensch, aus der Natur selbst zu lernen."

Aus irgendeinem Grund brachte mich dies auf ein Thema, worüber ich lange nachgedacht hatte: "In Bezug auf das, was wir Tod und Wiedergeburt nennen", fragte ich, "sollten wir in der Lage sein, Erinnerungen dieses Lebens in das nächste mitzunehmen?"

Ramu antwortete: "Das ist möglich in unterschiedlichen Bewusstseinsgraden. Der ewige Mensch vergisst nichts. Aber die Erinnerung an Dinge, die in einem früheren Körper gelernt wurden, manifestiert sich selten mehr als ein instinktives Wissen oder eine Anziehung auf bestimmte vertraute Dinge. In seinem bewussten Geist hat der Erdenmensch wenig Verständnis dafür, warum das so ist. Wenn solche Neigungen sich in geringerem Masse manifestieren, handelt es sich um Talente oder Geschenke. Wenn sie sehr ausgeprägt vorhanden sind, und vor allem in der Kindheit, nennen Sie diese Menschen 'Wunderkinder'."

Ihr Planet funktioniert unter einer, wie Sie es nennen würden, niedrigen Frequenz. Als Ergebnis ist das Wachstum und die Entwicklung von Lebensformen - und vor allem des Menschen - langsam und erfordert viel Zeit zwischen der Geburt und dem Erwachsenenalter. Wenn die Menschen auf der Erde geboren werden, bleiben sie auf einer hilflosen, infantilen Stufe für einen weit längeren Zeitraum als auf anderen Planeten. Mit der Zeit werden sie zum Mann oder zur Frau, die wahren Anlagen, die sie mit ihrer Geburt mitbrachten, liegen unter einem Wust von Missverständnissen begraben, Unabhängig von seinem natürlichen Recht ist des Menschen Denkfähigkeit sehr begrenzt. Der Neuling ist vollgestopft mit den Traditionen und Konventionen der vergangenen Jahrhunderte, und die positive Erinnerung an frühere Erfahrungen wird verdrängt. Solche angeborene Erinnerung blitzt manchmal aus dem Unterbewusstsein in das Bewusstsein, wie Sie es nennen, wenn ein Kanal plötzlich geöffnet wird. Dies kann durch die Zusammenkunft mit einer Person geschehen, die Sie zu kennen meinen, oder durch den Anblick eines Ortes, den Sie nie zuvor in diesem Leben besucht haben, aber mit dem Sie authentische Verbindungen und Erinnerungen haben. All diese Erfahrungen sind für die meisten Erdenmenschen verwirrend. Doch solche Erinnerungen sind in der Regel wahre Erinnerungen und die Erklärung ganz einfach.

Auf anderen Planeten blockieren wir unsere neugeborene Kinder nicht in dem Masse. Im Gegenteil wird alles getan, um es zu befreien. Wir wissen, dass jeder Mensch sich nur gering von einem anderen unterscheidet und dass der individuelle Hintergrund einer Erfahrung als Grundlage für die Erfüllung dieses besonderen Schicksals dient. 'Die Frequenz', unter der ein Planet funktioniert, kann nur von den darauf wohnenden Bewohnern erstellt werden. Aufgrund der höheren Frequenz unseres Planeten unterliegen die unter uns geboren nicht den langsamen Perioden der Entwicklung von der Kindheit zur Reife, wie auf Ihrem Planeten. Bei uns beträgt der durchschnittliche Zeitraum der Entwicklung von der Geburt bis zum Jugendalter zwei Jahre im Vergleich von achtzehn oder mehr bei Ihnen.

Sie auf der Erde benutzen den Begriff "Das Gesetz der Seelenwanderung" in einem falschen Zusammenhang. Es bedeutet in Wirklichkeit, dass wenn ein Individuum auf Ihrer Erde über die Ignoranz seiner Brüder zu einem höheren Verständnis des Lebens hinaus gewachsen ist, ihm die Wiedergeburt auf einem anderen Planeten gestattet ist. Er wird mit einer lebendigen Erinnerung an seine Erfahrungen auf Erden weiter kommen. Seine Vorstellung von den Grundgesetzen, die alles Leben regieren, werden überragend sein.

Die Erinnerungen an seine täglichen Gewohnheiten und seine Beziehung zu seiner Familie und seinen Mitarbeitern werden zwar noch klar sein, jedoch zweitrangig werden. Er wird erkennen, dass es keine fehlenden Verbindungen zwischen den beiden Phasen des Lebens gibt, sondern eine Kontinuität der ordentlichen Entwicklung durch die vielen Namen und Trennungen, die ihn auf der Erde durcheinander brachten.

Obwohl der Aufstieg vom Kind zum Erwachsenen einen solch lange Zeitraum auf Ihrer Erde benötigt, geschieht das Altern und der Zerfall schnell. Dies liegt an den alten Traditionen und Konventionen, die jedes Individuum weiterhin ausdrückt. Wahres Wissen wird, egal wann es erworben wurde, leicht weiter getragen. Aber die Belastungen und die Leiden der Menschheit, die sich immer und immer wiederholen und durch die Jahrhunderte erinnert werden, lasten unerträglich auf des Menschen Geist. Wie Sie gesehen haben, altern wir nicht im Aussehen oder im Gefühl. Aus dem Grund, weil wir die gut gelernten Lektionen in jeden neuen Tag mitnehmen und alle jene verwerfen, die sich als unbrauchbar erwiesen. Da wir das immer Neue und Frische ständig durch uns ausdrücken, werden wir so jugendlich. So wie die Vorstellung, die der Bildhauer hat, wenn er den Lehm in seine Hände nimmt, bei der Fertigstellung die Form bestimmt, der Ton zum Ausdruck bringt, so ist es mit dem menschlichen Körper. Der Mensch ist der Bildhauer seiner selbst und arbeitet mit dem Material, womit ihn sein Schöpfer versorgt. Es ist die Auffassung des Menschen von sich selbst innerhalb des Universums, die seinen Körper formt und ihn mit Schönheit oder Hässlichkeit ausstattet.

In Ihrer Welt stellen Sie die Gottheit als alt und doch ewig dar. Dies ist ein grosser Widerspruch, denn die Ewigkeit kennt kein Alter.

Wegen der unendlichen Tätigkeit in den Tiefen und auf der Oberfläche Ihrer Ozeane überleben sie durch die Zeit. Aber ein Teich, in dem die Aktivität aufhört, beginnt sein Alter durch eine Masse von Fremdstoffen zu zeigen, die langsam seine einmal klaren Gewässer schwächt. Was Sie als Stagnation bezeichnen, ist eingetreten.

Körperliche Krankheit und Zerfall ergeben sich aus denselben Prozessen. Da Sie nicht gelernt haben, durch das Naturgesetz zu leben, setzt die persönliche Stagnation ein. Gelegentlich kann sogar in Ihrer Welt ein Individuum nach Ihren Massstäben ein hohes Alter erreichen und noch einen jugendlichen Eindruck machen. Dies basiert auf der Fähigkeit, die wahren Qualitäten der geistigen Aktivität, des Interesses und der Begeisterung überdurchschnittlich zu bewahren."

Ich erinnerte mich an ein paar solcher Leute, die ich kannte, und nickte zustimmend. "Sie sind in der Tat weit über uns hinaus entwickelt", sagte ich. "Gibt es einen Punkt, wo Ihr Fortschritt unaufhörlich sein wird? " Darüber musste Firkon lächeln. "Weit gefehlt! Aber wenn wir Fehler machen, dienen sie als Lektionen für unser zukünftiges Verhalten, anstatt sie zu verbergen oder zu versuchen, sie zu rechtfertigen. Ausserdem, wenn ein neues Gebiet erobert wird, ob physisch oder geistig, akzeptieren wir einige Fehler als unvermeidbar. Für Sie ist das Scheitern, wie Sie es nennen, beschämend und Sie setzen Einzelpersonen oder Gruppen oft dem Spott und Tadel anderer aus. Dies ist ein Hauptfaktor in der Bindung der Erdenmenschen an alte Geleise, wenn sie den Mut hatten, oder deren Mitmenschen genug Toleranz, neue Wege zu gehen. Auf unseren Welten wird kein Mensch, der es aufrichtig versucht, als Verlierer bezeichnet, egal, wie die Ergebnisse ausfallen. Dieser Mensch hat etwas gelernt. Durch ebendieses Versagen kann er einen grossen Beitrag für seine Mitmenschen leisten. Mut und Unternehmergeist haben ihn einen neuen Weg zu gehen versuchen lassen, der, wenn er sich als falsch erwiesen hat, von anderen nicht wieder begangen werden muss. Er allein hat bereitwillig gelitten, und wir, seine Brüder, loben ihn."

Als Firkon zu sprechen aufhörte und Ramu ansah, wusste ich, dass diese fruchtbare Diskussion zu Ende war. Nichts musste gesagt werden, als wir aufstanden. Wir bezahlten die Rechnung und befanden uns wieder auf der Strasse.

Diesmal begleiteten mich Firkon und Ramu nicht zurück zum Hotel. "Ich bin sehr dankbar", sagte ich, als wir voneinander Abschied nahmen, und die Worte klangen unzureichend in meinen eigenen Ohren.

Ich stand für einen Moment und sah sie weggehen, dann kehrte ich in der entgegengesetzten Richtung zu meinem Hotel zurück.


12: Wieder der grosse Meister

Nicht lange nach unserem Gespräch im Café befand ich mich wieder nach einem Impuls auf dem Weg nach Los Angeles. Während der gesamten Fahrt in diese Stadt war ich mit einer Art freudiger Erwartung erfüllt, die mich an die Aufregung erinnerte, die ich als Kind kurz vor Weihnachten erlebte.

Die mentale Kommunikation von meinen Freunden von den anderen Planeten war mit der Zeit immer deutlicher geworden. Ich wusste jetzt zum Beispiel, dass diese Begegnung nicht in einem Restaurant am Boden stattfinden würde, sondern dass sie mich wieder in eines ihrer Schiffe führten.

In dieser glücklichen Stimmung schien die vertraute Schönheit der Berge, durch die wir während des ersten Teils der Reise fuhren, eine noch grössere Majestät auszustrahlen. Und die Täler in goldgelb in natürlichem Zustand oder in einem leuchtenden Grün, wo sie kultiviert waren, erfüllten mich mit Liebe zu dieser unserer Erde. Wenn die Menschheit nur lernen könnte, sie mit neuen Augen zu sehen, gäbe es keinen Raum für Bitterkeit und Streit.

Die Zeit ging auf dieser Fahrt schneller voran. Ich registrierte mich im Hotel, ging kurz auf mein Zimmer und kehrte dann in die Lobby zurück.

Obwohl die Uhr über dem Schreibtisch erst kurz nach 17 Uhr zeigte und ich noch nicht hungrig war, fühlte ich mich stark gedrängt, jetzt etwas in dem kleinen Restaurant zu essen, um dann wieder auf meine Freunde zu warten. Das tat ich und als ich um fast 18.00 Uhr wieder das Hotel betrat, kam Ramu auf mich zu.

Ich begrüsste ihn mit Freude und fragte, ob ich ihn hatte warten lassen.

"Überhaupt nicht", sagte er: "Ich wusste, wann Sie kämen!"

Der Pontiac war am Bürgersteig um die Ecke geparkt. Als wir einstiegen, fragte ich nach Firkon.

"Er konnte dieses Mal nicht mit uns kommen", sagte Ramu, "und er bat mich, Ihnen mitzuteilen, dass es ihm leid tut, Sie nicht sehen zu können."

Die Stimmung des anhaltenden Glücks und der Vorfreude blieb bei mir während der langen Fahrt von Los Angeles. Gelegentlich tauschten wir ein paar Worte aus, aber die meiste Zeit gab es wenig Unterhaltung.

Schliesslich bogen wir von der Hauptstrasse ab und fuhren etwa eine halbe Stunde lang auf einer schmalen Strasse. Als ich in der Dunkelheit nach dem Späherschiff Ausschau hielt, sah ich endlich ein schwaches Leuchten in der Ferne. Als die Umrisse immer deutlicher wurden, wusste ich durch seine Grösse, dass es das Saturn-Späherschiff oder ein ähnliches sein musste.

Es war das selbe und Zuhl war da, um uns zu begrüssen. Die Reise zu dem schwebenden Mutterschiff war schnell vorbei. "Ist das ...?", begann ich, und Zuhl lächelte und nickte: "Das Saturn-Schiff, auf dem Sie vorher waren? - Ja." Die Landung vollzog sich genau wie bei dem vorherigen Besuch. Als Zuhl mich in die Richtung des grossen Wohnzimmers führte, blieb er einen Augenblick stehen und sagte: "Es war der Meister selbst, der darum gebeten hatte, dass wir Sie heute abend mitbringen. Dieser Besuch dient nur dazu, dass er mit Ihnen reden kann." Meine Freude wurde immer grösser.

Beim Betreten war ich aufs Neue von der Schönheit des Raumes geschlagen, und die Harmonie, die ihn erfüllte. Alle, denen ich zuvor begegnet war, waren anwesend, und keine Fremden, ausser zwei wunderschöne Frauen, die sich wie Zwillinge ähnelten. Ich vermutete, bevor wir uns vorgestellt wurden, dass sie Saturnianerinnen waren. Auf dem rechten Ärmel ihrer Blusen, in der Nähe der Schulter, waren die gleichen Insignien, die ich auf den Trikots der Saturnianer bei dem letzten Besuch gesehen hatte. Nach der Begrüssung meiner Freunde begrüsste ich die beiden schönen Fremden. Sie unterschieden sich sowohl in ihrer Person als auch in ihrer Kleidung von den anderen Frauen. Da sie nahe bei mir stehen blieben, hatte ich die Gelegenheit, diese im Detail zu beobachten. Beide Frauen hatten sehr dunkelbraune Haare und Augen und stark gebogene Wimpern. Die Gesichtsfarbe war ein fast verblüffendes Weiss mit etwas Rouge auf den Wangen, die Lippen waren voll und rot. Beide schienen eine grössere Lebhaftigkeit zu haben als die anderen Frauen. Ich glaube aber, dass dies nichts mit dem zu tun hat, dass sie Saturnianer waren, sondern es eher ein Merkmal der eigenen Persönlichkeit war.

Sie trugen hellblaue Blusen mit langen, weiten Ärmeln, die dicht an den Handgelenken zusammengezogen waren. Diese Blusen waren eher kurze Jacken und hatten am Hals einen schmalen Kragen. Die Röcke waren von gleicher Farbe und Material. Dieses erschien sehr leicht im Stoff und von einer ganz anderen Webart, als ich je gesehen hatte. Die Röcke hatten breite Bündchen und waren knöchellang, wie die der anderen Frauen. Sie trugen rehbraune Sandalen an ihren kleinen Füssen.

Ich konnte den Meister nicht sehen und vermutete, dass alle in Erwartung seiner Ankunft stehen blieben.

"Es gibt ziemlich viele Aktivitäten auf Ihrer Air Force heute Abend", sagte Ramu, "und das Schiff wird nun aufsteigen. Wir werden wahrscheinlich bei etwa 27.000 m von Ihrer Erde entfernt schweben bleiben."

Unnötig zu sagen, dass ich nicht dieses Gefühl hatte, noch hatte ich jedwelche Bewegung gespürt.

Da kam der Meister und alle wandten sich ihm zu.

Als seine Augen mich trafen, lächelte er und ging weiter zu einem Tisch, umgeben von niedrigen Stühlen mit Armlehnen und gepolstert mit einem schönen Material, das aussah wie Seide.

Ramu führte mich zu dem Meister und dieser bat mich, den Platz auf seiner rechten Seite einzunehmen. Eine der Saturn-Damen setzte sich an meine andere Seite, und während die Leute sich auf ihre Sitze begaben, ergriff ich die Gelegenheit zu fragen, ob sie mir die Bedeutung der Insignien erklären könnte. Sie drehte sich zuvorkommend um, so dass ich ihre rechte Schulter sehen konnte und sagte: "Es zeigt, dass Saturn das Tribunal dieses Systems ist." Obwohl ich nicht genau wusste, was sie mit "Tribunal" meinte, gab sie keine weitere Erklärung. Das Emblem bestand aus einer Kugel, umgeben von einem Ring (ähnlich wie die Ringplaneten, die durch unsere Teleskope erscheinen), und im Inneren der Kugel war eine ausgeglichene Waage.

Ich dankte ihr, liess ich mich wieder in meinen Stuhl nieder und fand es schwierig zu glauben, dass alles so gemütlich sein würde. Nicht einmal unsere Luftkissen gaben nach und doch unterstützten sie den Körper wie auch den Stuhl. Der Meister begann zu sprechen. "Mein Sohn, wenn einiges von dem, was Du heute Abend hörst, sich zu wiederholen scheint, dann deshalb, weil die Dinge, von denen ich sprechen werde, für Dein Verständnis wichtig sind, und vielleicht wird eine ausführlichere Erklärung Dir dabei helfen."

Ich war froh zu hören, was er sagte, denn auch bei der telepathischen Hilfe, die er mir versprochen hatte, hatte ich noch zu grosse Befürchtungen, mich nicht erinnern zu koennen.

"Ein grosser Irrtum, der sich bei den Menschen der Erde ausgebreitet hat", sagte der Meister, "ist der Brauch, alles in viele Teile aufzuteilen, was nie unterteilt werden sollte. Ihr habt mehrere Unterteilungen in Formen und Lehren, viele feste Vorlieben und Abneigungen, die alle nur dazu dienen, den Zustand der Verwirrung auf Eurem Planeten hinzufügen.

Wir anderer Welten haben keine solche Spaltungen, sondern realisieren die Beziehungen und die gegenseitige Abhängigkeit aller Dinge. Ich weiss, dass Du die Macht und den Glanz unserer Vorstellung der Gottheit dort an der Wand vor Dir tief gespürt hast. Indem wir immer dieses Bild visuell vor unseren Augen behalten und uns in unseren Herzen daran erinnern, vergessen wir nie, dass in Ihm alle Formen ihr Dasein haben.

Er gibt den Menschen das, was Ihr 'Leben' nennt. Er gibt auch das Leben durch uns an unsere Schöpfung, worin Er der Lehrer ist, der sagt, was erschaffen werden soll. Er ist es, der weiss, wie die Mineralien und die Elemente miteinander kombiniert werden sollen - nicht nur, um uns zu dienen, sondern auch dem Universum, besser als sie durch die Erfahrungen von einer Form, die in eine höhere Form übergeht, gelernt hatten. Wir auf der Venus und auf anderen Planeten in unterschiedlichen Entwicklungsstadien erkennen, dass die Mineralien und Elemente das Wesen des immer aktiven Göttlichen Ausdruckes sind, mit einer stetigen Erneuerung. Und deshalb gibt es niemals eine Monotonie, wie Ihr sie auf der Erde kennt.

So, wie wir die Schaffung eines göttlichen Schöpfers des gesamten Universums respektieren, so wird auch die Schöpfung des Menschen, die Führer der Elemente in verschiedenen Bereichen, ebenfalls geachtet und geehrt. Im Gegenzug werden die Elemente jeden Tag begieriger, besser zu dienen, damit auch sie zu einem höheren Wertestandard steigen. . . ein Dienst. der nie aufhören wird, denn er währt ewig.

Beispielsweise, damit Du besser verstehst, das wenige Eisen, das Ihr unter den Mineralien Eurer Erde findet, dient Euch in einem bestimmten Bereich. Doch durch das Imprägnieren dieses Eisens mit einer Kraft, die Ihr 'Strom' nennt, verändert das Eisen seinen früheren Dienst in einen anderen namens "Magnetismus". Deshalb hat es eine Anziehungskraft, die es vorher nicht hatte. Dies ist die Bedeutung, wenn sich die Elemente oder Mineralien für einen besseren Dienst entwickeln. Zuerst gab es nur das Mineral Eisen, dann stieg es im Dienst auf eine höhere Ebene, die es in dem ursprünglichen Zustand nicht erreichen konnte. Und immer kann sich dieses Eisen zu höheren Diensten entwickeln durch die Leitung seines Schöpfers.

Du siehst also, was ich meinte, als ich von den Mineralien und den anderen Elementen sprach, die den Menschen dienen. Auf diese Weise sind sie selbst mit bestimmten Befugnissen ausgestattet mit einem Verständnis, der allumfassenden Intelligenz zu dienen. Dieses Gesetz ist, glaube ich, Euch auf der Erde als das Gesetz der Transmutation oder das Gesetz der Evolution bekannt.

Ein menschlicher Körper wie Deiner und meiner besteht aus Elementen sowie Mineralien. Und man kann beweisen, dass diese Elemente und Mineralien, aus denen Dein Körper zusammengesetzt ist, den Auflagen gehorchen, denen sie unterliegen. Denn wenn die Auflagen einer fröhlichen Natur entstammen, ist der sogenannte 'Mensch' fröhlich. Aber wenn er zornig ist, dann bringt der Körper dies zum Ausdruck, was beweist, dass die Mineralien und die darin enthaltenen Elemente ständig im Dienste der Intelligenz stehen. Ohne sie können sie nicht zu einem höheren Zustand des Ausdrucks steigen.

Ihr Erdenmenschen ladet ständig Katastrophen auf Euch durch die Schaffung von Kombinationen, die gegeneinander arbeiten, anstatt zusammenzuarbeiten. Ihr habt aus Euch etwas anderes als Eure göttliche Herkunft gemacht. Ihr habt Eurem Sein viele falsche Konzepte hinzugefügt, anstatt natürlich zu bleiben, wie eine schöne Frau, die in ihrer Schönheit erhaben ist, doch wenn sie viele Kleinigkeiten hinzu fügt, erheben sich diese schliesslich über ihre Schönheit. Ihr habt das gleiche getan, indem Ihr das, was kein wahres Leben oder Intelligenz war, hinzugefügt habt. Lass mich Dich auf etwas aufmerksam machen, das in dem Sein des Menschen angesiedelt ist, womit wir auf dem Planeten Venus leben, während Ihr dies nicht tut, obwohl diese Grundsätze ebenfalls auf Euch sowie auf andere Welten zutreffen.

Ihr behauptet, Ihr seid ein Wesen aus fünf Sinnen und Ihr zählt andere auf, die hinzugefügt werden - der sechste, siebte, und so weiter. Ihr strebt danach, diese willkürlich konzipierten Sinne zu erweitern, statt die bereits existierenden zu verstehen und zu entwickeln. Indem Ihr bekennt, dass es Kräfte der Hellsichtigkeit, Hellhörigkeit, Gedankenübertragung oder aussersinnlichen Wahrnehmungen gibt, teilt Ihr damit einen gesamten Ausdruck in mindestens vier separate Einstufungen. Und als Ergebnis habt Ihr Eure wahre Identität verworren und verloren.

Lass mich das ein wenig erläutern. In erster Linie seid Ihr ein Produkt von Mineralien und Elementen der, wie Ihr es nennt, Natur. In zweiter Linie seid Ihr als intelligenter Ausdruck dieser Form ein Produkt Eures Göttlichen Schöpfers. Der minerale und elementare Teil Eures Seins ist mit vier Wegen oder Sinnen ausgestattet worden, durch die es eine physische Manifestation ausdrückt, wie Ihr es nennt. Intelligenz oder Göttlichkeit drückt sich durch jede Zelle der gesamten Form, die Ihr physisch nennt, aus.

Die vier Sinne, auf die ich mich gerade bezog, sind Sehen, Hören, Schmecken und Riechen. Beachte bitte, dass ich nicht den Spürsinn (Tastsinn) erwähne, von dem Ihr auf der Erde sprecht. Denn der Spürsinn ist die Intelligenz, der allen anderen vorangeht.

Lass es mich so erklären. Niemand in keiner Welt kann eine Form wie die Deine bilden oder zu leben anweisen, wie Du lebst. Dies kann nur durch den Schöpfer des Universums geschehen. Daher musst Du zugeben, dass, wenn eine Form in einer Form stattfindet, die werdende Mutter weiss, was man für den perfekten Aufbau eines anderen Körpers tun muss. So wächst die Konzeption zu einer vollständigen Manifestation, bis sie schliesslich in das, was Ihr die physische Welt nennt, hineingeboren wird.

Wenn sie geboren ist, besitzt diese Form vollständig Augen, Ohren, Mund und Nase. Die Augen sehen und die Ohren hören zum ersten Mal die Töne, die Nase riecht und der Gaumen schmeckt zum ersten Mal. Diese wurden alle als Teile des Körpers erstellt. Da der Körper die physische Welt zum ersten Mal bezeugt, so tun es diese vier Ausdrucksmöglichkeiten, denn sie sind der Körper. Doch die Mutter dieser Form wusste nicht, wie sie gebaut wurden.

Aber der Tastsinn (Spürsinn), den ich in der Gruppe ausgelassen hatte, wusste es. Zur Erinnerung, während das Kleine noch im Entstehungsprozess innerhalb des Körpers der Mutter war, wurde sein Körper gewarnt, wenn Druck auf den Körper der Mutter entstand. Und beachte die Trennung zwischen den Beiden, denn als der zu gebärende Körper bereit war, eine Veränderung innerhalb der Mutter zu machen, kontrollierte die Mutter weder diese Handlung, noch gab sie dazu Anweisungen, was in diesem Fall das Gefühl in zwei unterschiedliche Reaktionen aufteilt - das der Mutter und des Kindes. Dies beweist, dass jede auf dem Gebiet der Empfindung oder des Gefühls unabhängig von dem anderen arbeitet. Doch sie sind ein Körper in einem Körper. Auch beweist es, dass dieses "Berühren" oder das "Gefühl" das Handeln im Bereich der Intelligenz bedeutet, wissend, was zu tun ist und wann es zu tun ist. Es scheint das "Wissende" zu sein.

Wenn wir dies zum Zweck der Analyse berücksichtigen, wird der Tastsinn (Spürsinn) als ein Kardinalsinn erkannte, oder in Wirklichkeit als die Seele des Körpers - ein Teil der allumfassenden Intelligenz. Denn es ist ein Gefühl - und das Fühlen ist, wie Du weisst, ein Zustand der Wachheit oder des bewussten Bewusstseins, wie wir es kennen.

Nun, wenn dieses Bewusstsein den Körper der Mineralien und der Erde, genannt Mensch, verlässt, funktionieren seine Augen, Ohren, Geschmack und Geruch nicht mehr. Denn wenn der Körper bewusstlos wird, kann er nicht mehr so etwas wie ein Tasten erkennen. Mit anderen Worten, Du könntest diesen Körper schlagen, und er hätte nicht das Gefühl, berührt zu werden.

Andererseits, wenn man die Augen verliert, das Gehör, den Geschmack und den Geruch, behält aber den Tastsinn, der das Bewusstsein ist, ist man mehr oder weniger lebendig und arbeitet intelligent. Und wenn dann der Körper mit etwas geschlagen wird, fühlt er es, berührt oder verletzt zu sein, was er in dem vorherigen Zustand nicht fühlte.

So ist es leicht einzusehen, dass die eigentliche Intelligenz des Körpers, 'Mensch' genannt, das ist, was fälschlicherweise als der Tastsinn (Spürsinn) bezeichnet wurde, was die Seele oder das Leben des Körpers ist. Der menschliche Körper - und das gleiche gilt für alle anderen Formen - ist eigentlich für die Dienste geschaffen, die seine Mineralien und Elemente durch die vier grossen physischen Ausdruckswege erbringen. Während der fünfte, das Fühlen, etwas universelles ist, das den anderen vier die Empfindung gibt. Sobald dieser Spürsinn die anderen vier verlässt, haben sie keine Möglichkeit mehr, etwas zu Empfinden und zu funktionieren.

Wenn der Mensch diese Tatsache erkennt, erkennt er sich selbst als reale Person hinter der Maske. Und wenn dies geschehen ist, löst sich das begrenzende Gefängnis, in dem er schon so lange gelebt hat, auf, und er wird ein Bewohner des Universums. Als solcher sieht er das Gesetz in jeder Form aktiv, unabhängig davon, was die Form sein mag, und auch den Planeten selbst, auf dem er lebt. Dann wird der Mensch sich selbst erkennen! Und somit erkennt er alle Dinge. Auch erkennt er seinen Schöpfer, wie er ihn nie zuvor erkannt hat, als die Universale oder Göttliche Intelligenz.

Durch dieses Erkennen oder Verstehen steigt der mineralische Mensch bis zu einem Zustand der Einheit mit dem Vater auf, wo der Vater und der Sohn eins sind. Nachdem der Erdenmensch dies lernt und erkennt, und nicht nur mit seinem Verstand allein, sondern durch das Leben, wie wir es getan haben, so hat er die gleiche Freude am Leben, wie wir auf anderen Planeten haben.

Wie Eure Bibel sagt, ist der verlorene Sohn nach Hause zurückgekehrt, indem er seine physischen Mineral-Eitelkeiten aufgab und diese ihm für den Dienst seines Vater dienen, anstatt ihm zu dienen. Natürlich, mein Sohn, kennst Du dieses Gesetzes und hast versucht, danach zu leben und es über Jahre zu lehren. Es ist weder neu für Dich und ist auch keine ursprüngliche Lehre. Es ist ein universelles Gesetz, das alle Menschen kennen und leben müssen, wenn sie ihr Göttliches Geburtsrecht als Söhne des Vaters geniessen wollen.

Du musst, so gut Du kannst, das Verständnis in den Köpfen Deiner Brüder auf der Erde einbringen, dass das Wissen über sich selbst die erste Voraussetzung ist. Und die ersten Fragen: "Wer bin ich? Durch welche Wege kann ich mich ausdrücken, um zu der Einheit, aus der ich gefallen bin, zurück zu kehren?"

Erinnere sie daran, dass der Mensch nichts hinfügen muss. Er muss nur das ausdrücken, was bereits das Seine ist. Aber er muss lernen zu verstehen, was er ist, und dieses Verständnis leben. Denn es ist das Leben, das so wichtig ist. Sobald dies erfolgt ist, wird das irdische Leiden des Menschen bald verschwinden. Denn dann werden diese Elemente, die für die vier Sinne Sehen, Hören, Schmecken und Riechen gebraucht werden, sich zu viel empfindlicheren Instrumenten zu entwickeln beginnen, die nicht nur Eurer sogenannten physischen Welt dienen, sondern dem Gesamten.

Eine andere Tatsache, die die Erdenmenschen erkennen müssen, ist, dass das 'Gesamte' das Physische in sich selbst beinhaltet, nicht ausserhalb. Denn alles, was innerhalb des Universums geschieht, ist auch innerhalb des Göttlichen oder der Höchsten Intelligenz - nicht ausserhalb.

Deshalb betrifft uns Eure Welt und Euer Leben so sehr, da wir alle im selben Königreich der höchsten Intelligenz sind.

Wir haben dafür Hunderte und Tausende von Jahren gelernt und gelebt. Durch dieses Verständnis können wir nicht mit einem Motiv verletzen, wie Ihr auf der Erde verletzt. Denn wir wissen, dass wir mit dem, was wir verzerrt haben, im selben Haushalt leben müssen.

Sobald der Geist des physischen Menschen auf dieses Mass an Verständnis ansteigt, sieht er, dass nicht alles so hässlich oder unangenehm ist, sondern erkennt, dass alles sich in dem Prozess der Entwicklung in Richtung der Heiligkeit der Schönheit und Erhabenheit befindet.

Wenn die Erdenmenschen dieses Gesetzes beachten, werden sie sehen und verstehen, wie alles von unten nach oben arbeitet, was der universelle Zweck ist, und nicht von oben nach unten. Jedoch drückt die Macht von oben nach unten, dass die niedrigen die Kraft haben, zu den hohen aufzusteigen. Es ist die ewige Vermischung, aber nie Teilung. Indem sie dieses Gesetz kennen, haben die Bewohner unseres Planeten es für ihre Entwicklung genutzt und durch seine Verwendung sind sie zu einer Anerkennung des ewigen Lebens und die Rolle aller darin gelangt."

Der Gedanke der Überbevölkerung schoss durch meinen Kopf, da diese so oft ein wichtiges Thema für die Völker auf der Erde ist. Ohne die geringste Unterbrechung beantwortete dieser Mann von grosser Weisheit meine Gedanken:

"Nein, mein Sohn. Wir sind nicht überbevölkert und ein solcher Zustand bedrohte uns nie wie Dein Volk auf der Erde. Denn wir pflanzen uns nicht gedankenlos oder planlos fort wie Ihr. Es ist ein Naturgesetz des Gleichgewichts, das wir einhalten. Ausserdem können diejenigen, die viel Wissen auf einem Planeten erreicht haben, wenn sie wollen, auf einem anderen wiedergeboren werden. Um das zu erreichen, haben sie zwei Möglichkeiten. Durch den Weg der Geburt oder sie werden auf ein Schiff aufgenommen, noch im selben Körper. Dies geschah viele Male, auch auf der Erde. Die überwiegende Mehrheit entwickelte sich von der Erde zu einem anderen fortschrittlichen Planeten durch Wiedergeburt weiter. Andere, obwohl nur wenige betroffen waren, wurden direkt aufgenommen, wie Eure Bibel es erzählt.

Der Tod erfolgt auf anderen Planeten wie auf der Erde. Aber wir wollen es nicht Tod nennen, und wir trauern nicht um diejenigen, die uns verlassen haben, wie Ihr auf der Erde. Wir wissen, es bedeutet nur ein Wechsel von einem Zustand oder Ort zum anderen. Wir realisieren, dass es nicht mehr als ein Umzug aus einem Haus in ein anderes ist.

Wir können unsere Häuser nicht mitnehmen, wenn wir von einem Ort zum anderen gehen. Noch können wir einen Körper, der unser Haus ist, von einer Welt in eine andere in den Tod mitnehmen. Das Material des irdischen Körpers gehört zur Erde und muss es bleiben, um Eure Welt aufrecht zu erhalten. Aber wenn Ihr von der Erde auf einen anderen Planeten umzieht, wird diese Welt Euch die Materialien ausleihen, um dort ein Haus nach den existierenden Bedürfnissen und Bedingungen zu bauen.

Die Vorstellung des Erdenmenschen über das Universum ist sehr klein. Er kann sich kein Universum ohne Grenzen vorstellen. Aber er benutzt das Wort Ewigkeit. Ewigkeit, nach des Menschen eigener Definition, bezeichnet keinen Anfang und kein Ende. Also, wie gross ist die Universum? So gross wie die Ewigkeit.

Also ist der Mensch keine vorübergehende Erscheinung. Er ist eine ewige Manifestation. Und diejenigen von uns, die diese Wahrheit erfahren haben, leben in einer ständigen Gegenwart, denn es ist immer die Gegenwart.

Wir von der Venus kleiden uns wie Ihr und wir haben viele Dinge in einer ähnlichen Weise. Es gibt keinen grossen Unterschied zwischen unserer Form und Eurer oder in den Kleidungsstücken für diese Formen. Der grosse Unterschied liegt in unserem Verständnis dessen, wer wir sind.

Da wir gelernt haben, dass das Leben allumfassend ist und dass wir das Leben sind, wissen wir, dass wir nichts verletzten dürfen, ohne uns selbst Leid zuzufügen. Und das Leben muss, um ewig zu zu sein, in einem erstklassigen Zustand seines Seins bleiben und sich ständig erneuern, um diesen auszudrücken.

Darum, wie ich schon sagte, gibt es bei uns keine Monotonie. Jeder Augenblick, der vergeht, ist ein freudiger Augenblick. Und es spielt keine Rolle, welche Arbeit wir zu tun haben. Wenn das, was Ihr Arbeit nennt, getan werden muss, tun wir es mit voller Freude und Liebe in unserem Sein. Und unser Planeten bringt uns jeden Tag die Dinge, die getan werden müssen, so wie Eurer. Jeder Mensch und jede Form werden gleichermassen für die von ihnen erbrachten Dienstleistungen respektiert. Keiner wird nach Mängeln beurteilt. Es gibt keinen Unterschied hinsichtlich der Art der Dienstleistung, sei es untergeordnet, wie Ihr es nennt, oder nicht. Alle Leistungen sind gleichermassen anerkannt.

Den Menschen auf der Erde wurde dieses Gesetz gegeben, und die es dort hin brachten, kannten es und wussten, wer es früher auf anderen Planeten praktiziert hatte. Es war im Gebäude des Salomonischen Tempels ausgedrückt. Die Einstellung von Arbeitskräften in dem Weinberg, die alle einen Pfennig am Ende des Tages erhielten, wie von Jesus, Eurem Messias, erzählt wird, war eine Anerkennung der gleichen Ehre zu dienen."

Als der grosse Meister inne hielt und sich mit der Hand leicht über die Stirn fuhr, erkannte ich, dass ich mit solcher Aufmerksamkeit zugehört hatte, dass ich mich nicht gerührt hatte. Indem ich meinen Körper in eine andere Position brachte, wartete ich, dass er wieder zu sprechen anfing.

"Obwohl die Luft auf allen Planeten sich geringfügig unterscheidet, im Gegensatz zu den vorliegenden Überzeugungen Eurer Wissenschaftler, könnte der Erdenmensch überall im Universum ohne Unbehagen leben. Tatsächlich wird dies sein natürliches Erbe sein, sobald er ein Verständnis für sich selbst erreicht hat und die grosse Anpassungsfähigkeit seiner Form realisiert."

Wieder hielt er inne und senkte den Kopf wie in der Meditation, bevor er weiter sprach. "Wir haben ein Mass an bewusster Wahrnehmung entwickelt, die es uns nicht erlaubt, unter einer Gruppe von Menschen zu sitzen ohne den Gedanken des Segens. Denn ihre blosse Gegenwart ist ein Segen, weil wir sie nicht nur als Menschen sehen, sondern als die Göttliche Intelligenz im lebenden Zustand durch eine menschliche Form. Unser Bewusstsein ist das selbe hinsichtlich jeder Form ausserhalb der menschlichen.

Wir sehen das Göttliche Bewusstsein sich selbst durch das Wachstum sämtlicher Formen, von der kleinsten bis zur grössten, ausdrücken. Wir haben gelernt, dass nichts, welche Form auch immer, das sein kann, ohne dass Leben durch sie strömt oder sie unterstützt. Und das Leben erkennen wir als die göttliche Intelligenz des Höchsten.

Kein Augenblick vergeht, sogar im Schlaf, dass wir uns dieser Göttlichen Gegenwart nicht bewusst sind.

Das ist der wahre Zweck der Form 'Mensch' ... dafür wurde er erschaffen. Denn während alle anderen Formen sich durch ihren jeweiligen Nutzen ausdrücken, ist er die weiterentwickelte Form von Mineralien und Elementen, die den höchsten Zustand der Göttlichen Intelligenz auszudrücken vermag.

Wir sind nicht auf der Hut voreinander, noch begehren wir nichts, was dem anderen gehört. Denn wir sind alle gleiche Teilhaber der Güter unseres Planeten."

Ich verstand alles klar, was dieser grosse Lehrer der anderen Welten sagte, hatte aber noch eine Frage in meinem Kopf. Ich fragte mich, wie sie das Töten zum Essen betrachteten, ob sie getötet haben, oder sogar von Obst und Gemüse leben, da diese auch in ihrer eigenen Ausdrucksform leben. Und wie immer, kam die Antwort ohne mein Sprechen.

"Es gibt darin nichts unlogisches, mein Sohn. Wenn Du ein Salatblatt isst, wird es ein Teil von Dir, nicht wahr? Als Ergebnis beginnt es von da an, die Dinge mit Dir zu erfahren. Also, was Du eigentlich getan hast, war, eine Form in Deine eigene Form umzuwandeln. Wäre dies nicht der Fall gewesen, wäre das Salatblatt gereift und dann zu Saatgut geworden, um seine eigene Art wieder zu vermehren, und das wäre seine gesamte Erfahrung gewesen. Aber indem es Dir diente, wurde ihm durch Dich ein höheres Dienen ermöglicht.

Der Beweggrund tritt auch in dieses Prinzip ein. Wenn es Dein Motiv war, es zu vernichten oder zu verletzen oder zu verwerten, dann ist es falsch. Aber wenn Dein Motiv den Dienst umfasst, den Du einer anderen Form erbringen kannst, indem Du sie auf Deinen Standard erhebst, dann ist es recht. Denn Du verwandelst in Realität ein Mineral aus einem Zustand in einen anderen, dass es möglicherweise von noch grösserem Dienst würde. Dabei handelst Du nach dem Gesetz des Wachstums oder der Entwicklung, die man in Eurer Welt 'Evolution' nennt. Das ist das Gesetz des Schöpfers.

Die Menschen in Deiner Welt machen viel aus Form - Zerfall - nicht das Gesetz von der Erhöhung realisierend, weil sie begonnen haben zu denken, dass die Form alles ist. Aber die Form ist nur ein Kanal, durch den das Leben oder die Intelligenz sich ausdrücken. Die allumfassende Intelligenz kann sich nicht durch ein Salatblatt ausdrücken. Also muss das Salatblatt durch allmähliche Stufen in eine höhere Form gebracht werden, durch die es einen höheren Dienst erweist. Dadurch wird es belohnt.

Wenn dieses Gesetz voll akzeptiert und von Euch Erdenmenschen gelebt wird, wie es von den Bewohnern der anderen Planeten und Systeme akzeptiert und gelebt worden ist, werden die atmosphärischen Bedingungen der Erde versüsst werden. Denn jede Form wird dann freudige Strahlen von sich aussenden, die die Luft, in der die Menschheit lebt, durchdringen.

Du wolltest wissen, durch welche Methoden wir den Zustand, in dem wir jetzt leben, erreicht haben. Dies sind die grundlegenden Gesetze, nach denen wir leben, und durch die die Erdenmenschen sich auch weiterentwickeln, wenn sie es wählen, sie zu akzeptieren und zu leben.

Wenn die Erdenmenschen gelernt haben, dass sie nicht der Körper oder das Haus, sondern lediglich die Bewohner des Körpers oder des Hauses sind, können sie überall Häuser bauen, wo sie wollen, denn auch sie werden Meister der Elemente werden, statt von ihnen gemeistert zu werden.

Während Ihr auf der Erde zu einem Wissen über bestimmte Elemente gekommen seid, ist in einigen Punkten der Missbrauch Eurer Kenntnisse verbreitet, und die Elemente werden sich umkehren und Euch zerstören, wie viele andere Zivilisationen auf Eurer Erde in der Vergangenheit zerstört wurden.

Dies ist die Phase, in der sich die Erdenmenschen heute befinden. Wir können nur versuchen, weiterhin zu helfen, wo immer sich die Gelegenheit darbietet, aber es ist schwer, eine ausreichende Zahl von Gemütern zu erreichen, so wenig, wie die Erdenmenschen sich entwickelt haben."

Der Meister war für einen Augenblick still. Dann sagte er: "Dies ist nicht das erste Mal, dass Du auf unser Schiff gebracht wurdest, noch wird es das letzte Mal sein. Sei versichert, dass wir von anderen Welten Dir von Zeit zu Zeit die Wahrheit bringen werden, damit Du sie an Deine Mitmenschen auf der Erde weiter gibst. Wir werden Dir über das physische Leben der anderen Welten zu erzählen sowie darüber, was Ihr spirituelle oder religiöse Wahrheiten nennt, obwohl wir nicht diese Unterscheidung machen. Es gibt nur ein Leben. Dieses Leben ist allumfassend, und bis die Menschen auf der Erde erkennen, dass sie nicht zwei Leben dienen oder leben können, sondern nur eines, werden sie ständig gegen einander angehen. Das ist eine grosse Wahrheit, die von allen Erdenmenschen gelernt werden muss, bevor das Leben auf eurer Welt sich mit dem Leben auf anderen Planeten messen kann.

Und nun, mein Sohn, es ist Zeit für Deine Rückkehr zur Erde. Was Du gelernt hast, kann von grossem Wert für die Menschen des Planeten sein. Sprich mit ihnen über Mundpropaganda und das geschriebene Wort. Fürchte dich nicht, irgend etwas von dem, was Dir gesagt wurde, zu vergessen. Denn wenn Du sprichst oder schreibst, wird mit dem ersten Gedanken ein kontinuierlicher Erinnerungsfluss über Dich kommen."

In diesem schönen Schiff von einer anderen Welt herrschte Frieden. Die Lehre aus dieser Nacht war tief in meinem Verständnis. Irgendwie wusste ich, dass alle dieselbe Lektion gehört hatten, vielleicht viele Male in ihrem Leben. Aber es schien eins zu sein, dass sie liebten, als ob in der Erzählung sich innerhalb jedes Zuhörers etwas geöffnet hätte und er in seinem eigenen Verständnis anwuchs.

Wieder wünschte ich, nicht zur Erde zurückkehren zu müssen, sondern mit diesen begnadeten Freunden bleiben zu können und mit ihnen in andere Welten zu reisen. Aber der weise Mann sagte: "Mein Sohn, es gibt noch viel auf Eurer Erde zu tun. Die Leute sind hungrig und müssen gefüttert werden. Du kehrst zurück und teilst mit ihnen diese Nahrung des Geistes, damit sie nicht untergehen in der Dunkelheit der Unwissenheit, die auf Eurer Erde sich seit so vielen Generationen durchgesetzt hat."

Auf der Rückfahrt schien ich die Worte des Meisters zu hören, die mit sanfter Beharrlichkeit in mein Bewusstsein kamen, in der Stille, die sowohl von Ramu als auch von mir nicht unterbrochen wurde.

Es war das gleiche während der Fahrt in die Stadt zurück. Ich erinnere mich vage, mich von dem Piloten des Späherschiffs verabschiedet zu haben, aber ich glaube nicht, dass dabei Worte ausgetauscht wurden.

Als Ramu am Eingang des Hotels anhielt, stieg ich langsam auf den Bürgersteig aus. Dann drehte ich mich um, schwach bewusst, was ich sagen wollte. Obwohl Ramu wohl wusste, was es war, wartete er ruhig mit Verständnis in seinen Augen und einem Lächeln auf den Lippen.

Dann kam es mir plötzlich: "Die geistige Botschaft, die ich dieses Mal erhielt", sagte ich, "schien so viel klarer ... Ich schien mir sicherer zu sein, als ich nach Los Angeles abreiste, was passieren würde. Hat dieses Mal der Meister selbst mit mir Kontakt aufgenommen?"

"Ja", sagte Ramu, "er tat es. Und das ist weitgehend verantwortlich für den Unterschied, obwohl Ihre Fähigkeit zu empfangen wächst."

"Aber die - die Erhöhung des Geistes fühlte ich", fuhr ich fort, stotternd in dem Bemühen, mich ausdrücken. "Ich bin sicher, das muss zu mir durch den Meister gekommen sein."

"Ja", sagte Ramu wieder: "Er ist einer der am meisten entwickelten Wesen, die noch in unserem System leben. Schon in seiner Gegenwart zu sein, bedeutet, in der Liebe und im Verständnis zu wachsen. Wir sind alle glücklich."

Wir sagten uns Lebewohl, und ich ging ins Hotel.

Wie immer nach solchen Treffen, hatte ich keine Lust zu schlafen. Dieses Mal schaute ich nicht einmal, um zu sehen, wie spät es war. Ich weiss, dass ich eine lange Zeit am Fenster stand, nach oben sehend, nicht nach unten. Ich hatte das seltsame Gefühl der Trennung in mir, das ich zuvor erlebte, nur dieses Mal war keine Traurigkeit darin. Ich glaube, ich sprach meine Gedanken laut aus: "Es ist eins, es ist alles eins. Dort und hier und überall. Es gibt keine Trennung ...."


13: Das Festmahl und ein Abschied

Der nächste Kontakt geschah am 23. August 1954. Desmond Leslie war in der Zeit in Los Angeles zur Erfüllung eines Vorlesungsengagements. Er wusste, dass ich diesen Kontakt haben wollte und wünschte sehnlichst, ebenfalls mitgenommen zu werden. Während ich dies auch hoffte, waren die Brüder aus unerklärten Gründen nicht in der Lage, die Bitte zu gewähren. Zurückblickend denke ich, es lag in der Natur der Dinge, die mir dieses Mal gezeigt und erklärt wurde, was nicht ohne einen vorherigen Kontakt geschehen sollte. Meine Freunde Firkon und Ramu trafen mich wie gewohnt. Auf dem Weg zum Späherschiff sagte Firkon: "Ich muss Ihnen sagen, dass das heutige Treffen ein Abschied für Sie und für uns ist. Nachdem wir Sie heute Abend zurück zu Ihrem Hotel gebracht haben, wollen wir zum Späherschiff zurückkehren und dann auf den Träger, der uns zurück zu unserem Heimatplaneten bringen wird. Unsere Mission auf der Erde ist erfüllt."

Eine grosse Traurigkeit stieg in mir hoch.

Ramu sagte schnell: "Aber Sie verlieren uns nur in körperlicher Form. Vergessen Sie nicht, dass wir immer noch geistig kommunizieren, egal wo wir sind. Ich nahm jeden Trost von diesem Gedanken, aber im Moment schien es wenig genug."

Dann sagte Firkon, seine Stimme voller Verständnis: "Sie sind unser Freund, und der ganze Weltraum kann zwischen uns nichts ändern."

Ich schämte mich meiner Emotionen. Obwohl ich sie nicht ganz verbannen konnte, schaffte ich es, sie zu einem gewissen Grad zu überwinden.

Ich fragte mich, ob ich einen anderen Kontakt-Mann oder -Männer, die vorübergehend auf unserer Erde leben, möglicherweise in Zukunft treffen könnte. Aber auf diese unausgesprochene Frage erhielt ich keine Antwort. Ich war mit dem Gefühl verlassen, dass dies tatsächlich ein Abschied sein wird, zumindest für einige Zeit, nicht nur von den beiden Freunden, zwischen denen ich während der Fahrt sass, sondern auch für weitere Ausflüge in den Weltraum.

Diese Emotion, wie man sich denken kann, verlieh all den neuen und wunderbaren Dingen, die ich in dieser Nacht sah, eine Schärfe, die meine tiefe Wertschätzung erhöhte. Dies führte zusätzlich zu der Dankbarkeit für das, was mir bereits gewährt worden war, zu einer Fülle in meinem Herzen, was ich niemals in Worte zu fassen vermochte.

Da ich schon im Detail eine Reise in demselben Späherschiff beschrieben habe, werde ich nur hinzufügen, dass ich Orthon getroffen hatte, der uns mit dem kleinen Späherschiff, leicht über dem Boden schwebend, erwartete, bereit für ein sofortiges Abheben. Auf dieser Reise haben wir uns noch nicht einmal hingesetzt. Ich teilte meine Aufmerksamkeit zwischen den Anzeigegeräten und Orthon am Schaltpult. Als wir den Venus-Träger betraten, war ich dieses Mal völlig frei von dem Gefühl des Fallens in der Magengrube. Wir erreichten die Plattform und blieben wieder stehen, wie auf unserer ersten Reise. Der gleiche Mann war dort, um die Schelle über dem Späherschiff für das Aufladen zu befestigen, aber dieses Mal folgte er uns die Treppe hinunter und in die Lounge.

Unmittelbar beim Betreten überkam mich ein Gefühl der Feierlichkeit. Es waren sehr viele Leute anwesend, die ich noch nie gesehen hatte. Ich war entzückt, als ich Ilmuth und Kalna kommen sah, um mich herzlich zu begrüssen.

"Hat Ihnen jemand von der Überraschung, die wir für Sie heute Abend haben, erzählt?", fragte Kalna, und ohne eine Antwort abzuwarten, fuhr sie begeistert fort: "Unser Versprechen an Sie muss erfüllt werden!"

Während Kalna redete, hatte Ilmuth mir einen Becher des köstlichen Fruchtsaftes überreicht. Ich bemerkte, dass die beiden Mädchen in Piloten-Uniformen gekleidet waren und ich war sicher, dass dies eine Reise in den Weltraum bedeutete.

Es waren viele Männer anwesend und acht Frauen, darunter Kalna und Ilmuth. Die anderen Frauen trugen die gleichen schönen Kleider wie die beiden letztgenannten. Die Männer trugen bequemen Shirts und Hosen. Wieder trug jeder Sandalen.

Obwohl ich nicht vorgestellt wurde, begrüssten mich alle als Freunde, und ein paar nannten mich sogar beim Namen. Als die Begrüssung vorüber war, wurde ich auf sanfte Musik im Hintergrund aufmerksam, die mich ein wenig an orientalische Musik erinnerte. Obwohl Ramu einen Becher Saft erhalten hatte, bemerkte ich, dass meine anderen Freunde uns nicht folgten. Dies wurde mir erklärt, indem Ilmuth sagte: "Wir müssen nun auf unsere Posten gehen für die Durchführung der Überraschung, die Kalna erwähnte. Dieses Mal wird Ramu bei Ihnen bleiben."

Als Orthon und Kalna in eine Richtung weggingen, bewegten sich Firkon und Ilmuth zum gegenüberliegenden Ende des Schiffes. Ramu und ich nippten still an unseren Getränken für einige Momente. Ich war glücklich, an dieser Wärme und Fröhlichkeit beizutragen, die diesen Raum durchdrangen. Es half mir, das Gefühl der Traurigkeit über den Abschied, der heute abend stattfinden würde, im Hintergrund zu halten.

Mehrere Gruppen spielten fremde Spiele, und Ramu, der mein Interesse bemerkt hatte, schlug vor, dass wir näher gingen, um besser zusehen zu können.

Vier der Männer sassen an einem kleinen Tisch und spielten Karten. Diese waren recht verschieden von den unsrigen, obwohl sie die gleiche Grösse hatten. Sie trugen keine Zahlen, aber alle hatten eine Markierung, die sie klassifizierten. Ich sah nach, ob es zwei gleiche gab, aber, soweit ich sehen konnte, war dies nicht so.

Eine weitere Gruppe von Männern rollte kleine bunte Kugeln entlang eines glatten Bretts. Ich vermutete, dass diese durch eine Art von Magnetismus bewegt wurden, da es keine Rillen in dem Brett gab und die Kugeln sich nicht frei bewegten. Bestimmte unter ihnen schienen die Anziehenden zu sein, die die anderen zu sich hin zogen.

Ein weiteres Spiel glich etwas unserem Tischtennis, ausser dass zwei Kugeln gleichzeitig im Spiel waren, wofür offensichtlich grosses Geschick erforderlich war. Die Frauen schienen sehr gut darin zu sein. Mich überraschte das Fehlen von lautem Sprechen, Lachen oder anderen Ablenkungen. Jeder amüsierte sich offensichtlich und war in der Lage, dies zu tun, ohne zu lärmen, wie so oft auf der Erde. Auch schien nicht jeder das Spielen so ernst zu nehmen, wie so viele von uns auf der Erde.

Die Atmosphäre war getragen von Heiterkeit und Entspannung. Oft schauten die Spieler zu uns mit freundlichem Lächeln. Einige sprachen mit uns und ich war immer noch erstaunt, diese Leute so fliessend in meiner Sprache sprechen zu hören. Nach einer Weile schlug Ramu vor: "Sollen wir in den Steuerraum gehen? Es gibt dort einige Dinge, die ich Ihnen dort zeigen kann, und ich bin überzeugt, dass Sie sie interessant finden werden."

Mit unseren Getränken noch in der Hand, folgte ich ihm gerne in den grossen Raum mit den vielen Tabellen, Diagrammen und Instrumenten, die ich bei meinem ersten Besuch auf diesem Schiff gesehen hatte. Als wir eintraten, muss Ramu einen Knopf berührt haben, denn ich sah zwei sehr kleine Sitze, die wie von Zauberhand aus dem Boden stiegen. Und zur gleichen Zeit, unmittelbar vor ihnen, sah ich unseren Mond in der Mitte eines grossen Bildschirms aufsteigen. Ich war erstaunt, wie nahe er aussah, überhaupt nicht wie auf einem Bildschirm abgebildet, aber mit der Tiefe des Weltraumes um ihn herum. Das war also die Überraschung! Für einen Moment dachte ich, wir würden tatsächlich landen.

Ramu sagte: "Sie schauen jetzt auf die bekannte Seite des Mondes, aber wir werden nicht darauf landen. Das Bild wird auf dem Bildschirm von einem der Teleskope, die das erste Mal, als Sie bei uns waren, nicht in Betrieb waren, reflektiert. Sehen Sie genau hin, wenn wir uns der Oberfläche nähern, und Sie werden erhebliche Aktivitäten beobachten. In den zahlreichen grossen Kratern, die Sie von der Erde aus sehen, werden Sie sehr grosse Hangars bemerken - die Sie nicht sehen können! Beachten Sie auch, dass das Gelände hier Ihren Wüsten sehr ähnlich ist.

Wir haben diese Hangars in solchem Umfang gebaut, damit viel grössere Schiffe als dieses leicht einfahren können. Auch innerhalb dieser Hangars gibt es Wohnräume für eine Reihe von Arbeitern und ihren Familien, mit jeglichem Komfort ausgestattet. Wasser wird im Überfluss aus den Bergen gepumpt, wie Sie es auf Ihrer Erde getan haben, um die Wüstengebiete fruchtbar zu machen.

Wenn ein Schiff in diese Hangars einfährt, findet ein Prozess der Druckentlastung für die Passagiere statt. Dies erfordert etwa 24 Stunden. Würde dies nicht geschehen, erlebten die Menschen grösstes Unbehagen, wenn sie auf dem Mond aussteigen. Solch eine Druckentlastung ist für die Erdlinge noch nicht denkbar. Sie verstehen zu wenig von den körperlichen Funktionen und ihrer Kontrolle. Eigentlich ist die menschliche Lunge in der Lage, sich selbst auf einen sehr niedrigen als auch hohen Druck einzustellen, wenn das Absenken oder Ansteigen nicht schnell genug geschieht. Wenn es zu eilig vonstatten ginge, würde es zum Tod führen."

Ich hätte mich gerne dem notwendigen Druckabsenkens für das Privileg einer tatsächlichen Landung auf dem Mond unterzogen. Es gab nichts, was meine sofortige Rückkehr zur Erde notwendig machte. Aber mit einem sympathischen Lächeln sagte Ramu: "Wir haben viele Dinge für Sie auf Lager, die wir Ihnen auf der anderen Seite des Satelliten zeigen wollen, bevor wir zur Erde zurückkehren. Passen Sie jetzt genau auf, denn wir nähern uns der Mondkante. Beachten Sie, wie sich diese Wolken bilden. Sie sind leicht und scheinen aus dem Nichts zu kommen, wie es Wolken oft tun. Die meisten gewinnen nicht immer an Dichte, sondern lösen sich fast sofort auf. Doch unter günstigen Bedingungen gewinnen manche gelegentlich an Dichte. Es ist deren Schatten, den man durch Teleskope von der Erde aus sehen kann. Jetzt nähern wir uns der Seite, die Sie nie von der Erde aus gesehen haben. Sehen Sie die Oberfläche direkt unter uns. Sehen Sie, es gibt Berge in diesem Abschnitt. Sie können sogar Schnee auf den Gipfeln der höheren Berge erkennen und Wachstum von schwerem Holz auf den unteren Hängen. Auf dieser Seite des Mondes gibt es eine Reihe von Bergseen und Flüssen. Sie können da unten einen der Seen sehen. Die Flüsse münden in einem sehr grossen Gewässer.

Jetzt können Sie eine Reihe von Gemeinden unterschiedlicher Grösse sehen, sowohl in den Tälern als auch an den Berghängen. Die Vorlieben der Menschen unterscheiden sich hier wie überall, in unterschiedlicher Höhe zu leben. Und hier, wie anderswo auch, ähneln die natürlichen Aktivitäten zur Lebenserhaltung denen der Menschheit auf Erden.

Wenn wir Zeit hätten, um an Land zu gehen und den Druck zu entlasten", fuhr Ramu fort, "und dann herum reisten, würden Sie einige der Leute persönlich kennenlernen. Aber zum Studium der Oberfläche des Mondes ist die Art und Weise, wie Sie ihn jetzt betrachten können, weitaus praktischer."

Ich erkannte diese Wahrheit, als eine mittelgrosse Stadt auf dem Bildschirm vor uns erschien. Tatsächlich schienen wir über die Dächer zu treiben, und ich konnte darunter Menschen in sauberen, engen Strassen laufen sehen. Es war ein eher dicht bebauter Stadtteil, den ich als Geschäftsviertel einschätzte, obwohl er nicht mit Menschen überfüllt war. Ich bemerkte keinerlei Autos entlang den Strassen parken, obwohl ich mehrere Fahrzeuge sah, die sich knapp oberhalb der Strassen bewegten, da sie keine Räder zu haben schienen. In der Grösse waren sie vergleichbar mit unseren Bussen und unterschieden sich in der gleichen Art voneinander.

Ramu erklärte: "Einige Menschen hier haben ihre eigenen Beförderungsmittel, jedoch hängen sie zum grössten Teil von den öffentlichen Verkehrsmitteln ab, die sie unten sehen."

Etwas ausserhalb der eigentlichen Stadt gab es einen vergleichsweise grossen geräumten Teil mit einem riesigen Gebäude entlang einer Seite. Es sah aus wie ein Hangar und Ramu bestätigt dies mit den Worten: "Wir haben ein paar Hangars in der Nähe der Städte für die Erleichterung der Landung mit den Lieferungen, die wir der Bevölkerung hier bringen - alles was vor Ort nicht vorhanden ist für ihre Bedürfnisse. Im Gegenzug liefern sie uns bestimmte Mineralien, die sie auf dem Mond finden."

Während meiner Beobachtung schien sich die Stadt plötzlich zurück zu ziehen und Ramu erklärte mir, dass wir nun zurück in den Weltraum zwischen dem Mond und der Erde reisten. "Haben Sie irgendwelche Fragen, bevor wir zur Lounge zurückkehren?", fragte er.

Mir fiel keine ein und ich schüttelte den Kopf.

"In diesem Fall", sagte er mit funkelnden Augen, "kehren wir besser zur Lounge zurück. Ein Festessen ist in Vorbereitung, um die Rückkehr in die Heimat von Firkon und mir zu feiern."

Wieder schämte ich mich meiner Emotionen, die bei dieser Erinnerung an den bevorstehenden Abschied hochkamen, und ich überwand sie, indem ich mich geistig in sie hinein versetzte. Wäre ich an ihrer Stelle nicht glücklich? Ich wäre es in der Tat!

"Jede Träne, die ich vergiesse, wird für mich allein sein", sagte ich und versuchte eine leichte Berührung, "denn für Euch bin ich glücklich."

Orthon und Kalna trafen uns an der Tür und wir betraten zusammen das Wohnzimmer. Ich sah, dass der grosse Tisch auf der einen Seite des Raumes für das Festessen gedeckt worden war. Einige der Frauen, die zuvor spielten, waren nun dabei, für den letzten Schliff zu sorgen.

Als Firkon und Ilmuth durch die Tür traten, kam Kalna zu ihrer Freundin und die beiden Mädchen verliessen den Raum zusammen. In wenigen Minuten kehrten sie zurück, nachdem sie ihre Pilotenanzüge in schöne, wallende Gewänder gewechselt hatten.

Ein schönes goldgelbes Tischtuch bedeckte den Tisch. Über die gesamte Länge und auf beiden Seiten standen Stühle. Der 'Silber-Tisch' unterschied sich im Design von dem unsrigen, und er war eher besser, dachte ich. Er schien aus verschiedenen metallischen Kombinationen hergestellt zu sein, mit wunderschönen Einlagen. Es gab einen Platz am Kopfende des Tisches und ich zählte vierzehn auf beiden Seiten. Als Kalna und Ilmuth wieder zu uns stiessen, wurden wir gebeten, Platz zu nehmen. Es waren nur noch die acht Frauen anwesend und die Männer, 21 an der Zahl, darunter auch ich.

Ramu sass auf der rechten Seite des Meisters und Firkon zu seiner Linken. Ilmuth wurde zwischen Ramu und mir platziert und Kalna zwischen Firkon und Orthon. Als alle sassen, erhob sich der Meister und für einige Augenblicke war der Raum mit einer ehrfürchtigen Stille gefüllt. Dann sprach der grosse Lehrer in weichen, klaren Tönen diese Worte:

"Wir danken Dir, dem Unendlichen für Deine Gaben. Möge jeder Einzelne in Deinem weiten Reich gleichermassen davon profitieren. Mögen diese Lebensmittel unseren Körper stärken, damit wir dem innewohnenden göttlichen Geist dienen können, wie es Dir, dem Schöpfer allen Lebens, gefällt."

Nachdem er dieses schöne Gebet gesprochen hatte, stimmten alle wieder in einen Moment der Stille ein.

Bevor er wieder seinen Platz einnahm, sagte der Meister: "Wir sind heute hier versammelt, um mit grosser Freude die erfolgreiche Erfüllung der Mission zu feiern, die auf der Erde von zwei unserer anwesenden Brüder durchgeführt wurde. Firkon und Ramu haben es gut gemacht. Wir teilen ihr Glück als Belohnung für ihre Anstrengungen, das ihnen die Rückkehr auf ihren Heimatplaneten erlaubt."

Vor jedem Gast standen kristallene Becher mit blass goldener Flüssigkeit auf dem Tisch. Als der Meister endete, erhob er sein Glas und sagte: "Lasst uns unser Glas erheben und einander und unsere Mitmenschen überall segnen."

Als ich den Becher an die Lippen hob, war ich mir des sehr empfindlichen Duftes bewusst und schlürfte den Inhalt sehr langsam, um dieses Bouquet nicht zu verlieren. Es schien nicht zu berauschen, sondern könnte vielleicht, wie viele Weine, seine Wirkung erst im Übermass entfalten.

Als wir unsere Gläser zu Ehren Ramus und Firkons erhoben, erfüllte sanfte Musik, die aus einer unsichtbaren Quelle erklang, den Raum. Es war eine Musik, die ich nie zuvor gehört hatte, alles in mir schien zu vibrieren; eine Melodie, seltsam und schön, mit nur gelegentlichen Spannungen, die ähnlich der irdischen Musik waren.

Da dies das erste Mal war, dass ich das Privileg hatte, mit jenen von anderen Welten zu speisen, war ich natürlich neugierig zu erfahren, inwieweit ihre Nahrung der unsrigen gleich wäre.

An jedem Ende des Tisches und in seiner Mitte standen schöne Schalen, gefüllt mit Früchten. Eine Variante sah genauso aus wie grosse rosige Äpfel mit Stiel. Ich erwartete eine frische Saftigkeit, als ich eine annahm, der mir angeboten wurde. Doch als ich hinein bass, fand ich, dass das Fruchfleisch die Konsistenz eines reifen Pfirsichs hatte, und der Geschmack war eher wie eine Kreuzung zwischen einer Kirsche und einem Apfel. Der Kern enthielt einen grossen Samen, der wie ein riesiger Apfelkern aussah.

Eine andere Frucht glich gigantischen Himbeeren, sowohl im Aussehen als auch im Aroma. Die kleinste dieser Beeren war mindestens vier Mal so gross wie unsere grösste.

Entlang des Tisches standen in Abständen grosse krugähnliche Behälter mit einer Vielzahl von Fruchtsäften und anderen Getränken. Dies erklärte die verschiedenen Gläser in verschiedenen Grössen, die bei jedem Gedeck standen. Das zweite Getränk, das ich probierte, schmeckte wie Himbeersaft.

Das Essen wurde uns von den beiden Frauen, die sich an den beiden Enden des langen Tisches gesetzt hatten, serviert. Zuerst brachten sie dampfende Schüsseln mit Gemüse von dem Servier-Tablett, das an der Wand in der Nähe stand. Die erste Schüssel enthielt, wie es aussah, normale Möhren, aber ich empfand die Konsistenz nicht so fest, und der Geschmack war irgendwie süss-sauer. Ein zweites Gemüse sah aus wie unsere bekannten Kartoffeln. Diese wurden geschält und in ihrer natürlichen Form serviert. Sie hatten einen leichten Gelbstich, und obwohl sie keine der groben Fasern von Pastinaken hatten, schmeckten sie eher wie dieses Gemüse. Ein weiteres Gemüse, das ich versucht hatte, besass die Blätter und die Färbung der Petersilie und mildem Zitronenaroma.

Es gab viele andere Gemüse, die ich nicht versuchte. Als leichter Esser von Natur aus, waren heute Abend meine Gefühle so aufgewühlt, dass ich überhaupt keinen Appetit hatte. Ich versuchte vergeblich, aus meinen Gedanken den Zweck dieser Feier zu verbannen. Firkon und Ramu, meine guten Freunde, würden mich in ihre weit entfernte Heimat verlassen ....

Ich probierte jedoch ein kleines Stück sehr grobes und ziemlich dunkles Brot und einen Streifen dessen, was ich auf den ersten Blick als Fleisch hielt. Das Brot hatte eine Kruste von goldener Farbe und schmeckte, als sei es hauptsächlich aus Nüssen hergestellt, obwohl ich dachte, ich erkenne auch einen Getreidegeschmack. Als ich die bräunlichen 'Fleischstreifen' kaute und sie geistig mit dem Geschmack gut gekochten Rindfleischs verglich, rief mir Kalna über den Tisch zu:

"Das ist die getrocknete Wurzel einer venusianischen Pflanze", erklärte sie. "Auf der Venus kochen wir die frischen Pflanzen, und dann schmeckt es noch besser, aber auf unseren Reisen führen wir sie in getrockneter Form mit uns. Sie ist besonders nahrhaft, da sie alle Proteine im Fleisch enthält, was einfacher für den menschlichen Körper zu absorbieren ist. Ein Streifen von dieser Wurzel, der wie hier serviert wird, entspricht einem Pfund Ihres Steaks. Es dient auch als gute Würze für andere Lebensmittel."

Als Nachtisch wurde ein riesiger Kuchen serviert. Obwohl dieser, als er aufgeschnitten wurde, das Aussehen dessen, das wir Engel-Essen nennen, hatte, sah ich, dass er nicht die etwas schwammig-elastische Konsistenz eines Kuchens besass. Darüber hinaus hatte er, obwohl überwiegend weiss, gelbe Streifen. Die Textur war sehr fein und schien buchstäblich im Mund zu schmelzen. Er schmeckte schwach süss, obwohl, als das Gelbe vom Weissen getrennt war, der Geschmack sich in einer schwer zu beschreibenden Weise veränderte. Im Grossen und Ganzen fand ich es köstlich.

Als ich die anderen um den Tisch herum beobachtete und ihren fröhlichen Gesprächen lauschte, merkte ich, dass niemand zu viel ass, wie es so oft bei den Festmahlen auf der Erde geschah. Alle schienen es zu geniessen.

Am Ende der Mahlzeit erhoben sich die Frauen und eine Anzahl von Männern von ihren Sitzen und räumten das Geschirr ab. Auf die wundersame Weise, mit der ich vertraut geworden war, öffneten sich plötzlich grosse Türen in einer Küche an der Wand hinter dem Tisch, die ganz solide erschienen war. In diesen Raum wurde alles gebracht. Im Nu waren die Gäste wieder auf ihren Plätzen und die Türen hinter ihnen geschlossen.

Nun hatte im Hintergrund die Musik aufgehört zu spielen, als einer der Männer sich von seinem Sitzplatz erhob. Ohne jegliche Begleitung sang er ein Lied in seiner Muttersprache. Obwohl ich die Worte nicht verstehen konnte, lauschte ich begeistert der Schönheit seiner Stimme.

Als er geendet hatte, sagte Ilmuth: "Das war ein Lied des Abschieds und des Segens für die Brüder, die nach Hause zurückkehren." Die Musik erklang wiederum aus ihrer unsichtbaren Quelle, lauter als zuvor und mit einem lebhafteren Trällern.

Dies wurde erklärt, als zwei der Frauen aufstanden, zu einem geräumten Platz jenseits des Tisches gingen und sich mit der Musik im schönen Gleichklang bewegten. Später wurde mir gesagt, dass der Tanz die Macht des Universums repräsentiert.

Als ich ihnen zusah, erkannte ich, dass man doppelte Gelenke und die Geschmeidigkeit eines Kindes brauchte, um dies nachzumachen. Es war wirklich wunderbar anzusehen, da jede Bewegung und Haltung ihrer Körper nach und nach die vielen Stimmungen der Natur, vom ruhigem Wasser bis zu den tollsten Stürmen des Weltraumes, darstellte.

Einen solchen Rhythmus zu beschreiben ist unmöglich, aber es war faszinierend und tief berührend, zuzuschauen. Die jungen Tänzerinnen waren zauberhaft schön, und ihre Kostüme schienen die Farben zu verändern, während sie in Bewegung waren, jedoch sah ich über ihnen kein Licht. Das Wort "Gnade" konnte in seiner höchsten Bedeutung diese schöne Aufführung zu beschreiben nicht gerecht werden.

Als der Tanz zu Ende und ein wenig Zeit vergangen war, sprach der Meister zu Orthon, die an meinen Platz herüber kam: "Nun", sagte er, "wollen wir Dir Szenen von unserem Planeten Venus zeigen. Szenen, die direkt von der Stelle auf dieses Schiff gebeamt werden."

Ich war bei der Aussicht auf einen solchen Reisebericht begeistert und fragte mich, auf welchem Bildschirm es erscheinen würde. Aber es gab keinen Bildschirm. Vor meinem erstaunten Blick hing die erste Szene, als die Lichter gedimmt waren, über dem Raum dieses Zimmers!

Orthon schien mein Erstaunen zu geniessen und erklärte: "Wir haben einen Projektor, der in einem beliebigen Abstand wie gewünscht die Strahlen senden und anhalten kann. Der Anhaltepunkt dient als ein unsichtbarer Bildschirm, worauf die farbigen Bilder in intakter dimensionaler Qualitäten gestrahlt werden."

Die Szene, auf die ich schaute, war in der Tat so definitiv "hier", dass ich es nur mit der grössten Schwierigkeit glauben konnte, auf diesem Schiff zu sein. Ich sah herrliche Berge, einige weissbedeckt mit Schnee, einige recht öde und felsig, nicht sehr verschieden von denen der Erde. Einige waren dicht bewaldet und ich sah Wasser in Bächen und Kaskaden die Berghänge hinunter laufen.

Orthon beugte sich zu mir und flüsterte: "Wir haben viele Seen und sieben Ozeane, die alle mit Wasserwegen, natürlichen und künstlichen, verbunden sind."

Sie zeigten mir mehrere Venus-Städte, einige grosse und einige kleine. Alle gaben mir das Gefühl, in eine wunderbare Märchenwelt versetzt zu sein. Die Strukturen waren schön ohne eintönige Linien. Viele hatten in prismatischen Farben strahlende Kuppeln. Das erweckte den Eindruck einer vitalisierenden Kraft.

"Im Dunkel der Nacht", sagte Orthon leise, "gehen die Farben zurück und die Kuppeln werden in einem weichen, gelblichen Licht leuchten."

Alle Städte folgten einem kreisrunden oder ovalen Muster, und niemand schien in irgend einer Weise überlastet. Zwischen diesen konzentrierten Gemeinden war noch viel unbewohntes Gebiet.

Die Leute, die ich auf den Strassen dieser Städte sah, schienen in der gleichen Weise ihrer Arbeit nachzugehen wie die Erdenmenschen, ausser der Abwesenheit von Hektik und Sorgen, die bei uns so auffällig sind. Die Bekleidung war auch ähnlich, jede Person trug offenbar Kleider nach ihrer eigenen Vorliebe, jedoch nach einem allgemeinen Stil. Ich würde die grösste Person, die ich sah, etwa zwei Meter gross schätzen, den durchschnittlichen Erwachsenen auf etwa 1,67 m, und den kleinsten nicht über 1,60 m. Jedoch könnte dieser letztere ein Kind gewesen sein. Ich konnte nicht sicher sein, da keiner sein Alter wie wir zeigte. Ich weiss, dass ich auf jeden Fall einige Kinder sah, die viel kleiner als diese waren. Entsprechend unserer Autos, die für die Reisebequemlichkeit von einem Ort zum anderen dienen, sah ich Beförderungsmittel ähnlich dem Mutterschiff in Miniatur. Sie schienen knapp über dem Boden zu gleiten, als seien sie "Busse", die ich auf dem Mond sah. Diese Transportmittel variierten in der Grösse wie unsere Autos und einige hatten offene Dächer.

Ich frage mich, wie sie angetrieben wurden, was Orthon wieder nahe an mein Ohr brachte, als er erklärte: "Durch genau die gleiche Energie, wie unsere Raumschiffe funktioniert."

Die Strassen waren gut angelegt und gesäumt mit wunderschönen Blumen in vielen Farben.

Als nächstes wurde mir ein Strand am Ufer eines Sees gezeigt. Der Sand war sehr weiss und fein. Lange, niedrige Wellen rollten in einer fast hypnotischen Art und Weise. Es gab viele Menschen am Strand und im Wasser. Ich fragte mich, aus welcher Art von Material ihre Badeanzüge bestehen könnten, da sie nach einem Sprung in den See nicht nasser als zuvor schienen.

Kalna, die gekommen war, um neben mir zu sitzen, klärte dies auf. "Das Material ist nicht nur völlig wasserdicht, sondern hat auch Eigenschaften, die bestimmte schädigende Strahlen von der Sonne abwehren. Sogar wie auf der Erde," fuhr sie fort zu erklären, "sind diese Strahlen stärker, wenn sie das Wasser reflektierten als im Inland."

Uns wurde jetzt ein tropischer Teil der Venus gezeigt. Ich war erstaunt zu bemerken, dass in einem allgemeinen Sinn viele der Bäume etwas unserer Trauerweide ähnelten, da die Blätter eher stufenförmig wuchsen. Jedoch waren die Farbe und die Details des Blattes sehr unterschiedlich.

Wie Sie sich vorstellen können, war ich sehr an dem Leben der Tiere in den verschiedenen Szenen interessiert. Am Strand hatte ich einen kleinen, kurzhaarigen Hund bemerkt. Anderswo lebten Vögel in verschiedenen Farben und Grössen, wenig verschieden von den unsrigen auf der Erde. Einer war identisch mit unserem wilden Kanarienvogel. Ich sah Pferde und Kühe auf dem Land, die beide etwas kleiner als die der Erde, aber ansonsten sehr ähnlich waren. Dies schien für alle Tierleben auf der Venus zu gelten.

Auch die Blüten ähnelten denjenigen, die auf unserer Erde wachsen. Ich würde sagen, dass der Hauptunterschied zwischen der Tier- und Pflanzenwelt auf der Venus, verglichen mit unserer, in der Färbung und der Fleischkonsistenz liegt. Kalna erklärte mir, dass dies wegen der allgegenwärtigen Feuchtigkeit auf ihrem Planeten sei.

"Wie Sie bereits gelernt haben", sagte sie, "sieht unser Volk nur selten die Sterne wie Sie auf der Erde. Wir kennen die Schönheiten des Himmels jenseits unseres Firmaments nur von unseren Reisen und Studien."

Zuletzt zeigten sie das Bild einer sehr schönen Frau und ihrem Ehemann mit ihren achtzehn Kindern, die alle ausser einem voll ausgewachsen waren. Doch die Eltern machten den Eindruck eines jungen Paares in ihren frühen dreissiger Jahren.

Damit endete die Darbietung, und ich wurde eingeladen, Fragen zu stellen. Erstens fragte ich, welche Auswirkungen, wenn überhaupt, die ständigen Regenschauer über der Venus auf ihr Volk habe.

Orthon antwortete: "Ausser dem Leben nach den allgemeinen Gesetzen ist unsere Atmosphäe ein Faktor in Richtung einer durchschnittlichen Lebensdauer von 1000 Jahren. Wenn die Erde auch eine solche Atmosphäre hätte, würde das Alter eines Menschen auf Ihrem Planeten entsprechend grösser als heute sein.

Die Wolkenformation unseres Planeten wirkt wie ein Filter-System, um die zerstörerischen Strahlen, die sonst in Ihre Atmosphäre gelangen würden, zu schwächen. Bitte beachten Sie, was in Ihrer eigenen Heiligen Schrift geschrieben steht. Wenn Sie es sorgfältig studieren, werden Sie feststellen, dass die Spanne des Lebens auf der Erde sich zu verringern begann, als die Wolkenbildung aufhörte und die Menschen zum ersten Mal die Sterne im Weltraum sahen.

Vielleicht interessiert es Sie zu erfahren, dass ein allmähliches Kippen Ihrer Erde auch jetzt noch stattfindet. Wenn, was in jedem Augenblick passieren könnte, es zu einer kompletten Neigung kommen würde, um den Zyklus zu erfüllen, stiegen grosse Teile des Landes, die noch unter Wasser liegen, an. Auf Jahre hinaus wird dieser wassergetränkte Boden sich in einem Prozess der Verdunstung befinden, der noch einmal die Ursache einer konstanten Wolkenbildung oder eines "Firmaments" um Ihre Erde sein wird. In diesem Fall wird die Lebensdauer wieder erhöht werden, und wenn die Völker auf dem Planeten nach den Gesetzen des Schöpfers leben lernen, können auch sie tausend Jahre in einem Leib erreichen.

Das Kippen Ihrer Erde ist ein Grund für unsere ständige Beobachtung, denn für ihre Beziehung zu den anderen Planeten in unserer Galaxie ist es sehr wichtig. Eine drastische Neigung eines Planeten würde zu einem gewissen Grad alle beteffen und auf jeden Fall die Routen, auf denen wir durch den Weltraum reisen."

"Sicherlich würde jede gewaltsame Neigung zu einer grossen Katastrophe für unsere Erde führen, nicht wahr?", fragte ich.

"So wird es geschehen", antwortete er, "und obwohl die Menschen die Gesetze, die ihr Verhältnis zu der Welt, in der sie leben, regelt, nicht verstehen, möchte ich betonen, dass der Irrweg, dem sie so konsequent gefolgt sind, eigentlich der Grund für ihre Unwissenheit über die vorhande Instabilität ihres Planeten ist. Im Laufe der Jahrhunderte gab es viele Zeichen und Omen, die Ihre Leute ignoriert haben. Viele von ihnen wurden in Ihrer Heiligen Schrift als Prophezeiungen aufgenommen. Aber Ihr Volk beachtete sie nicht. Und obwohl viele bereits erfüllt sind, hat es die Lektion nicht gelernt. Es ist nicht klug, sich von dem Schöpfer aller Dinge unabhängig zu machen. Die Menschheit muss durch die Hand, die ihm das Leben gab, geführt werden.

Wenn der Mensch ohne Katastrophe leben will, muss er seine Brüder als sein Spiegelbild ansehen. Es ist nicht der Wunsch des Schöpfers, dass sich die Menschheit gegen sich selbst in Grausamkeit und mutwilliger Tötung umkehrt."

"Ich weiss", sagte ich, "dass wir in einen neuen Hauptzyklus eingehen. Einige meiner Brüder auf der Erde nennen es das Goldene Zeitalter, andere das Wassermann-Zeitalter. Können Sie mir darüber Aufschluss geben?"

"Auf unserem Planeten benennen wir die Änderungen nicht auf diese Weise, denn alles, was wir wissen, ist ein Fortschritt. Aber um Ihre Frage verständlich zu beantworten, würden wir sagen, dass Sie sich einem neuen kosmischen Zeitalter nähern, was Sie jedoch kaum verstehen. Sie hatten Ihr Goldenes Zeitalter gehabt, in dem Sie das Gold mehr als Gott anbeteten. Und ein Wassermann-Zeitalter, wie Sie es nennen, kann nur eines sein, in dem die Erde Sie mit zu viel oder zu wenig Wasser heimsucht. Sie sind durch beide dieser Bedingungen gegangen. Dass Sie die Zeiten des Wandels auf diese Weise benennen, ist ein Teil der Blockaden in Ihrem Verständnis. Die Erdenmenschen müssen lernen, im Rhythmus mit diesen natürlichen Veränderungen fortzuschreiten und sich ihm nicht zu unterwerfen."

"Wie", fragte ich, "würden Sie das kosmische Zeitalter definieren?"

"Eigentlich würden wir es lieber ein kosmisches Verständnis nennen. Dies ist das erste Mal in Ihrer Zivilisation, dass Sie sich in einem weiten Sinne von der Wahrscheinlichkeit von bewohnten Welten ausser der eigenen bewusst werden. Unser Raumschiff zu sehen wäre, wie wir uns jetzt so zahlreich in allen Himmeln Ihrer Welt zeigen, selbst für diejenigen, die nicht glauben, kaum umgehbar. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit gibt es auf Ihrem Planeten überwältigende Beweise dafür, dass auf Ihrem Planeten das Leben nicht als eine Art Unfall besteht, wie auch einige Ihre grössten Astronomen es erklärt haben. Die Menschheit ist auf Ihrer Welt manifestiert, denn das ist nur ein Planet in einer riesigen, planmässigen Schöpfung des Unendlichen, und er unterliegt Seinen göttlichen Gesetzen.

Unsere Schiffe führen Kunststücke in Ihrem Himmel auf, die keine irdischen Flugzeuge aller Nationen machen können. Ihre Wissenschaftler wissen es, Ihre Regierungen wissen es. Die Piloten der Flugzeuge überall in Ihrer Welt haben uns gesehen und bestaunt. Tausende von Menschen haben auf uns geschaut und waren erstaunt. Tausende weitere passen jetzt überall auf und hoffen auf eine Blick von uns. All dies wurde von den Menschen des Altertums vorhergesagt. Sie haben in Ihren Prophezeiungen geschrieben, dass die ganze Welt zerstört würde, und dass die Zeichen sein werden: Die Söhne Gottes werden vom Himmel auf die Erde kommen, um die Völker auszuliefern. Die Bedingungen in Ihrer heutigen Welt haben Sie, wie Sie es nennen, unter den Schatten des Todes gestellt. Ihre ganze Welt ist gestört. Und da der Name, den Sie für den äusseren Weltraum haben, 'Himmel' ist, und da auch wir Söhne und Töchter Gottes sind, könnte es nicht sein, dass sogar jetzt noch die alte Prophezeiung erfüllt wird?

Es wurde auch vorausgesagt, dass, wenn die Zeit gekommen sein wird, die dunklen Rassen der Welt aufstehen und das Recht auf gleichen Respekt fordern werden und dass die Menge der freien Menschen sie ihnen so lange Ihretwegen mit hellerer Hautfarbe verweigerten. Hat sich nicht diese Prophezeiung auch erfüllt in diesen Tagen auf der Erde?

Sehen Sie, wir kennen die Geschichte Ihrer Welt gut. Die Konzeption des 'Wir sind unserer Bruder Hüter' gilt für alle Menschen überall. In dieser Rolle kommen wir zu Ihnen und sagen: "Lasst das höchste Wesen des Universums zum führenden Wort Ihrer Welt werden, damit Ihre Probleme wie die Dunkelheit im Licht verschwinden."

Was wäre der Mensch ohne den Atem des Lebens? Und wer gibt ihn ihm? Ist er nicht überall zum Nutzen aller zu finden? Dann lassen Sie den irdischen Menschen wissen, dass sein Gott nicht an einem weit entfernten Ort ist, sondern immer in der Nähe in allen Erscheinungsformen und im Menschen selbst".

Orthon verstummte für einen Moment und ich sass mit gesenktem Kopf, um über seine Worte nachzudenken. Langsam wurde ich mir der Wärme gewahr, die in meinem Geist Einzug hielt. Als ich aufblickte, sah ich in den Gesichtern der Menschen um mich herum, dass das, was ich empfand, ein Segen war, der von allen von ihnen auf mich zu floss.

Dann stand der Meiter auf und näherte sich mir. Als ich aufstand, taten es die anderen auch.

"Mein Sohn", sagte er und schaute mir tief in die Augen, "vieles, was unsere Brüder Dir sagten, steht in Konflikt mit vielen Dingen, die Deinen Menschen gelehrt wurden, als die Wahrheit zu glauben. Dies ist an sich nicht von Bedeutung, da das, was gestern gelernt wurde, nur als Sprungbrett in Richtung der grösseren Wahrheit dient, die wir morgen lernen werden. Das ist das Gesetz des Fortschritts. Einmal auf dem richtigen Weg, kann es nicht anders sein. Es ist immer wichtig, dass die Menschen mit offenem Geist zusammen arbeiten und zusammenkommen, immer bewusst, dass alle nie gekannt ist. Es gibt einen unfehlbaren Leitfaden bei der Bestimmung, ob der Pfad richtig ist. Das ist sehr einfach. Wenn die Ergebnisse Ihrer Gedanken und Handlungen böse sind, dann führt der folgende Pfad Sie weg vom Lichte Seines Antlitzes. Wenn auf dem Weg, den Du gehst, Gutes folgt, so wird Dein Leben und das Leben Deiner Kinder und ihrer Kinder froh sein. Gottes Segen, ungebrochen durch Krankheit und Streit, wird Dein ewiges Erbe."

Er berührte meine Hand zum Abschied und verliess den Raum in einem Schweigen, durchdrungen mit den Worten, die er gesprochen hatte.

Ich schaute lange in die Gesichter meiner vielen Freunde und prägte mir jedes ein. Es gab keine gesprochene Verabschiedung, aber jeder hob eine Hand, und ich hob meine. Dann erlaubte ich Orthon, mich entlang der Wege des Trägers wieder zu dem kleinen Späherschiff führen.

Firkon und Ramu begleiteten mich beide auf der Rückfahrt in die Stadt. Wir sprachen nicht.

Als wir zurück im Hotel waren und die Zeit gekommen war, Abschied von diesen lieben Freunden zu nehmen, verschlang mich ein Gefühl von ungeheurer Eindringlichkeit. Wir gaben uns die Hand und Ramu sagte leise: "Der Segen des Unendlichen möge mit Dir gehen."

Dann verliess ich sie und ging weiter bis zu meinem einsamen Zimmer.



Zurück zu Die neue Erde - Buch II